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lung etwas von demselben Geiste haben. Nur die Bildung eines regelmäßigen, derhöchsten Gewalt unterworfenen Heeres kann die Mittel gewahren, der von den Statt-haltern und der ganzen Beamtenhierarchie ausgeübten Willkürherrschaft Einhalt zulhun, diese Despoten den allgemeinen Landesgesetzen zu unterwerfen, das Lebenund Besitzthum des Unterthans zu beschützen, und in den Gemüthern die erstenGrundsätze allgemeiner Gerechtigkeit, und derjenigen Pflichten, die der Machtigewie der Schwache zu erfüllen hat, zum Bewußtsein zu bringen. Dieser wichtigeSchritt zur Civilisation mußte in dem türkischen Reiche erst gethan werden, wo esbis jetzt keine Herrschaft der Gerechtigkeit gab, wo durch Gewalt oder durch GeldAlles erlangt und jedes Gesetz umgangen werden, wo der Arme sein Recht gegendie Macht nie geltend machen konnte. In Ägypten erscheint das Werk der Um-wandlung noch schwieriger, wenn wir auf die Elemente sehen, welche die Bevölkerungdes Landes darbietet. Die Bewohner bestehen aus zwei abgesonderten Volksstäm-men, den Osmanen und den Arabern, die theils Anbauer des Bodens (Fellah) sind,theils als Beduinen leben. Jene sind die Gebieter, welche alle Zweige der öffentlichenGewalt leiten, die Fellah Unterthanen, nicht viel mehr als Sklaven. Die Türken,welche das mittlere Lebensalter überschritten haben, ohne mit den Unterrichtsgegen-ständen der neuern Zeit bekanntgeworden zu sein, zeigen sich hartnackig in ihren Mei-nungen, reizbar gegen Widerspruch, und es ist schwer, die Gewohnheit über Sklavenzu herrschen bei ihnen auszurotten. Sie sind nicht ohne Einsicht, aber ihre Trägheit,ihre weibische Lebensweise macht sie unfähig zu geistiger Anstrengung, und wenn sienun auch die wissenschaftliche Überlegenheit der Europäer erkannt, und eingesehenhaben, wie eitel ihre ehemalige Verachtung der Christen war, so fühlen sie doch dieschwere Demüthigung, im vierzigsten Lebensjahre sich neuer Arbeit und wie Kna-ben einer strengen Zucht zu unterwerfen. Wie könnten sie sich leicht mit dem Ge-danken versöhnen, sich mit ihren Sklaven gleichen Gesetzen und Anordnungen zuunterwerfen! So erfreulich es für die europäischen Lehrer war, unter solchen Zög-lingen zuweilen Empfänglichkeit und Bildsamkeit zu finden, so konnten sie es sichdoch nicht verhehlen, daß nur von dem aufwachsenden, strenger erzogenen Geschlechtsetwas zu hoffen war. Den Türken gegenüber steht die übrige Volksmasse, welche,mit Ausnahme einiger Kopten in den Städten, arabischen Ursprungs ist. Arbeit-sam, mäßig, ausdauernd, leicht fassend und bildsam, seit undenklichen Zeiten anGehorsam gewöhnt, unterwerfen sie sich gern der neuen Kriegszucht, werden tress-liche Soldaten und geben leicht alte Vorurtheile auf, die bei ihnen nicht, wie beiden Türken, mit den Annehmlichkeiten des Herrschens und der Üppigkeit vereinigtsind. Sie zeigen in ihrem Verkehr mit den europäischen Offizieren nichts von derEifersucht und dem Stolze der Osmanen. Diese strenge Absonderung der beidenVolksstämme hatte auch auf die neue Heerbildung einen nachtheiligen Einfluß, undmachte es weit schwerer, Offiziere als Soldaten zu bilden. Kein Araber konnte bis-her über den Rang eines Lieutenants aufrücken; alle höhere Offiziere wurden ausdem türkischen Gefolge der Vornehmen, aus ihren Mamlucken, Pfeifenträgemund Schreibern genommen, und wenn diese Classe erschöpft war, kam jeder andereOsmanli oder Albanier an die Reihe, Menschen, die an Ausschweifungen undRaubsucht gewöhnt waren. Eine Folge dieser Einrichtung ist das dem Europäerso auffallende Verhältnis unter den Offizieren. Die Achtung des Untergebenen ge-gen seinen Obern hat das Gepräge des Knechtsinnes. Der Hauptmann ist derDiener des Obersten, der Gebieter des Lieutenants, und täglich sieht man einenOffizier seinem Vorgesetzten die Pfeife anzünden oder ihm und seinen Gästen Kaffeedarreichen. Die Türken selbst leugnen nicht, daß sie, gewöhnt an barsches Gebieten,nie cme vollkommene militairische Hierarchie erlangen werden. Das verderblicheGunstlingswcsen aber, das früher dem jungen Mamlucken, der den unnatürlichenLüsten eines Mächtigen gedient hatte, den Weg zu Offizierstellen öffnete und selbst