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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
28
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28 Afrika

Spuren von uralten Katakomben voll Mumkenreste. Agably, 33 Tagereisen vonTripolis, Z-des Weges nach Timbuktu gelegen; Tuat, auf dem gleichen Wege.Die Oase Augila, .1.3 Tagereisen im SO. von Bernyq (Berenice) und derMeeresküste, mit vier bewohnten Orten, und Palmenhainen, die wegen des Aro-mas ihrer Datteln seit Herodot's Zeiten berühmt sind. Fezzan, die große Oasein Herodot's Garamantenlande, eine von wüsten Gebirgen und Sandstreckenumgebene Insel, mit der Hauptstadt Murzuk, außer welcher nach Hornemannnoch 101 Ortschaften vorhanden sein sollen. Ihr Umfang betragt 00 geogr.Meilen von N. nach S. und 40 geograph. Meilen von O. nach W. Ga-dames heißt eine Oase, die am Südrande des Atlas im Biledulgerid (Dattel-land) sich an das Hochland der Berbern anschließt. Beide Oasenzüge, sowol deram Ost- als am Nordrande der Wüste, nehmen ihre Richtung aus dem Binnen-lande, und bilden historische Linien, die gleichsam von der Natur vorgezeichnetenBahnen des afrikanischen Völkerverkehrs der alten wie der neuen Zeit; sie sind dieHafenplatze für die Karawanen des Sand-Ozeans, und die Oasenbewohner entwederdie Wirthe der Ankommenden, oder die Gehülfen der Fahrt, oder die Eigenthümerder Waaren, welche auf diesem Wege von Asien her bis zum Senegal und von dabis zur neuen Welt in den Verkehr gelangen. Um wie viel wichtiger erscheinen siedaher außer ihrem physischen Interesse dem Anthropologen in geistiger Hinsicht, in-dem sie durch die regelmäßig wiederkehrenden Handels- und Pilgerzüge von W.nach O. und von N. nach S. den geistigen Verkehr der afrikanischen Völker, wiedas Herz den Blutlauf im Einzelmenschcn, befördern helfen.

Zwei Menschenrassen sind es hauptsächlich, die Afrika bewohnen, die kaukasi-sche im N. und die äthiopische im Innern und im S. Man unterscheidet nebenbeiUreinwohner: Kabylen oder Berbern, Kopten (Abkömmlinge der alten Ägypter,mit Griechen und Arabern vermischt), Äthiopier (Stammverwandte der Kopten),Neger, Kassern, Hottentotten, und Eingewanderte: Araber, Mauren, Habessinier,Türken, Juden und Europäer oder Franken, darunter vorzugsweise: Briten,Franzosen, Spanier, Portugiesen, Niederländer und Dänen. Der Sprache nachunterscheiden sich die Bewohner von Nordafrika als Berbern und Guanchen, Jenemit den Dialekten Tamazehgt, Schowieh, der Syouahsprache, der Cabeyli undGebeli, Tuaryk und Brito-Maroc-Mundart; Dstse mit der heutzutage noch üb-lichen Sprache auf Canaria, Teneriffa, Lanzerota und Gomera. In Mittelafrikasprechen die Völker gen NO. hin altkoptisch, koptisch, memphitisch, sahitisch, basch-murisch-ammanisch, äthiopisch, die Sprache Lisanah-Gheez und die Amhara in ver-schiedenen Dialekten. Im westlichen Theile der Sahara sprechen die Afrikaner jenach verschiedenen Völkerstämmen verschiedene, mehr oder minder bekannte Mund-arten, unter denen sich die von Winterbottom mit dem Italienischen verglicheneFulahsprache, die von den afrikanischen Alpenvölkern und in dem Susadialekteauch auf der Sierra Leone gesprochen wird, vor allen andern durch ihre Lieblichkeitauszeichnet. Sie ist schon dadurch merkwürdig, daß sie die erste ist unter den Neger-sprachen, in welcher eine ganze Reihe christlicher Religionsbücher (von der Societytor inissions to ^irioa »nck tlle Last) gedruckt worden sind, um das EHristenthumzu befördern, oder doch wenigstens dem Islam entgegenzuwirken. Bei den Ne-gern ist die Guber- und Sungaysprache vorherrschend. Wie auf der Südspitze die-ses Erdtheils die Beetjuanen, die Koranas, Damaras, Namaquas, Bosjesmannenu. f. w. das eigcnthümliche Stammvolk der Hottentotten bezeichnen, so haben alledic,e Horden ihre besondere Mundart, die sich in dem Maße verändert, als sie denKaffern oder den europäischen Niederlassungen näher wohnen. Die große Massedes Volkes in Afrika ist Fetischanbeter. Der Islam ist über den ganzen Nordenund bis tief in das Innere verbreitet. Die christliche Religion bekennen die Koptenimobern Nillande, und stimmen mit den meisten orientalischen Sekten überein. Die