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die Erhebung über ausgezeichnete Krieger verschaffte, hat seit der neuen Ordnungder Dinge fast ganz aufgehört, und vielleicht werden die Türken es der Einführungdes Nizam Dfchedid verdanken, wenn ihre Sitten allmälig von der unwürdigstenLeidenschaft gereinigt werden.
Werfen wir einen Blick auf den Zustand Ä.'s zu Anfange dieses Jahrhun-derts, wo das Land ein Schauplatz der wildesten Gesetzlosigkeit war, so erstaunenwir über die Ergebnisse, die Ein Mann durch kraftigen Willen und durch den glück-lichen Instinkt eines klugen Barbaren in dem kurzen Zeiträume eines JahrzehendZhervorgerufen hat. Alles aber, was er gethan, war um so weniger auf die Erhe-bung des Volkes berechnet, als in diesem das Bedürfniß eines bessern Zustandetkeineswegs erwacht war, sondern nur auf die Befestigung seiner Macht, und wen»seine Bemühungen darauf gerichtet waren, das jüngere Geschlecht heranzubilden,so wollte er in ihm nur Beförderer seiner ehrgeizigen Entwürfe erziehen. Er begün-stigte die Verbreitung europaischer Bildung, weil er klug genug war einzusehen,daß Kenntniß Macht gibt, aber die Saat, die seine eigennützigen Bestrebungen aus-streuen, wird Früchte tragen, die er nicht ahnet. Ihm und seinen Rathgebern,weil sie Osmanen sind und fortan als Osmanen herrschen wollen, kann es nichteinfallen, dem Volke selbst einen Anstoß zu einer politischen Umwandlung zu geben,der zu einer Umwälzung führen würde. Besonders wichtig für die Zukunft sindMohammed Ali's Bemühungen, der Jugend seines Landes, Türken sowol als Ara-bern, die Vortheile einer europaischen Erziehung zu gewahren. Seit 1826 schickteer viele junge Leute und unter ihnen Knaben von 8 — 16 Jahren nach Frankreich,wo sie unter Jomard, einem Mitglieds der französischen Akademie, theils in de»zur Leitung der öffentlichen Verwaltung erfoderlichen Kenntnissen, theils für Künsteund Gewerbe sich ausbildeten. Einige haben in der Marineschule zu Brest Unter-richt empfangen und bereits beide Ozeane von der Insel Bourbon bis Chile be-schifft. Mehre dieser Zöglinge sind in ihr Vaterland zurückgekehrt und bei der Ver-waltung angestellt worden, unter ihnen der Sheikh Rehafa aus Kahira, der in Parisverschiedene Wecke aus europaischen Sprachen übersetzt hat. Im Februar 1832 wa-ren 28 Zöglinge im Begriff, nach Ägypten zurückzukehren. In Bulak bei Kahirawurde nach den Angaben des ehemaligen Professors der arabischen Sprache zu Paris,Don Rafael, eine Buchdruckerei angelegt, in welcher Araber, Türken, Italiener mrdFranzosen als Factors arbeiteten. Sie hat bereits mehre wissenschaftliche Werke gelie-fert. Seit 1829 erscheint hier eine Zeitung in türkischer u. arabischer Sprache: „Ereig-nisse von Kahira", die wöchentlich zwei Mal ausgegeben wird und außer politischen,meist aus französischen Blattern entlehnten Nachrichten, örtliche Anzeigen, Tags-befehle der Commandanten der verschiedenen Militairdivisionen und andere amt-liche Bekanntmachungen enthalt. Über jedem Blatte steht als Andeutung desneuen Tages, der dem alten Nillande leuchten soll, eine Pyramide, hinter welcherdie Sonne aufgeht. — Der Pascha durfte sich nicht begnügen, durch solche Bil-dungsmittel die Begründung einer bessern Landesverwaltung vorzubereiten; die Be-dürfnisse des Kriegswesens und der Finanzen machten es nothwendig, alsbald in dieschwerfallige Verwaltung einzugreifen. Die neue Gestaltung des Landes war an-fänglich blos auf die Ausbildung der Streitkräfte und der dazu nöthigen Anstalten be-schränkt, und die einflußreichen Türken eilten nicht, die Rathschläge und Plane ih-rer zuweilen ungeduldigen europäischen Gehülfen auszuführen, sondern blieben oftdem osmanischen Wahlspruche: „Wir wollen sehen (bucalnm)", getreu. Der Gangder öffentlichen Verwaltung war im höchsten Grade hemmend und hinderte jedenFortschritt. Blieben die Statthalter der Provinzen mit ihren Zahlungen einigeJahre im Rückstände, so mußte der Pascha sich seiner ersten Staatsbeamten berauben,um die Verdächtigen zu schrecken und ihre Rechnungen untersuchen zu lassen. Dieersten Staatsdiener befaßten sich mit einer Menge streitiger Kleinigkeiten, die in den