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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
8
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A Adrayamson

Standesherrlichkekt ausmachen. Die Berechtigung des Staats, auch privakrechtlicheVerhaltnisse, wenn sie dem Gedeihen des Ganzen nachtheilig sind, und besonderswenn sie durch Veränderrmg anderer Verhaltnisse ungerecht geworden sind, umzu-gestalten, kann keinem ernstlichen Zweifel ausgesetzt sein. Vergl. Grund eigen-thum (Bd. 4). (^)

Abrahamson (Joseph Nicolai Benjamin), danischer Oberstlkeutenantund Divisionsadjutant, der c^eohn eines verdienstvollen Vaters, der, wenngleicheifriger Militair (Capitain in der danischen Artillerie), sich noch mehr den Wissen-schaften widmete und als Dichter, Kritiker und Literator in der danischen Literaturberühmt ist. Geboren 6. Dec. 1789, betrat A. schon früh die militärische Bahnund durchlief schnell die ersten Grade in dem Artilleriecorps bis zum Secondlieute-nant, wozu er im 14. Jahre seines Alters befördert ward. Als ein danischesHülfscops nach Frankreich ging, wurde er als Capitain bei dem Generalstabe dessel-ben angestellt und benutzte den langern Ausenthalt daselbst, um sich mit dem damalsneuen Bell-Lancaster'schen Schulunterrichte genau bekannt zu machen. Nach Da-nemark zurückgekommen, strebte er dem vorgesetzten Ziele, seinem Vaterlande dieVortheile jener Methode zuzueignen, mit unermüdlichem, seltenem Eifer entgegen.Mit Einwilligung des Königs wurde sie in einigen der militairischen VolksschulenKopenhagens geprüft. Wahrend zu selbiger Zeit in Frankreich, Nußland und Ost-reich mit der Einführung dieser Unterrichtsmethode, aus Furcht, sie möchte den Nie-dern Volksclassen eine zu hohe nach Liberalismus strebende Bildung (so steht es indem dänischenConversations-Lcxicon eller encyclopadisk Haandbog", Bd. 28) ge-ben, wieder Einhalt gethan wurde, sing die dän. Regierung vom Jahre 1819 an,dieselbe mehr und mehr im Königreiche sowie in den Herzogthümern zu verbreiten.Nachdem eine Commission, unter dem Vorsitze des Bischofs Münter aus mehrenGeistlichen bestehend, die neue Lehrart untersucht, und unter A.'s Mitwirkung dienöthigon Verbesserungen und Modisicationen vorgeschlagen hatte, ging von der dani-schen Kanzlei eine Bekanntmachung aus, durch welche die Einführung der nach Be-dürfnis der örtlichen Umstände verbesserten Methode keineswegs befohlen, sondern nurallgemein erlaubt wurde; zur Prüfung derselben aber munterte man die gestimmtenWolksschulen der Städte und der Landgemeinden auf. Die Lehrart war mit Rück-sicht aus die Verhältnisse des Landes und auf diejenige Stufe, wozu die Bildung desVolkes sich bereits erhoben hatte, abgeändert worden; denn es war in Dänemarkseit 10t) Jahren nicht, wie in Frankreich und mehren Ländern noch jetzt, der Fall,daß in ganzen Gegenden keine Volksschulen vorhanden, und die Bewohner in dietiefste Unwissenheit versunken sind. In Danemark hat es der Volksuntcrricht,bei steter Aufmerksamkeit und Sorgfalt der Regierung, schon lange dahin gebracht,daß Alle ihre Muttersprache lesen, und die Meisten zugleich schreiben und rech-nen können. Auch höhere, jedoch nach der ihnen zu Gebote stehenden Zeit undnach ihrem Stande abgemessene Kenntnisse werden den geringem Volksclassenmitgetheilt. Es sind Volksbibliotheken in einigen Gemeinden entstanden, undUnternehmungen dieser Art können immer auf den Beifall und die Aufmunterungder Regierung rechnen. Unter solchen Umständen kann der wechselseitige Unterrichtnur unter gewissen Bedingungen als nöthig und nützlich in Danemark betrachtetwerden. Diese Methode wird daher nur bei dem Elementarunterricht angewandt,wo das Mechanische derselben eben am zweckmäßigsten, und Zeit 'und Kostenbeide von so großer Wichtigkeit für die arbeitende Classe in hohem Grade erspart.Mit Hülfe des wechselseitigen Unterrichts ist der Schullehrer im Stande, die Kindersich gegenseitig, unter seiner Leitung und Aufsicht, in den ersten mechanischen Übun-gen im Lesen, Schreiben, Rechnende, weiter zu bringen, wahrend er selbst Kabei Zeitgewinnt, wenn sie jene Vorübungen vollbracht haben, ihren Verstand durch unmit-telbare Unterweisung zu beschäftigen. Denn das Geistige so ist es der Wille der