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Adams
Segel des Schiffes zu Zelten dienen und waren nachher zur Bekleidung willkom-men. In den ersten Jahren lebten die Ansiedler friedlich, und selbst die otahitifchenMänner ertrugen geduldig ihr Loos. Einer von der Schiffsmannschaft aber, der-bald nach der Landung durch einen Unglücksfall seine Frau verloren hatte, wurdsmismuthig und drohte, seine Gefährten zu verlassen, wenn man ihm nicht ein an-deres Weib gäbe. Die Ansiedler, die ihn, einen geschickten Waffenschmied, nicht gernverlieren wollten, zwangen einen Otahitier, sein Weib dem Ungeduldigen zu über-lassen. Die erbitterten Otahitier machten gemeinschaftliche Sache und sannen aufRache. Den Weibern der Europaer wurde der Anschlag verrathen, und sie eiltenihre Gatten zu warnen. In einen Gesang ließen sie die Worte einfließen: „Warumschärft der schwarze Mann seine Axt? Den weißen Mann zu tödten!" Es folgte nunein wilder Kamps, in welchem mehre Europäer erlagen. Eine kurze Friedcnszeit be-nutzten die argwöhnischen Weißen, die otahitischen Männer nach und nach aus demWege zu räumen. Als endlich der blutige Zwist (1793) geendigt war, gab es außerJohn Adams noch 3 Europäer, 10 otahitische Weiber und mehre Kinder aus derInsel. Einer der Europäer, ein Schottländer, der den Versuch gemacht hatte, aus derWurzel der Ti-Pflanze (Diucuemr terminaüs) Branntwein zu brennen, stürzte sichim Rausche von einem Felsen; ein anderer, der die Frau eines seiner Gefährten ha-ben wollte und, durch die erhaltene Weigerung erzürnt, seinen Landslcuten nach demLeben trachtete, wurde von ihnen getödtet. Adams und Poung waren nun (1799)die einzigen überlebenden erwachsenen Männer. Beide, besonders Poung, hatteneine ernste Gcmüthsart, und es war sehr natürlich, daß sie nach den furchtbarenAustritten, deren Zeugen und Teilnehmer sie gewesen waren, in sich gingen und andie Pflicht dachten, für die Bildung des auswachsenden Geschlechts zu sorgen. Eswurden regelmäßige gottesdienstliche Übungen, die jeden Sonntag gehalten wurden.Morgen- und Abendandachten in den Familien eingeführt, und die Kinder in from-mer Sitte erzogen. Poung, ein nicht ungebildeter Mann, der schon seit 1793 einTagebuch geführt hatte, leistete bei diesen Bemühungen den wirksamsten Beistand.Alls er 1801 starb, siel die Sorge für die Ansiedlung ganz auf A., und so schwierigdie Ausgabe war, so glücklich wußte er sie zu lösen. Er widmete seine ersten Bemü-hungen den otahitischen Müttern, um durch sie aus die Kinder zu wirken, und bei ihrerBilosamkeit machten sie ihm weniger Mühe als er gefürchtet hatte. Die Erziehungder Kinder, deren es 19 — 9 Jahren auf der Insel gab, hatte den besten Er-folg, und die sittlichen und religiösen Gewohnheiten des jungen Geschlechts befestig-ten sich je mehr es heranwuchs. Die Ansiedlung gedieh und bildete eine glücklicheund wohlgeordnete Gesellschaft. Die Zuneigung der einfachen Inselbewohner ge-gen den Vater der Ansiedlung war der beste Beweis der guten Früchte seiner Erzie-hung, und man kann nicht ohne Erstaunen sehen, wie viel ein ungebildeter See-mann durch kräftigen Entschluß und Beharrung bei guten Beweggründen vermochthat. Schon waren dunkle Gerüchte von der neuen Ansiedlung nach England ge-kommen, als endlich zu Anfange dieses Jahrhunderts ein britisches Schiff sie auf-fand ; erst später aber erhielt man durch den Befehlshaber der englischen FregatteBreton, der 1814 aus der Fahrt nach Chile die Insel berührte, genauere Nach-richten. Die Ansiedlung bestand aus 48 Menschen. Der Befehlshaber machteA. den Vorschlag, ihn nach England zu führen, und glaubte ihm Verzeihungfür die Theilnahme an der Empörung gegen Bligh versprechen zu können; Alleaber versammelten sich und baten den Capitain mit Thränen, ihnen den gutenVater A. zu lassen. Die nächsten Nachrichten von der Pitcairn - Insel gab O. vonKotzebue, nach den Mittheilungen des Befehlshabers eines amerikanischen Handels-schiffes, den er in Chile kennen lernte. Aus Otahiti fand Kotzebue eine ehemaligeBewohnerin der Pitcairn-Insel, die mit einem europäischen Schisse in ihre Hei-math zurückgekehrt war, si ch aber wieder nach der Insel sehnte, und von A. sagte, es