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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
56
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tain de la Bretonniere an den Dey abgesandt; allein seine Vorstellungen fandenkeinen Eingang, und beim Heraussegeln aus dem Hafen wurde das Parlamentair-fahrzeug von allen Batterien auf ein vom Schlosse des Dey gegebenes Zeichen be-schossen. Nun vollzog Karl X. den Beschluß des aachner Congresses, die dreifacheSchmach des^eeraubcs, der Sklaverei und des Tributs an dieser Küste durcheinen großen Schlag zu vertilgen.

Das Kriegsmanifest gegen Algier erschien am 20. April 1830, nachdemschon am 11. der Kriegsminister, General Bourmont, zum Oberbefehlshaberernannt worden war. Der Eroberungszug gegen Algier 1830 hatte aber auchzugleich den Zweck, die französische Nation durch Siegesruhm für die BourbonSzu begeistern und bei den bevorstehenden Wahlen die Wahlmänner für die An-sichten der Polignac'fchen Verwaltung zu gewinnen. Dagegen nannte die Op-position die kostbare Unternehmung unpolitisch, ungerecht und planlos.Siesei ein Kreuzzug nach Afrika, um in Frankreich das in die Hände der Ungläu-bigen gefallene heilige Grab der alten Negierung zu befreien." Die Regierunghalte mit der größten Umsicht und Sorgfalt Alles, was den Erfolg der Erpedi-tion sichern konnte, vorbereitet. Es wurden 37,015 Mann von allen Waffenund 4526 Pferde eingeschifft. Die Landarmee, unter dem General Bourmont,zählte 32,000 Mann. Der Aufwand war beträchtlich. Die Ausrüstung undLandung kostete dem Marinebudget 23,446,900 Francs, dem Kriegsbudget31,740,000 Fr., zusammen 55,186,900 Fr. Aber auch der Dey unterließ nichts,um Algier in den furchtbarsten Verteidigungszustand zu setzen. Die Pforte ihrer-seits versuchte, wahrscheinlich auf Englands Rath, die ganze Unternehmung dadurchzu vereiteln, daß sie den Admiral Tahir Pascha (den Befehlshaber der türkischenFlotte bei Navarin) mit einer Fregatte und einem großherrlichen Ferman nach Al-gier sandte, nach welchem Tahir in Algier die Oberherrschaft des Sultans erklärenund den Dey bewegen sollte, sich der Pforte zu unterwerfen und die Würde einesersten Stellvertreters des türkischen Pascha anzunehmen. Die französische Flottewürde dann bei ihrer Ankunft vor Algier die ottomanische Flagge aufgepflanzt unddie Oberherrschaft des Sultans anerkannt gefunden haben, sowie die Abschaffungder Seeräuberei und der Christensklaverci in dem Ferman mit enthalten war. Alleinder General Guilleminot erfuhr in Konstantinopel den Zusammenhang der Sache,und beeilte sich, ein Avisschiss nach der algierischen Station abzusenden. Als nunTahir Pascha auf der Höhe von Algier ankam, erlaubte ihm der Befehlshaber desfranzösischen Blokadegeschwaders, Massieu von Clerval, weder einzulaufen nochseine Depeschen an den Dey zu schicken, sondern verwies ihn an den Admiral Du-perrä in Toulon und an die französische Regierung. Dadurch sah sich Tahir Paschagenöthigt, von einer französischen Fregatte begleitet, nach Toulon zu segeln, wo erund die Fregatte in Quarantäne (vom 27. Mai bis zum 23. Inn.) bleiben muß-ten. Er erhielt einstweilen die Antwort, daß die Sachen bereits zu weit vorgeschrit-ten wären, daß man jedoch, wenn seine Vermittelung, sobald das Heer auf afrikani-schem Boden gelandet sei, nöthig befunden werden sollte, ihn rufen würde; er möchtealso diesen Augenblick im Hafen von Toulon erwarten.

Die französische Flotte war unterdessen, in drei Divisionen, 75 Kriegsschiffestark (darunter 11 Linienschiffe und 19 Fregatten) und mit 274 Transportschiffen,unter dem Oberbefehl des Viceadmirals Duperrä am 25., 26. und 27. Mai ausder Bucht von Toulon ausgelaufen. Am 31. erblickte sie die afrikanische Küste;aber Sturme nöthigten den Admiral, am 2. Inn. in der Bucht von Palma (Ma-jorca) vor Anker zu gehen und daselbst die zerstreuten Transportschiffe und die zurAusschiffung bestimmten 180 kleinen Fahrzeuge zu sammeln. Am 10. Zun. ver-ließ oie Flotte Palma und nahm am 13. Jun. die Bai von Sidi-Ferruch (Tomchica), fünf Stunden westlich von Algier, ein. Am 14. früh erfolgte die Landung;