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-— die Bekanntwerdung Timbuktus und der Nigermündung — sind endlichdurch die Kühnheit eines jungen Franzosen Caille und der Brüder Lan-der ausgefüllt worden. Was seit Jahrhunderten der Neugierde, der Politik,dem wissenschaftlichen Bestreben Europas nicht geglückt war, ein Unternehmen,von dem zugleich die Aussicht auf weitere Forschung in dem bis jetzt ganzlich ver-schlossenen Binnenlande Afrikas abhangt, ist durch einen einzelnen kühnen Mannausgeführt. Der bescheidene Caille (s.d.) erklart, daß ihn die Preisaufgabe der geo-graphischen Gesellschaft in Paris zur endlichen Vollbringung des langst gehegtenPlanes angefeuert habe. Schon vor ihm hatte sich der Englander Laing (s. d.) dierathselhafte Stadt Timbuktu zum Ziele gesetzt. Er wollte nicht durch Burnu, wieseine unmittelbaren Vorganger, sondern auf dem geraden Wege über die Oase Agablydahin vordringen. Dieser edle Mann erreichte zwar den Zielpunkt der Forschungaller civilisirten Völker Europas, kehrte aber leider nicht wieder zurück. Die weni-gen Nachrichten Laing's über Timbuktu, welche nach Europa gelangt sind, stim-men vollkommen mit der Aussage Cailles überein. Dieser hatte, ehe er sich auf diegroße Reise begab, das Innere der von den Braknas-Mauren besuchten Wüstengesehen, indem er Adrien Partarrieu, der zur Expedition des britischen MajorsGray gehörte, begleitete. Er folgte oder zog quer durch Houghton's Weg,und kreuzte die Straßen Gray's und Dochard's, wovon die eine nach Faleme,die andere nach Paamina führte. Er gelangte von Labe aus in 107 Tagen überBaleya, Bure, Amana, Sogo, Sansanding, Jenne, in dessen Nahe er den SeeDubo —> mit den von ihm St. - Charles, Henri und Marie Therese genanntenInseln— fand, nach Timbuktu; allein wie wurde er in seinen Erwartungen ge-tauscht. „Ich hatte mir von der Größe und dem Reichthum dieser Stadt eine ganzandere Vorstellung gemacht", sagt Caille in seinem Berichte; „sie bietet beim er-sten Anblick nur eine Masse übelgebauter Häuser aus Lehm in der Gestalt vonrunden Hütten dar; nach allen Richtungen sieht man unermeßliche Flächen mitgelblich-weißem Flugsand. Der Himmel erscheint am Horizonte (des Abends) blaß-roth. Alles ist traurig in der Natur, rings Todtenstille, man vernimmt nicht den Ge-sang eines Vogels. Und doch hat es etwas Imposantes, eine große Stadt mitten aufSanösteppen zu sehen. In Betreff T.'s vermuthe ich, daß früherhin der Dscholibanahe bei der Stadt vorbeifloß, gegenwärtig strömt er acht Meilen nördl. und fünfMeilen von Cabra in gleicher Richtung. Im Vergleich mitJenne ist der Markt fastöde. Ihr Handel ist bei weitem unbedeutender als der Ruf verkündet; die Be-wohner sind Neger aus dem Stamme Kissur; ihr Fürst oder König heißt Osman;seine Würde ist erblich, die Nachfolge gehört seinem ältesten Sohne. Geschenkemachen all sein Einkommen aus; ein wahrhaft patriarchalisches Leben verbindetFürst und Unterthanen; jener ist selbst Kaufmann. T. mag ungefähr drei Miglienim Umfange haben, zwei große und fünf kleine Moscheen mit Minarets; keine Ring-mauer, der Eingang von allen Seiten offen; im Mittelpunkte, da, wo die Straßenzusammenlausen, steht ein Dum-Palmbaum. Außer diesem erblickt das Auge keineandere Vegetation in der wüsten Umgegend als einige verlorene Krüppelsträucher, wiez. B. Niinosn terrugineu, die höchstens vier Fuß hoch wird." Statt 200,000 E.,wie man früher glaubte, zählt T. höchstens 10 — 12,000 Seelen. Den Rück-weg nahm Caille über die ziemlich bedeutende Stadt El-Araran, die manfrüher für einen bloßen Brunnen hielt, und über die Wasserstellen und Haltpunkteder Wüste Tedeyni Amul-Gragim, El-Ekseif, Mayara Tasilet und Fez. AusCaille's Forschungen geht hervor, daß die Wassermasse des Dscholiba noch viel bedeu-tender ist als man glaubte. M. Park, der nur einen Arm sah, staunte über denmajestätischen Strom. Wenn der Lauf desselben unterhalb Timbuktu dem küh-nen Franzosen unbekannt blieb, so ergab sich doch, daß ein großer Arm sich bei Segoabtrennt und sich bei Jsaca (27 franz. Meilen unterhalb Jenne) wieder mit demConv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. I. 3
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