Druckschrift 
Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

32

Afrika

wie von Westasien gebührt aber unstreitig dem wahrheitliebenden, unermüdlichenSchweizer Johann Ludwig Burckhardt. Mit seltenen Vorkenntnissen und einerfeinen Beobachtungsgabe ausgerüstet drang er im Auftrage der englisch-afrikani-schen Gesellschaft nach mehrjährigen Reisen in Syrien durch Ägypten bis Dongolavor, durchstreifte die nubische Wüste und gelangte über Berber und Shendy nachSudan am rothen Meere, von wo er nach Mekka, und von dieser heil. Stadt nachdem Berge Arafat (Ararat) pilgerte. Als er 1815 auf dem schon früher von Hor-nemann betretenen Wege mit der Fezzan-Karavane nach dem Binnenlande ausbre-chen wollte, überraschte ihn der Tod zu Kahira. Kurz vorher waren zwei Deutsche,Hornemann und Röntgen, durch die libysche Wüste und Murzuk in das Innerevorgedrungen, Beide aber von einem plötzlichen Tode noch vor Erreichung ihresZweckes dahingerafft worden, Jener von einem Fieber, Dieser aber als ein Opfer raub-süchtiger Beduinen. Der Brite Leod entwarf ein sprechendes Gemälde von demdurch Dalzel und Norris nur oberflächlich gekannten Negerstaate Dahom«. Lyondrang 1819 mit seinem Freunde Ritchie (st. 20. Nov. 1819 zu Murzuk) inBegleitung des franz. Naturforschers Depont und des geschickten EngländersBclford, von Tripolis aus, bis an das Südende des Königr. Fezzan, die Wüste Bil-ma, vor, und bereicherte durch sein gediegenes Reisewerk, welches 1821 zu Londonerschien, die Kenntniß jener Länder. Der wackern Briten Oudney, Laing, Clapper-ton und Denham unermüdete Forschungen im Innern Afrikas, und ihrer AllerTod, sowie der ihrer Gefährten Toole, Dickson, Morrison, Pearce sind zu bekannt,als daß eine ausführlichere Erwähnung derselben hier an ihrem Orte wäre. Min-der bedeutend waren die Entdeckungen des Franzosen Mollien, der schon 1818das Stromgebiet des Gambia, Senegal und Rio Grande bis in die Nähe vonTimbo verfolgte. Vermißt man bei ihm Beobachtungen für die mathematische Erd-kunde, so hat er doch anziehende Nachrichten über sonst unbekannte Theile Sene-gambiens und die Hochebene von Futadjallon geliefert. Der Name MungoPark bezeichnet eine neue Periode in der Kenntniß von Afrika. Wenn er auf seinerersten Reise nicht weiter als bis Silla und an den Dscholiba vorzudringen vermochte,so erreichte er auf seiner zweiten Reise 1805 den Strom zu Bamaku, schiffte sichbei Sansanding ein und folgte dem Strome bis Cabra, Hussa und Bussa, von woaus er wahrscheinlich nach Timbuktu kam, zu Anfang Januars 1800 aber unfernBussa auf dem Niger bei einer Stromschnelle verunglückte und ertrank. Sein Be-richt hört mit dem 16. Sept. 1805 zu Sansanding auf. Nur hat man noch eineletzte zuverlässige Nachricht vom 19. Nov., ein Billet Park's an seine Frau. DieZeitfolge führt von Park zu dem amerikanischen Matrosen Robert Adams, auchBenjamin Rose genannt, der aber wegen Übertreibung Dessen, was er gesehen oderwenigstens gesehen haben wollte, selbst bei seinen Landsleuten keinen Glauben fand.Der Amerikaner Riley, der ebenfalls an der Westküste Afrikas Schissbruch litt und

Sklave des Maurenhäuptlings Sidi-Hamet wurde, erhielt von diesem wichtigeKunde über die Stadt Timbuktu. Die Briten Peddie und Campbell, deren

Forschungsreise sich ein Sachse, Adolf Kummer, angeschlossen hatte, nahmenihren Weg über den Rio Nunez, um nach dem Binnenlande vorzudringen; demZweiten allein gelang es, ziemlich nahe bei Timbo zu gelangen; doch alle Dreimehrten die Anzahl der Märtyrer für die Wissenschaft und sanken als Opfer desKlimas in ein sandiges Grab. Zwei bedeutende, oft fühlbare Lücken der Erdkunde

ferte Eowper Rose in seinem 1829 erschienenen Werke: ,,?our ^ears in Loutllern^fricn". Die Kenntniß von der Insel Madagaskar unter dem Könige Radama (st.

^ul> 1823) und dessen Witwe hellten besonders die beiden Englander Lyall undder Mchwnar Freeman auf. Letzterer hat das höchst interessante Tagebuch, welcheser wahrend seiner 1829 gemachten Reise durch diese Insel niederschrieb, im AprilhestedesHunrterl? cllronicle" für 18Z1 bekannt gemacht.

Ii

US-

«SM

ÄKS»*'

-KAMM,MchHMM

hn> Wölf

G

'S»..»

^7^

, "8 ^

KMSM

t