Dritter Bericht über das evangelische Asyl für weibliche Entlassene Aaiterswcrth Düsseldorf 1836, gedruckt in der I. C. Danzer'schen Buchdruckcrci. ' 4 <- ^>4 X. ^ V-., Lr X X So?-'' D r i t ter Bericht über -as evangelitche Asyl kür weibliche Entlattene zu Kaiserswerth, von Ende Juni 1835 bis Ende Juni 1836. Auch wahrend des jetzt abgelaufenen dritten Jahres seiner Wirksamkeit strebte das Asyl nach möglichster Erreichung seiner Aufgabe: denjenigen ticfgefallcncn weiblichen Entlassenen evang. Confession, welche wahrend der Haft Hoffnung zur Besserung erweckten, und nicht selbst ein passendes Unterkommen finden konnten, einen Zufluchtsort zu gewahren, wo sie bei Arbeit, christlicher Unterweisung und Zucht den Ernst der Sinnesänderung bewahren und starken konnten, und ihnen nachher einen Dienst bei wohlgesinnten Herrschaften zu verschaffen. Seit dein Bestehen der Anstalt sind 34 Pfleglinge darin gewesen, und 14 im Laufe des verflossenen Jahres. Bon diesen 14 hatten sich 3 des Diebstahls und der Lüderlichkeit, 1 der Landstreichcrei und Lüderlichkeit, 2 der Landstreichcrei und Trunksucht, 3 des Dicbstahls, 3 öffentlicher Unzucht und 2 der Landstreichcrei schuldig gemacht. Die Beschäftigung, Beaufsichtigung und Erziehung derselben ist von der Borstcherinn und der Gehülfinn, den Fraulein Göbel und Scheuten, und ihre religiöse Unterweisung und Seclenpflege von Pfarrer Fliedner in derselben Weise, wie der 2te Bericht nachwies, in diesem Jahre fortgesetzt worden. In dieser Pflege haben wieder erfreuliche Erfahrungen mit schmerzlich "betrübenden gewechselt. Wahrend des ersten Monates nach ihrer Aufnahme find in der Regel alle, auch die noch ganz ungcbesser- rcn, fleißig, bescheiden, allen Vorschriften äußerlich gehorsam, angeblich nach Unterricht begehrend, und voll Danksagung für die bessere Lage, in welche sie sich versetzt sehen. Das Gefängniß und alle damit verbundenen äußern bittern Folgen ihrer L-ünden stehen ihnen noch in zu frischem Gedächtniß, als daß sie sich nicht für den Augenblick gern den Bestimmungen einer Anstalt, wie das Asyl, fügen sollten, welche ihnen für jetzt ein freieres und angenehmeres Verhältniß darbietet, und sie in Zukunft vor dem erlittenen Elende will schützen helfen. Indeß schon im zweiten Monate verlieren sich bei den ohne Sinnesverandcrung Gebliebenen allmahlig die Spuren ihrer guten Vorsätze. Ihr Besserungseutschluß war nur aus sinnlichen Eindrücken, aus Angst vor dem erlittenen irdischen Weh entsprungen, nicht aus einer gründlichen Erkenntniß der Große ihrer sittlichen Schuld und ihres inneren Verderbens, nicht aus ernster Traurigkeit über ihren schändlichen Undank gegen Gott. Sie sind darum sehr schnell wieder mit sich zufrieden, schreiben die kurze äußere Umwandlung ihres Betragens einer innern Umkehr zu, und meinen jetzt schon eine viel bessere Lage zu verdienen, als das Asyl gewährt. Nun ist ihnen weder die Kost noch die Kleidung mehr gut genug, die gelinde, aber stetige Zucht wird' ihnen unerträglich, sie klagen, es hier schlimmer zu haben, als im Zuchthause und dürsten nach der alten, zügellosen Freiheit. Alle Ermahnungen und Warnungen