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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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Ägypten

Grenze Oberägyptens verlegt, aus Rücksicht auf die Körperbeschaffenheit der inSennaar gefangenen negerartigen Nudier (Barübras), welche nun in regelmäßigeBataillone gebildet wurden. Seve wurde von mehren französischen Offizieren unter-stützt, die unter seiner Leitung standen. Die größte Schwierigkeit machten die Tür-ken oder Mamlucken. Gewöhnt an Unthätkgkeit und Bequemlichkeit, wollten sie un-gern ihre kostbaren Kleider, ihre schönen Pferde aufgeben und den Vergnügungen derHauptstadt entsagen, um sich in den Sandebenen an den Grenzen des Landes unge-wohnten Kriegsübungen stundenlang zu unterWersen. Sie murrten laut, verwünsch-ten die Christen und warfen ihre schweren Flinten weg. Seve gab ihnen ebenso kräftigefranzösische Flüche zurück. Die Türken lernten allmälig seine Flüche nachsprechen,ohne deren Bedeutung zu verstehen, lachten und wurden nach und nach lenksamer.Seve wußte seine schwierige Aufgabe mit großer Einsicht und Beharrlichkeit zulösen und auf die Stimmung der Gemüther klug zu wirken. Eines Tages, als einGlied Feuer gab, pfiff eine Kugel an seinem Kopfe hin.Ihr Ungeschickten!" rief erkaltblütig, befahl noch einmal zu laden und zu feuern. Sie feuerten, aber keine Ku-gel pfiff. Dieser Zug von Festigkeit und Unerschrockenheit entwaffnete die Türken;sie schloffen sich traulicher ihm an, gaben allmälig ihre Vorurtheile auf, und mehreseiner Zöglinge wurden ihm herzlich gewogen. Zu gleicher Zeit wurde von demfranzösischen Arzte Duffap ein Militairspital angelegt, und man mußte Casernerrbauen, da immer mehr Kriegsvölker sich sammelten, zu welchen allmälig auch vieleägyptische Araber (Fellah) kamen, die entweder freiwillig Dienste genommen hatten,oder von den Dorfvorstehecn waren ausgehoben worden. So war bald eine Scharvon 4000 M. gesammelt. Ein anderer Franzose, Gonon, dem der Pascha beson-ders gewogen war, legte ein Zeughaus in Kahira an, richtete Werkstätten zum Gießenund Bohren der Kanonen und Waffenschmieden ein. Es wurde Salpeter bereitet,und die ehemalige französische Pulvermühle auf der Nilinsel Rodah wiederhergestellt.

Das Bildungslager rückte nun Kahira näher, was jedoch nur allmälig ge-schah, da die schwarzen Rekruten das Klima Mittelägyptens sonst zu kalt gefundenhaben würden. Es war 1823 in der Nähe von Siut. Ibrahim Pascha, obgleicher Oberanführer des Heeres hieß, entzog sich den Krkegsübungen nicht und gab denAndern das Beispiel von Unterwerfung unter die Gesetze der Kriegszucht undDienstpflicht. Am Ende des Jahres 1823 bestand das neue ägyptische Heer bereitsaus sechs Regimentern von fünf Bataillonen, jedes Bataillon zu 800 M. Dasfünfte Bataillon bildete das Depot. Die Bataillone waren nach dem Muster derfranzösischen eingerichtet. Die Regimenter hatten Nummern und Fahnen vonweißer Seide mit Sprüchen aus dem Koran und dem Namenszeichen des Pascha.Bei der feierlichen Übergabe derselben im Der. 1825 stimmte der Imam arabischeGesänge an, und den Much der Moslem preisend, versicherte er, ein wahrer Gläu-biger könne allein 100,000 Christen oder Juden erlegen. Als die Fahnen vertheiltwaren, wurden Lämmer geschlachtet, und jeder Fahnenträger tauchte seine Rechte indas Blut und hielt sie dann an die silberne Fahnenspitze. Die Soldaten trugenJacken von rothem Zeuche, mit sehr weiten Beinkleidern, die aber von der Mitteder Wade bis zum Knöchel sich verengten, einen ledernen Gürtel und eine Mützestatt des Turbans. Die ersten Kriegsübungen im Großen geschahen 1823 unterIbrahims Anführung in Gegenwart des französischen und britischen Consuls undvieler Fremden. Die Reiterei blieb in dem alten Zustande. Sie ist in allen, demPascha unterworfenen Gebieten vertheilt, und steht unter den Kiaschefs, welche dieMannschaften sammeln. Bald kam die Zeit, wo die neue Schöpfung sich imKampfe erproben sollte. Das erste Regiment zog im Jan. 1824 zu dem Heere inSennaar, um die unregelmäßigen Kriegsvölker, die dort noch gegen die Schegia-Araber kämpften, zu unterstützen. Ein anderes Regiment ging zu gleicher Zeit nachHcdfchas, und einige französische Offiziere folgten dem Zuge. Die Wahabi staunten,

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