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Afrika
allein General Geismar schlug die Albanesen bei Arnaut-Kalesi, worauf auch der
Pascha Mustapha den Frieden von Adrianopel anerkannte. Der Sultan gab jetzt(im Nov.) Befehl zur Räumung der Festung Giurgewo *) und anderer Plätze aufdem linken Ufer, die nun geschleift und mit der Walachei vereinigt wurden. Erwiderrief das gegen die Armenier erlassene Verbannungsedict und erließ, nach Auf-hebung des Lagers von Namis-Tschiftlik, eine Amnestie für die Bewohner der vonden Russen eroberten Provinzen, und versprach die Fermans zur Bereinigung der !sechs Districte mit Serbien zu erlassen; allein die wirkliche Räumung jener Bezirke !ward von den türkischen Einwohnern fortwährend verzögert. Ihrerseits räumtendie Russen am 20. Nov. 1829 Adrianopel und bald das ganze eroberte Land auf !dem rechten Ufer der Donau. Varna wurde erst im Iul. 1830 geschleift und ver- ,lassen, worauf sich das russische Heer in die Fürstenthümer zurückzog, welche nochjetzc unter russischem Schutze von ihren Hospodaren verwaltet werden. Unterdessenhatte Rußland die diplomatische Verbindung mit der Pforte erneuert. Die russ.Bevollmächtigten, Graf Alexis Orloff und Herr von Butaniess, kamen am 17.Dec. 1829 zu Konstantinopel an; der Erste war mit einer außerordentlichen Sen-dung und mit der Übergabe von Geschenken beauftragt; der Andere übernahm denGesandtschaftspostcn bei der Pforte. Seitdem hat Rußland seinen frühern Einflußauf den Divan wiederhergestellt, und es ist keiner europäischen Macht, am wenig-sten den insurgirten Polen durch ihren Agenten, gelungen, die Pforte von dem rus-sischen Interesse ab- und in die Verwickelung der europäischen Verhältnisse hinein-zuziehen. (7)
* Afrika. Dieser kolossale, nahe an 600,000 HjM. haltende Erdtheilmit einer Bevölkerung von 100 >— 110 Millionen, diese ungeheure Halb-insel, welche zwischen dem 1 — 69° L. und 34° S. B. bis 37° 31/ N. B.liegt, durch den Isthmus von Suez mit dem übrigen Festlande der alten Welt zu-sammenhängt, das seit Jahrtausenden angestaunte Wunderland, in dessen glühen-dem Sande so manches Opfer der edelsten Wißbegierde ruht, hat von jeher die Au-gen aller gebildeten Völker auf sich gezogen und den Forschungsgeist der weisestensowie den Much der kühnsten Männer gereizt. Allein obgleich nur eine SpanneMeer (bei Gibraltar kaum 2^- Meile breit) diesen Erdtheil von Europa trennt, sosind doch nur seine äußern Umrisse bekannt. Sein Inneres deckt ein dunklerSchleier. Wenige haben es gewagt, ihn zu lüften, noch Wenigem aber ist es ge-glückt, das Gesehene lebend unter den Lebenden wiederzuerzählen. Die meistender unermüdlichen Reisenden, welche Much und Selbstentsagung genug besaßen,das Äußerste zu wagen, sielen entweder durch die Mordlust der barbarischen Hordenoder als Opfer des Klimas. Doch das letzte Iahrzehend hat die geheimnißvolleDunkelheit, welche Afrikas Innerstes deckte, um Vieles erhellt. Die Morgen-dämmerung ist angebrochen, die Nebel der Ungewißheit und der phantastischen Ein-bildungskraft fangen an zu sinken, und bald wird die Sonne der Cultur auch überdem Lande aufgehen, das noch vorKurzem zu einer ewigen Finsterniß und Barbareibestimmt gewesen zu sein schien. Die geographische Aufhellung seines Nord-,West-, >c?ud- und Ostrandes, sowie seines Innern, anschaulich zu machen, ist hierunsere Aufgabe. >— Wenn Homer glaubt, die Säulen des Hercules (Meerenge vonGibraltar) bilden die westliche Grenze der Welt, und die Grundpfeiler des Himmelsund der Erde, deren Hüter Atlas ist („Othss.", I, 32), ruhen auf einem unerforsch-lichen Grunde; wenn ferner der ägyptische Mönch Kosmas Afrika als einelänglich viereckige Ebene, noch einmal so lang als breit, rings vom Ozean um-geben, betrachtet, an deren Rande eine hohe das Firmament tragende Mauer sich
*) Giurgewo ist die erste Festung, welche je von den Türken im Frieden, krafteines ^.racrats, uoergeben wurde. Dies geschah am 11. Nov.
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