sind vergeblich, und wenn schon unsere Geduld alsdann noch viele Versuche mit ihnen anstellt, ob sie nicht zur Erkenntniß ihres wahren Wohls kommen möchten, so sehen wir meistens im dritten Monate die Aussichten dazu so sehr verschwinden, daß wenigstens das Asyl die Rcttungo- arbeit an ihnen aufgeben muß. Für solche ist denn auch der Aufenthalt von 3 Monaten in der Anstalt in der Regel nicht zu kurz, um die erforderliche Prüfung mit ihnen anzustellen. An 3 der Pfleglinge haben wir diese traurige Erfahrung im letzten Jahre wieder gemacht. Vorzüglich schmerzlich war uns dieselbe an einem talentvollen' 17jahrigcn Zigeunermadchen, welche wir aus einem westphälischen Gefängnisse überkommen hatten. Sie war wild in dem unstaten Zigeunerleben aufgewachsen, das die scheu lange vcrwittwete Mutter mit den Söhnen führte, so daß diese bereits alle den Gefängnissen anheimgefallen waren. Sie liebte das Rauchen, den Branntwein, das Fluchen, schlechte Gespräche und Lieder, sowie zügellose Freiheit. Bisweilen hatte sie im Asyle besicre Augenblicke, wo sie wirklich fühlte und bekannte, anders werden zu müssen. Allein nur zu schnell bekamen alle Leidenschaften eines ungezähmten Naturkindcs bei ihr wieder die Oberhand, ein frecher, unbändiger Trotz, daß sie sich vor Wuth auf der Erde herumwälzt^ eine glühende Nachsucht, worin sie drohte, die Angeberinncn ihrer schlechten Streiche des Nachts zu erwürgen, und eine solche Lust zu dem alten Landstreichcrlcbcn, daß wir, obgleich wir ihrer Jugend wegen Monate mit ihr Geduld gehabt, sie doch endlich an die Polizei ihres Wohnortes zurücksenden mußten. Eine zweite, die wir nach dreimonatlicher Pfleae fortzuschicken genöthigt waren, eine lüderliche, nichr mehr junge Person und Gewohnheitsoiebin», enthüllte allmählig einen solchen Abgrund von Heuchelei, Wühlerei und Bosheit, wie wir noch bei keinem andern Pflegling wahrgenommen hatten. Als sie im Anfang nach ihrer Aufnahme die ernste Zucht im Asvlc bemerkte, beugte sie sich darunter mit großem Gehorsam, war ein Muster des Fleißes, der Dicnstsertigkcit und Brauchbarkeit zu allen Arbeiten, sehr aufmerksam im Unterricht und anscheinend außerordentlich hcilsbegierig. Hinter dein Rücken aber zettelte sie mit buhlerischer Verschmitztheit Liebschaften an, suchte die andern Pfleglinge dazu zu verführen, verspottete sie über ihr Lesen im Worte Gottes und suchte mit einem Gewebe von Lügen alle schuld von sich auf diese zu wälzen, voll tückischer Schadenfreude, wenn ihr dies zu gelingen schien. Eine dritte, zum zweitenmal wegen Diebsiahls ver- urtheilt, und sicherlich gewesen, war im Asyle ziemlich fleißig und stille, aber voll tiefer Eigengercchtigkcit, und so voll Neid und Mißgunst, daß sie stets die andern Pfleglinge sich vorgezogen glaubte, mit keiner Fürsorge für sie zufrieden war, und zuletzt sich weigerte, den Dienst, den wir ihr ausgemacht, und in den sie zuerst gewilligt, anzutreten, wieder aus Misgunst über die vermeintlich Hegern Dienste, die ihren Kameradinnen zu Theil ge- — 4 — worden. -Wir mußten sie demnach der Polizei ihrer Heimat!) überweisen. Mit dem Betragen der übrigen 11 Pfleglinge im Asyl durften wir im Ganzen zufrieden sein. 5 derselben baden Spuren einer gründlichen Bekehrung gezeigt, und wenn schon das neue Leben in ihnen noch schwach ist, und durch mancherlei Anfechtungen bedroht worden, so hoffen wir doch, daß der treue Hirte, der die verirrten Schaafe gesucht und zu sich zurückgeführt, sie auch ferner leiten und auf dem schmalen Wege bewahren werde. 