Algier
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mit Fruchtbaumen, tressliche Heerstraßen, gut verwaltete, zu Musterwirtschaftendienende Domainen, neue Belebung des Bergbaus, besonders des Eisenhüttenbe-triebes, durch Verbindung mit sehr vervollkommneten Gießereien, gute Forstverwal-tung, Beschrankung des Wildstandes und des Iagdunfugs, nützliche Bauten, Ve»förderung des Gewerbfleißes—- waren die Resultate der Regierungsweise des Her»zogs, welche mit gleicher Sorgfalt die geistige und sittliche Wohlfahrt des Landes be-achtete. Besonders wurden das Kirchen- und Schulwesen, sowie Witwen- und Wal-senversorgung, ohne von schädlicher Neuerungssucht betroffen zu werden, zeitgemäßgepflegt und zum Segen des Landes ausgebildet. Die beiden protestantischen Con-fesstonen wurden 1820 zu einer evangelischen Kirche vereinigt. Die Wirksamkeit desHerzogs ist nicht dem Wechsel der Negentenlaune unterworfen, sondern in Anordnungund 'Ausführung von Grundsätzen, vom Rechtsgange und von der Mitwirkung tüch-tiger Landesbehörden bedingt. In den Landen des Herzogs hat sich in der zweitenHälfte des vorigen Jahrh. die landständische Verfassung ganz verloren, da die meistenadeligen Güter fürstliche Familiengüter geworden sind; aber bei den Regierungs-grundsatzen des Herzogs konnte in einer Zeit, wo in andern Staaten das Verlangennach repräsentativen Verfassungen laut wurde, keine stürmische Aufregung entstehen.Kaiser Alexander ernannte den Herzog, obgleich er nie in ausländischem Kriegsdienstegestanden hat, zum russischen General der Infanterie. Schon Katharina II. hatteihm, ihrem Stammvetter, den St.-Andreasorden verliehen, wie Friedrich Wil-helm III. den preußischen schwarzen Adlerorden. Auch ist er Großkreuz des hessi-schen Löwenordens und der sächsischen Rautenkrone. (10)
* Algier (Stadt, Gebiet und Staat), seit 1830 das Embryo einer französi-schen Colonie; in der Geschichte schon jetzt der einzige Glanzpunkt in Karls X. jesui-tischer Reactionsregierung und Polignac's verrufenem Ministerium, künftig viel-leicht ein Hebel von 'Afrikas Cultur und von Frankreichs wieder emporstrebenderHandelsmacht, ein Emporium für Afrika und Europa, ein Weltplatz für europäi-sche Kunstkraft und Thätigkeit. Das schöne, vom Atlas, der Wüste und dem Mit-telmeere in gesicherte Naturgrenzen eingeschlossene, fruchtbare Hügel- und Thal-land, das alte Reich der tapfern Numidier, trat zuerst unter Scylax, Massinissa undZuba (Vater und Sohn) durch die Triumphe der Sessionen und Eäsar's in die be-kannte Geschichte ein. Hier lag das berühmte Iol, Iuba's Herrschersitz, von ihm(Atesurea genannt: ein wichtiger Hafenplatz, in welchem Danville das heutige Algiersah; hier lagen des Imperators Augustus Colonien: Rusazus,Rusconium, Igilgiliund Saldä; hier gründeten der blödsinnige Claudius und der kluge Vespasianus,nachdem ihre Feldherren das um die alte Selbständigkeit kämpfende Volk dcrMassy-lier und Massäsylier den römischen Waffen aufs Neue unterworfen und diesenTheil von Libyen in eine Provinz, Älmirewrüa, Eaessrieusls genannt, verwandelthatten, die Veteranencolonie Icosium, die Shaw für das heutige Algier hält; hierlag endlich die alte römische Munieipalstadt Iomnium. Das Land mit seinen 33Städten, Italiens Kornfeld, war ein blühender Garten und bedeckt mit schönenLandsitzen und Sommerwohnungen der reichen Bewohner Roms. Schon unter derabsoluten Gewalt eines Proconsuls verdorrte hier die Nationalkraft; der Sturmder Völkerzüge, welcher die Vandalen an Nordafrikas Küste führte, konnte sie nichtwiederbeleben; endlich seit dem Ende des?. Jahrhunderts verdrängten und vertilgtenauch hier der Islam und die arabische Cultur den Stolz der römsichen Waffen wiedas Licht des Christenthums. Juden siedelten sich an, und die Araber in Maureta-nien erhielten den Namen Mauren. (S. Barbaresken Bd. 1.) Damals tvurde,wie neuere Untersuchungen bewiesen haben, auf den Trümmern des alten iom-nium von einem arabischen Fürsten, Justus Zeiri, um das I. 935 das heutigeAlgier erbaut. Die Araber nannten die Bucht, später die Stadt Al-gezair, d. i. dieInseln, auch Al-ghazzi, d. i. die Kriegcrin. Innere Kriege und ein blutiger Wechsel