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Afrika
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— A., fast ganz in der heißen Zone gelegen, kennt nur zwei Jahreszeiten: dietrockene, den Sommer, und die nasse, den Winter. Im N. des Äquators trittdie Regenzeit bald nach unserer Frühlingsnachtgleiche, und die trockene bald nachunserer Herbstnachtgleiche ein. Im S. des Äquators ist der Fall umgekehrt. Au-ßerordentliche Hitze, besonders zwischen dem Atlas und dem Lande der Hottentotten,ist ein Hauptcharakter des Klimas. Aus dem Innern Afrikas, wo die erhitzte Luftüber die ungeheuren Sandwüsten wegstreicht, nimmt die Atmosphäre den glühen-den, erstickenden und austrocknenden Charakter an, den wir bald unter dem NamenSamum (arab., Gift), bald unter dem Namen Ehamsin (in Ägypten), baldals Harmattan oder als die Tornados kennen. In einem schwachem Zustandeerreicht dieser Windstrom auch das mittagliche Spanien, wo er Solans, und dasuntere Italien, wo er Sirocco heißt. Wenn er als Föhn die Schweiz erreicht, ister durch das Gletschereis der Alpen schon bedeutend abgekühlt, doch immer noch lau,schwer und beängstigend. — In keinem andern Lande findet man so ungeheureSand wüsten, denn die große Kobi in Hochasien hält mit der Sahara, dem wahrenSand-Ozean der Erde, keinen Vergleich aus. Ihr Name wird von dem ArabischenSahura bela-ma, d. h. Wüste ohne Wasser, hergeleitet. Sie dehnt sich zwischendem 15 — 30° N. B. in einer Breite von mehr als 200 geogr. Meilen und hierund da in einer noch großem Länge von O. nach W. aus, und nimmt einen Flä-chenraum von 50,000 HjM. ein. Die große libysche Wüste, welche mit ihremnordöstlichen Winkel innerhalb zweier Tagereisen von Kahira (an der Spitze desDelta, d. h. an der Stromscheidung des Nil, erbaut) beginnt, unterscheidet sich vonder Sahara wesentlich durah einen mehr mitRollkieseln und grobem Kies überschüt-teten, hier und da Spuren von Vegetation (Kalipflanzen) verrathendcn Boden,da jene mit ihrer todten Oberfläche, mit ihrem Gluthauch und heißen Flugsande schondurch das ewige Einerlei ein schaudererregendes Ansehen hat. Charakteristisch wie fürdas damit zusammenhängende Bahr bela-ma (Fluß ohne Wasser) ist hier die großeMenge versteinerter Holzmassen von den dünnsten Zweigen bis zu großen Baum-stämmen, die dem Lande den Anschein eines vom Meere verlassenen SeegrundcSvoll Überreste gescheiterter Schisse geben. Hier und da wird In der libyschen Wüstedas Auge durch eine Oase erquickt, deren sich eine ganze Kette an dem Ostrande derWüste parallel mit dem Nilstrome gegen das Mittelmeer hinzieht. Von diesen, ringsum ihr sie belebendes Eentrum bebauten und bevölkerten Stellen sind am bemerkens-wertesten: Die große oder südliche Oase, El Wäh el-Kebir, auch die Oase von The-ben genannt, 24 Stunden lang und 3—4 St. breit, von Arabern bewohnt, die un-ter einem Scheikh stehen. Die kleine nördliche Oase, nahe am Mörissee, mitmehren warmen und kalten Quellen. Die Oase Für ist nichts Anderes als dassogenannte Land Für (Dar-Fur), und besieht aus mehren, in einer länglich rundenGruppe liegenden Oasen, deren Beherrscher (Sultan) in ihr von Ort zu Ort wan-dert. Sie hat drei Haupteingänge, Sweini im N., Nil im ^O. und Kubkabiaim W. Kobbö ist in der Mitte. El-Kassar, ein von Felsen eingeschlossenesThal mit buschigen Anhöhen, Dattelwäldern und Brunnen; El-Hair, mit frucht-baren Weilen, Reis- und Gerstebau; Takel, westlich von El-Kharegh, und dieOase Farüfre, mit reichlichem aber trübem Wasser. Siwah, die berühmte Oasedes Jupiter Ammon, unter dem 29° 12" N. B. und 44° 54" O. L., 14 Tage-reisen in gerader Richtung von Alexandrien. In der Mitte der von Getreide-feldern, Weideplätzen, Orangebäumen und schattigen Palmenhainen bedecktenOase erhebt sich auf einer Fclsmasse burgähnlich der Hauptort Siwah, umwelchen in einzelnen Abständen von 4 bis ^ Stunden fünf Dörfer liegen, vo:»unruhigen, streitsüchtigen Arabern bewohnt. Die Bausteine der Häuser sindden Tempelgebäuden des thebaischen Gottes entrissen, von denen noch jetzt dieweitlausigen Ruinen die ehemalige Größe des Ammoniums verkünden. Überall