8 derselben haben wir passende Dienste verschafft, und 3 befinden sich noch im Asyle. Eine dieser Pfleglinge kam vorigen Sommer, 15 Jahre alt, in die Anstalt, ohne konsirmirt zu sein, und ohne Schulkenntm'ssc, da sie durch die Schuld leichtsinniger Eltern wilv aufgewachsen und zum Betteln ausgeschickt worden war, auf welchem Wege sie denn auch stehlen gelernt hatte. Dies Kind war anfangs sehr trage zur Arbeit, widerspenstig und stumpfsinnig für alles Geistige. Allmählig entwickelten sich bessere 'Keime, so daß es lernbegierig und fleißig wurde, auch gegen die noch mächtigen bösen Triebe ernstlich kämpfte. Am Sonntag vor Pfingsten d. I. konnte es consir- mirt werden, und, nachdem wir es wegen seiner Jugend 10 Monate im Asyle gepflegt, haben wir es Pfingsten in Dienst zu einer christlichen Herrschaft gebracht, wo es sich bis jetzt zu ihrer Zufriedenheit betragr. Von den 7 andern Pfleglingen, welchen wir passende Dienste verschafft, hat sich eine bald daraus vcr- hcirathet, und betragt sich noch recht gut. 4 führen sich zur Zufriedenheit der Herrschaften auf, welche sie mit der Nachsicht und Liebe behandeln, deren sie noch bedürfen. Die 6te hat sich aber im Dienste dem Trunk wieder hingegeben, und die 7te ist nach wenig Tagen aus dem Dienste entlaufen. Da wir zu ihr, als einer alten Va- gabundinn wenig Vertrauen besaßen, so hatten wir dies bei ihrer Vermiethung der Herrschaft nicht verschwiegen. In Berreff der 10 früher in Dienst untergebrachten Asylspfleglinge, von welchen wir im zweiten Jahresbericht meldeten, daß sie noch die Zufriedenheit ihrer Herrschaften besäßen, wenn auch nicht alle in gleichem Grade, haben wir von 7 auch jetzt noch Günstiges zu berichten, und zwar von 5 in vorzüglichem Maaße. Die eine derselben, deren Verhcirathung wir im zweiten Berichte gemeldet, hat seitdem auch ihre Schwester aus einem lüderlichen Leben herausreißen helfen, und in Dienst untergebracht. Die zweite hat im Laufe des Jahres einen braven Mann gcheirathct, und beträgt sich recht gut. Auch 3 Andere machen fortwährend ihrer Bekehrung durch einen christlichen Wandel Ehre. Bon Einer derselben, welche die vcrsnnkenste unter ihnen gewesen war, durch jahrelange Lüderlichkeit, Land- streichcrei und Dixbstahl, so daß sie 3mal im Gefäng- Msie gesessen, schreibt uns die verehrte Pastorinn, welche mit ihrem Manne sie fortwährend in geistiger Pflege hält: „Sie arbeitet fleißig, obgleich sie viel kränklich ist; sie spinnt fürs Armenhaus feine Wolle, auch arbeitet sie für mich bald dies, bald jenes. In geistiger Hinsicht gclfl es recht gut mit ihr. Wie sich aus ihrem "ganzen Wesen crgicbt, so geht sie recht kindlich mit ihrem Gott und Heiland um. Lcrsteegen's Blumengärtlcin ist ihr alle Sonntage, die sie in der Regel bei uns zubringt, eine rechte Erquickung. Bald bringt sie mir diesen, bald jenen schönen Vers, der, wie sie sagt, ganz auf sie geschrieben sei. Auch scheut sie sich nicht von ihrem Gräüel- lcbcn zu sprechen, und Reucthränen feuchten dabei ihre Wangen." 