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3 (1836)
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stört zu finden, das ist für zartfühlende Muttcrherzenmehr, als menschliche Kraft tragen kann. Da hat aberder Herr ihres Werks im Glauben, ihrer Arbeit in derLiebe und ihrer Geduld in der Hoffnung gnädig gedachr,und ist mit seiner Kraft in den Schwachen mächtiggewesen.

Er sei denn ferner ihres Lebens Kraft, ihr Schildund ihr großer Lohn!

Den in Dienst untergebrachten Pfleglingen, welchenicht zu fern von hier wohnten, haben sie noch dadurchnützuch zu sein gesucht, daß sie sie von Zeit zu Zeit be-sucht haben, was sowohl zur Stärkung derselben aufdem guten Wege gereichte, als auch die Herrschaft destomehr in der Geduld mit ihnen beharren ließ. Mit Er-laubniß der Herrschaften durften diese Pfleglinge auchvon Zeit zu Zeit das Asyl wieder an Sonntagen besuchen,was ihnen, wie den noch im Asyl befindlichen Pfleglin-gen, eine Aufmunterung gab.

Zugleich blieben wir mit den Herrschaften und Seel-sorgern dieser auswärtigen Pfleglinge in steter Correspon-dcnz, was um so nöthiger war, weil wir diese in ein-zelnen Fallen selbst gegen ihre unnatürlichen Aeltern vorVerführung schützen mußten.

Ein solcher Fall ereignete sich namentlich in diesen:Winter, wo die verwittwete Mutter eines hiesigen Pfleg-lings an diesen schrieb, daß sie todtkrank sck, und sienoch vor ihrem Ende zu sehen wünsche. Sie möge da-her an einen dritten Ort kommen, von wo sie zu ihr ab-geholt werden solle. Da wir aus mehreren GründenVerdacht gegen die Wahrheit dieser Nachricht schöpfenmußten, so schrieben wir zuvor an ihren Ortspfarrer.Dieser meldete uns, daß der ganze Brief, den die Mut-ter allerdings habe schreiben lassen, eine Lüge sei, dennsie sei gesund, Sie habe, eben erst aus dem Gefängnißzurückgekehrt, ihren Sohn zum Diebstahl verführt, daherhabe sie ihre Tochter wohl in diese Diebsgenosscnschaftrufen wollen. Nicht genug damit. Nachdem die Toch-ter von uns in diesem Frühjahr in Dienst untergebrachtwar, hatte die schändliche Mutter die Frechheit, sogar vorKurzem hierher zu kommen, um bei uns den Dienst derTochter zu erforschen, und sie daraus abzurufen, damitsie ihr, wie sie vorgab, zu Hause helfe. Wir wiesen sieaber ohne die verlangte Auskunft ab.