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deS vergangenen JahrzehendS führten einige pariser Ärzte diese Operation wieder indie Praxis ein. Man pries sie mit dem unserer Zeit und den Ärzten derselben eigen-thümlichen Enthusiasmus, und bald gab es keine Krankheit, gegen die man nichdmit dem besten Erfolge die Acupunctur gebraucht hatte. Dieser zu häufige, zu all-gemein empfohlene Gebrauch des Mittels war das Grab seines Ruhms, denn we-nige Jahre nachher, als das Jauchzen jener pariser Ärzte verhallt war, und bei deweuropaischen Collegcn keinen Wiederklang mehr fand, sprach man nicht mehr davon.Nichtsdestoweniger ist die Acupunctur häusig in der Hand des rationnellen Arztesein treffliches Mittel bei nervösem Hüftweh, bei der Lähmung der Augenlider, beilangwierigen Augenentzündungen, bei der Lähmung der Bewegungsnerven des Ge-sichts. Diese Operation ist nichts weniger als schmerzhaft. Wird sie gut ausgeführt,so folgt auf sie weder Geschwulst, noch ist sie mit einer Blutung verbunden. Be-dingte Wirksamkeit wird ihr kein rationneller Arzt absprechen. Leider benutzen siehier und dort Charlatans zur Erreichung ihrer Zwecke. Über die Art und Weise derWirkung der Acupunctur sind die Meinungen der Ärzte und Physiker noch sehr ge-theilt. Eins der besten Werke, das sich auf viele Erfahrungen stützt, ist: I. Clo-guet's „Ir-nte de l'acupimcture" (Paris 1826). (2)
Adams (John), der Patriarch der Pitcairnknfel (f. Bd. 8),ist erst durch Beechey (f. d.), der auf seiner Fahrt nach der Beringsstraße dieInsel berührte und viel Verkehr mit ihren Bewohnern hatte, nach seinen Cha-rakterzügen und seinen Schicksalen uns genauer bekannt geworden. Die umständ-liche Erzählung, die er dem britischen Seefahrer von der Entstehung und den Fort-schritten der merkwürdigen Ansiedlung gab, weicht in manchen Punkten von denfrühern Berichten ab, und es dürfte angemessen sein, diese Berichtigungen der seit-herigen Kunde hier zusammenzufassen. Das Schiff Bounty, unter dem strengenEapitain Bligh, das im Ott. 1788 nach Otahiti kam, verweilte volle sechs Mo-nate auf der Insel, als die Brotfruchtbäume, die es nach Westindien bringen sollte,nicht sogleich eingeschifft werden konnten. Dieser lange Aufenthalt auf dem üppigenEilande löste die Bande der Zucht, und Christian, der geschickte Steuermann desSchiffes, erbittert durch einen Streit mit dem Capitain, fand empfängliche Ge-müther bei dem Versuche, die Mannschaft gegen ihn aufzuwiegeln, als das Schiffwieder in die See gegangen war. Er hatte ursprünglich die Absicht, auf einem Floßnach Otahiti zurückzukehren, ergriff aber begierig den Vorschlag seiner Gefährten,sich des Schisses zu bemächtigen. So geschah es. Bligh und 18 Andere von derSchiffsmannschaft wurden in ein Boot ausgesetzt, und Christian blieb mit 24 aufdem Schisse. „Hurrah nach Otahiti!" war der erste Ruf der Mannschaft. DasSchiff steuerte jedoch nach der Insel Tobuai, und erst als es mislungen war, mitden Bewohnern ein freundliches Verhältnis anzuknüpfen, segelten die Englander,gegen Christian's Wünsche, nach Otahiti. Überzeugt, daß man in England balddaran denken würde, die Europaer aufzusuchen, und Otahiti kein sicherer Aufenthaltsein könnte, faßte er alsbald den Entschluß, eine unbekannte und unbewohnte Inselaufzusuchen; einige seiner Gefährten aber weigerten sich, ihn zu begleiten, wiewol sieihm das Schiff willig überließen. Acht von der Mannschaft, sechs Otahitier undmehre Weiber schifften sich mit ihm ein. Anfänglich wollten sie nach den Marque-sas - Inseln steuern, Christian aber, der Carteret's Reise (1767) kannte, hielt dievon diesem Seefahrer besuchte Pitcairn-Jnsel für eine angemessenere Niederlassung.Das Schiff landete am 23. Jan. 1790. Alles, was den Ansiedlern nützlich seinkonnte, ward ans Land gebracht, worauf einer von der Mannschaft das Schiff inBrand steckte. Man suchte eine passende Stelle für ein Dorf aus, der übrige Fla-chenraum der Insel aber ward in gleiche Theile abgetheilt. Die farbigen Gefährtender Ansiedler erhielten keine Antheile und sahen sich verurtheilt, als Sklaven denBoden für die Weißen anzubauen. Bis die Hütten errichtet waren, mußten dle