2 Andere werden zwar von dem alten Leichtsinn wieder etwas stark angefochten, doch ist ihr Betragen noch der Art, daß ihre Herrschaften mit Geduld und Nachsicht sie hoffen zu größerer Festigkeit bringen zu können. Von 3 unter den 10 genannten müssen wir jedoch entschieden schlechte Botschaft melden. Eine ist aus dem Dienst weggeschickt worden, wegen schlechten Betragens, eine ist aus dem Dienst weggelaufen, und eine dritte ist wegen neuen Diebstahls wieder verhaftet. Won dcn^aus dem Asyle in früherer Zeit wegen Unlust zur Besserung fortgeschickten Pfleglingen betragen sich 2 noch immer wenigstens bürgerlich ehrbar. Auch hat diejenige unter ihnen, welche von ihrem Manne getrennt lebte, sich wieder mit ihm vereinigt, und somit 6 die Hoffnung erfüllt, welche wir deshalb im zweiten Berichte ausgesprochen, so daß der im Asyl in sie gestreute gute Saaure nicht ganz vergebens gewesen zu sein scheint. Die Arbeiten und Lasten der Vorsteherinn und Gehülfinn der Anstalt wurden in diesem Winter noch besonders vermehrt durch eine 8—vwöchcntliche Krankheit dreier Pfleglinge, deren eine im Gefängniß von einem Krätz- ausschlage schlecht geheilt worden war. Dieser brach hier wieder aus, und, als sie es entdeckte, hatte sie schon 2 andere damit angesteckt. Um diese 3 möglichst bald zu heilen, und die übrigen, deren damals noch 5 in der Anstalt waren, vor der Ansteckung zu sichern, übernahmen die beiden Pflegerinnen mit edler Aufopferung die Pflege der Kranken, nicht achtend die Gefahr, selbst angesteckt zu werden. Der Herr hat sie aber gnädig vor der Ansteckung bewahrt, auch ihre geistige und körperliche Kraft fortwährend mächtig gestärkt, wofür wir ihn um so mehr preisen müssen, da ihre Stellung so schwierig und ihr Amt ein ganz besonders geistermudendes und die Kräfte aufreibendes Amt ist. Das häufige Kommen und Gehen der Pfleglinge, welche, wenn sie kaum gehörig bearbeitet, angelehrt und erzogen sind, wieder durch neue ersetzt werden, bei welchen dieselbe Mühe von vorn anfangt, das unausgesetzte Beaufsichtigen und Bewachen dieser Personen bei Tag und bei Äacht, welche sich bisher meist Jahrelang in einem Pfuhl von Sünden gewälzt haben, und selbst im Gefängniß oft nur noch verschmitzter und verderbter geworden sind, ihre furchtbare Eigengercchtigkeir, ihr frecher Trotz und schlcchtvcrhehlte Bitterkeit gegen die liebende Zucht der mütterlichen Pflegerinnen zu der einen Zeit, chre heuchlerische Augendienern zu der andern, die rohe Unwissenheit und der ungeheure Leichtsinn selbst bei manchen besseren, dazu die Anfechtungen der Unglücklichen pon außen her, denen man sie nicht ganz entziehen kann, da sie in die bürgerliche Gesellschaft wieder eingeführt werden sollen, von wo man auf sie als auf eine leichte und erlaubte Beute von allen Seiten Jagd machsi dies alles täglich sehen, hören und dagegen kämpfen zr; müssen, und doch nach