Druckschrift 
Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
50
Einzelbild herunterladen
 

50

ALava

Verfassungsurkunde. Er begab sich darauf nach Viktoria, um den König Josephm empfangen, und war eifrig bemüht, die Hindernisse zu besiegen, welche die Feindedes neuen Herrfchers entgegensetzten. Nicht lange vor der Schlacht bei Albuera(1811) verließ er Josephs Fahnen und ging zu dem Heere der Jndependenten über.Wellington zeichnete ihn bald aus und machte ihn ül feinem Adjutanten. Nachder Schlacht bei Vittoria bemühte A. sich, zuerst in seine Vaterstadt einzudringen,um die Plünderung derselben zu verhindern. Bald nachher erhielt er durch seines

Gönners Einfluß, außer andern Belohnungen, die Wurde eines Generals. Er blieb

an der Seite des Oberfeldherrn bis nach der Schlacht bei Toulouse, und ging dannnach Spanien zurück; aber seine Dienste hatten die Erinnerung an seinen frühemAbfall in Ferdinands Seele noch nicht ganz ausgelöscht. Der König ließ ihn ver-haften, gab ihm jedoch nach einigen Tagen, auf Wellingtons Fürsprache, dieFreiheit wieder, und A. wußte sich in der Gunst Ferdinands so festzusetzen, daß crzum Gesandten am niederländischen Hofe ernannt wurde, wobei auch der Einflußdes Prinzen von Oranien wirksam war. Während des Krieges hatte A. sich denVorwurf zugezogen, seinen Einfluß auf Wellington zu wenig benutzt zu haben, umdie Leiden seiner Landsleute zu mildern, die zu andern politischen Parteien gehörten.Besonders zeigte er seine Unduldsamkeit gegen den gelehrten Zea (f. Bd. 12), derin der Schlacht bei Vittoria gefangen ward. A. behandelte ihn sehr unfreundlichund überließ ihn, den Kranken und Hülflosen, seinem Schicksale. Empörtüber diese Behandlung, suchte Zea zu entrinnen, um nach Amerika, seiner Hei-math, zu kommen, wo er zur Befestigung der Freiheit EoloMbias nicht wenigbeitrug. Am niederländischen Hofe zeigte A. mehr Schonung gegen die verbanntenSpanier, und während er die strengen Befehle seines Königs befolgte, die ihm vor-schrieben, die polizeilichen Gesetze des Landes gegen die spanischen Flüchtlinge anzu-rufen, unterstützte und tröstete er sie heimlich. Er ward 1819, vielleicht cbmdieser Milde wegen, zurückberufen. Nach dem Ausbruche der neuen Revolution(1820) ward er von seiner Provinz zum Abgeordneten bei den Eortes erwählt.Er schlug sich zur Partei der sogenannten Epaltados und sprach in der Ver-sammlung oft laut gegen die Servilen. Seinen Worten treu, wartete er nichtdie Wendung ab, welche die Ereignisse nehmen konnten, sondern trat schon am7. Jul. 1822, beim Aufstande der Gegner der Constitution, in die Reihen derMiliz zu Madrid, und unterstützte die für die neue Verfassung kämpfenden Ge-nerale Murillo und Ballesteros. Später ging er mit den madrider Milizennach Cadiz, wohin die Eortes den König führten. Als das französische Heer Cadi;im September 1828 eingeschlossen hatte, ward A. von den Eortes in das Haupt-quartier des Herzogs von Angouleme geschickt, um Unterhandlungen anzuknüpfen.Die verlangte Bedingung der Übergabe und der Freilassung des Königs, die Ge-währung einer freien Verfassung, wurde von dem Prinzen abgewiesen, welcher er-klärte, daß nicht eher, bis Ferdinand Vit. frei im französischen Hauptquartier er-schienen sei, Unterhandlungen eröffnet werden könnten; bei einer spätem Sendungaber erhielt A. die Versicherung, daß der Herzog seinen Einfluß benutzen werde, umden König zur Gewährung einer dem Glücke Spaniens angemessenen Verfassungzu bewegen, und daß alle Anhänger der Revolution, nach der Übergabe der Stadt,völlige Sicherheit genießen und volle Freiheit erhalten sollten, das Land zu verlassen.Zwar hatten diese Zusicherungen, aufweiche die verbannte Partei sich später beru-fen hat, nicht den Abschluß einer Unterhandlung zur Folge, aber die Bekannt-machung, welche vor des Königs Abreise in das franz. Hauptquartier in seinem Na-men erlassen wurde, wiederholte den Inhalt jener Zusagen. Ferdinand erklärte als-bald alle Beschlüsse der constitutionnellen Regierung bis zum Tage seiner Befreiungfür ungültig, und Zt. ging von der Insel Leon mit der Mehrzahl der Eortesmitgliederund anderer AnHanger der Revolution nach Gibraltar und spater nach England.

. V' , . - S

. .--V

«.'Ms

-

i

Wßli»zich, 2-AS-MM.,.,,