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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
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Akjerman

Emw. in der russischen Provinz Bessarabien, von den Genuesem erbaut und am Li-man, einem Busen des Dniester, gelegen, mit einem Hafen am schwarzen Meere,einer Citadelle und wichtigen Salzseen in der Nähe, hat durch die daselbst vonrussischen und türkischen Commissarien im Sept. und Oct. 182k gehaltenen Eon,ferenzen und abgeschlossene Convention eine diplomatische Merkwürdigkeiterhalten. Kaiser Nikolaus hatte dem, vom britischen Staatsminister Canning in dertürkisch-griechischen Angelegenheit nach St.-Petersburg gesandten Herzoge vonWellington erklärt, daß er zwar hinsichtlich der Pacisi'cation und UnabhängigkeitGriechenlands mit Großbritannien und Frankreich gemeinschaftlich handeln wolle,daß er aber von dieser europäischen Frage die russisch-türkische als ganz getrennt be-trachte. Der Kaiser weigerte sich daher das Versprechen zu geben, daß er seineStreitigkeiten mit der Pforte nicht mit den Waffen schlichten wolle, und protestirteförmlich gegen alle Einmischung fremder Diplomatik in diese Angelegenheit. In-deß erklärte sich das russische Cabinet bereit, die unterbrochene diplomatische Verbin«dung mit der Pforte wieder anzuknüpfen und noch einmal den Weg der Güte durchUnterhandlungen in A. zu versuchen. Um nun den Ausbruch eines Krieges zwischenNußland und der Pforte zu verhindern, unterstützte der großbritannische Botschaf-ter in Konstantinopel, Sir Stratford Canning, das von dem russischen Geschäftsträ-ger Minziaky dem Reis Effendi am 5. April 1826 übergebene Ultimatum, worindie genaue Vollziehung des Friedens zu Bukarescht und Genugthuung wegen desbisherigen feindlichen Verfahrens der Pforte gegen Nußland, sowie die Absen-dung von türkischen Bevollmächtigten an die russische Grenze gefodert wurde, umdaselbst mit russischen Bevollmächtigten die obwaltenden Streitigkeiten friedlich zuschlichten. Noch ehe die gesetzte Frist von sechs Wochen abgelaufen war, entließ disPforte die serbischen Deputirten aus ihrer Haft; zugleich ordnete sie die Wieder-herstellung des Auslandes in der Moldau und Walachei an, wie solcher vor derInsurrection im 1.1821 gewesen, und ernannte den Seid Mehemet Hadi Effendi,Generalcontroleur von Anatolien, und den Kadi von Sophia, mit dem Range ei-nes Molla von Skutari, Seid Ibrahim Jffet Effendi, zu ihren Bevollmächtigtenfür die Unterhandlungen mit Rußland. Allein die russischen Bevollmächtigten,der Graf Michael von Woronzoss, Militair-Generalgouverneur von Neurußland,und der Geheimerath Marquis Alexander von Ribeaupierre, mußten wochenlangauf die Ankunft der türkischen Bevollmächtigten warten, weil die Pforte unter aller-lei Vorwänden Zeit zur Organisation ihrer neuen Truppen zu gewinnen suchte,und so spät als möglich zu dem, für den ottomanischen Stolz so demüthigendenSchritte sich bequemen wollte, auf russischem Gebiete die Federungen ihres Erbfein-des, gleichsam in Gegenwart der am Pruth aufgestellten russischen Armee, zu ver-nehmen. Nachdem die türkischen Diplomaten schon am 9. Iun. von Konstan-tinopel abgereist waren, trafen sie erst am 5. Aug. in A. ein, wo sich der russischeStaatsrath Fonton nebst der Kanzlei bereits seit dem 3. Iul. befand, die russischenBevollmächtigten aber am 4. Aug. angelangt waren. Die erste Conferenz wurdeam 6., die zweite am 7., und eine dritte am 9. Aug. gehalten. Protokollführer warBaron Brunoff. Die türkischen Commissarien gaben anfangs auf die obschwe-benden Fragen, besonders hinsichtlich der Festungen in Asien, ausweichende Ant-worten, und schienen nicht einmal mit hinlänglicher Vollmacht versehen zu sein, so-dass endlich im Sept. die russischen Commissarien im Namen des Kaisers erklärten,daß, wenn bis zum 7. Oct. keine genügende Antwort auf alle Fragen ertheilt,und die ihnen vorgelegten 82 Artikel nicht angenommen wären, die russischeArmee über den Pruth gehen und ohne Weiteres die Moldau und Walachei be-setzen werde. Die türkischen Commissarien sandten sogleich mit dieser Erklärung ei-nen Kurier nach Konstantinopel ab. Auf die gleichzeitige Drohung Minziaky's,Konstantinopel zu verlassen, erklärte ihm der Reis Effendi, mit sehr bittern

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