mehrmonatlichem Kämpfen, Wachen und Pflegen nicht selten die schönsten geistigen Hoffnungen bei ihren Pflegekindern in einem Äugcnblick zer- stört zu finden, das ist für zartfühlende Muttcrherzen mehr, als menschliche Kraft tragen kann. Da hat aber der Herr ihres Werks im Glauben, ihrer Arbeit in der Liebe und ihrer Geduld in der Hoffnung gnädig gedachr, und ist mit seiner Kraft in den Schwachen mächtig gewesen. Er sei denn ferner ihres Lebens Kraft, ihr Schild und ihr großer Lohn! Den in Dienst untergebrachten Pfleglingen, welche nicht zu fern von hier wohnten, haben sie noch dadurch nützuch zu sein gesucht, daß sie sie von Zeit zu Zeit besucht haben, was sowohl zur Stärkung derselben auf dem guten Wege gereichte, als auch die Herrschaft desto mehr in der Geduld mit ihnen beharren ließ. Mit Erlaubniß der Herrschaften durften diese Pfleglinge auch von Zeit zu Zeit das Asyl wieder an Sonntagen besuchen, was ihnen, wie den noch im Asyl befindlichen Pfleglingen, eine Aufmunterung gab. Zugleich blieben wir mit den Herrschaften und Seelsorgern dieser auswärtigen Pfleglinge in steter Correspon- dcnz, was um so nöthiger war, weil wir diese in einzelnen Fallen selbst gegen ihre unnatürlichen Aeltern vor Verführung schützen mußten. Ein solcher Fall ereignete sich namentlich in diesen: Winter, wo die verwittwete Mutter eines hiesigen Pfleglings an diesen schrieb, daß sie todtkrank sck, und sie noch vor ihrem Ende zu sehen wünsche. Sie möge daher an einen dritten Ort kommen, von wo sie zu ihr abgeholt werden solle. Da wir aus mehreren Gründen Verdacht gegen die Wahrheit dieser Nachricht schöpfen mußten, so schrieben wir zuvor an ihren Ortspfarrer. Dieser meldete uns, daß der ganze Brief, den die Mutter allerdings habe schreiben lassen, eine Lüge sei, denn sie sei gesund, Sie habe, eben erst aus dem Gefängniß zurückgekehrt, ihren Sohn zum Diebstahl verführt, daher habe sie ihre Tochter wohl in diese Diebsgenosscnschaft rufen wollen. Nicht genug damit. Nachdem die Tochter von uns in diesem Frühjahr in Dienst untergebracht war, hatte die schändliche Mutter die Frechheit, sogar vor Kurzem hierher zu kommen, um bei uns den Dienst der Tochter zu erforschen, und sie daraus abzurufen, damit sie ihr, wie sie vorgab, zu Hause helfe. Wir wiesen sie aber ohne die verlangte Auskunft ab. Welches Christen Mitleid wird gegen diese unglücklichen Pfleglinge nicht stärker, wenn er sieht, wie auf selche Art öfters die eignen Eltern nicht bloß den ersten Fall der Kinder beförderten, sondern auch die kaum vom Fall Ausgestandenen in neue künden zu stürzen suchen?— Außer den Haus- und Gartenarbeiten haben die Pfleglinge im Laufe des Jahres gearbeitet: 1) Für das Asyl: Genaht: 12 Betttücher, 2 Kissen, 6 Tischtücher, 12 Handtücher, 12 Küchcntüchcr, 17 Hemden, 16 Röcke, 19 Jacken, 12 Kleider, 29 Halstücher, 40 Schürzen, 6 Taschentücher, 33 Mützen. Gestrickt: 48 Paar Strümpfe, 14 Paar Handschuhe; angestrickt 6 Paar Strümpfe. Gesponnen: 10 Pfund Wolle, 7 Pfund Flachs. 2) Für Auswärtige: Genäht: 72 Manushemden, 28 Fraucnhcmden, 1 ganzes Bett, 3 Bettüberzüge, 2 Schürzen. Gestrickt: 16 Paar Strümpfe, 5 Paar Socken. Einnahme des Asyls, von Ende Juni 1835 bis dahin 1836. An Privatbeitragen: Von Ihrer Königl. Höh. der Kronprinzessinn von Preußen. -> Ihrer Königl. Höh. der Prinzessinn Friedrich von Preußen . . . . Ihrer Königl. Höh. der Prinzessinn Wilhelm, Gemahlinn des Sohnes Sr. Majestät.. „ Ihrer Königl. Höh. der Prinzessinn Wilhelm, Gemahlinn des Bruders Sr. Majestät ....... Frau Gräfinn von Schulcnburg, Oberhofmeisterinn Ihr. Kön. Hoheit der Prinzessinn Friedrich von Preußen in Düsseldorf . . . . . Frau Pastorinn Laufs in Düsseldorf Fräulein Wicring „ » Fcl. Müller in Krcfcld . Ge- Jährt. schenke Beitr. Lhl. Sgr. THSg. 17 _ 11 10 — — 9 15 — — 5 20 — — 5 20 8 22 - — 15 2 — Won Frau u. Frl. Müller in Krefcld Hm. Bgmstr. Lcißner» Conr. v. d. Lcycn „ ,, ,, Dr. Scheuten „ Winkclmann » Jacobs FrauGerh.Hcusmger „ .. einer Freundinn gcsam.» „ Hrn. Winkelmann gcs. ,, „ » Fr. Gondar aus Frankfurt a. M. Fr. Pfr. Döring ges. in Elbcrfeld » -- » » -- » Altcna .. Frl. Wischer in Elberfeld gesam « Fr. von Loor » . . ,, cincrFrcundinn» . . Fr. Simons „ . . .. Hm. Sch. Spinner .. . . .. dem Barmer u. Untcrbarmer Frau enverein durch Frl. Rubel, dem Frauen-MissionsvereininBar men durch Frau Ufer . . . >> Hrn. Klein in Barmen « Mich. Keuchen .. Pfr. Roffhack -> dem Damen-Gcfangnißvercin zu Dusseldorf. .. Fr. Amcis in Frankfurt a. M. .. Passavant .. ,, Fuchs, geb. Küster Lencsche „ Hrn. F. Küster .. einem Freunde in Neust . . . - Hrn. Ps. Rudolph in Rade vorm Wald .. Hrn. Pf. Pcuchen in Nuhrort Fr. Brandt „ " ^.Brandt .. .. „gcsam -- Fr. Genßler in Wierssen gssamm " " « .. Frl. Lups aus Orsoy . .. Hm. Match. Lüps .... . Geschenke Thl. Sgr. 1 1 7 2 1 1 3 1 5 4 74 6 1 1 63 6 3 9 2 1 29 20 1 3 4 15 20 10 15 18 '/- 20 67 - Jährl- Beitr. LHSg. 22 10 Bon Hrn. Candidat der Philos. Graß aus Riga. „ Fr. Kaufmann in Bremen . . .. Pf. von der Plocg aus Goch „ Hrn. A. Lambcrts, Chr. Sohn, in Gladbach.. Durch denselben gesammelt: Bon Hrn. Math Busch in Gladbach „ I. A. Brink .. W. Printzcn > » Fr. Wtb. A. Schmitz „ « Hrn. ?l. Lambert, I. Sohn ,, Fr. Wtb. W. Bornefeld Hrn. Chr. Busch >. >, „ M. Lamberts u. May einem Ungenannten Hrn. W. Busch scn. „ „ I, I, ,» I, Heim. Busch .. Jac. Lamberts « Helena Lamberts .. ,, Hrn. H. A. Horn « » Mark Lambcrts .. » « L- P. Krall » « Abr. Troost .. I. C. Jung Heinr. Hoffmann» Durch Hrn. A. Lamberts, Chr. Sohn ges. Bon Hrn. Chr. Lamberts, Joh. Sohn in Gladbach „ einem Ungenannten .. „ Hrn. F. C. C. Meters .. „ Heinr. Bölling „ „ » I. H. Lamberts „ Fr. Wtb. I. Schiffers Hrn.W.Eschenbrvcker « Gebr. Pferdmenges « Hm. Fr.W.Deussen.. I. P. Lenssen .. Geschw. van Hagen » Gc- Iährl. schenke Bcitr. Thl. Sgr. THSg. 2 25 5 20 — 1 4 — — 3 — — — 2 — — — 2 — _ _ 2 — >— — 2 — — — 2 — — — 2 — — — 2 — — — 2 — — — Y 1 1 17 -— — 1 — — — 1 — — — 1 — — — 1 — — — > 1 -- — — 1 — — — 1 — — 7- 1 — — — 1 -7- — -- 1 — 20 - - 20 — — -- 20 — 7- >— 20 — — — 10 — — — 10 — — — 10 —- -- — 10 — — — 10 — — — 10 — — — 10 — — 1t Ge- Jährl. schenke Beitr. Thl. Sgr. LHSg. Bon Hm. I.P.Wienands in Gladbach — 15 — _ „ I. G. Wirtz „ — 15 — — » F. W-Winands — 15 — — .. „ l>1e, « 1 10 -- — Fr. Reichard zu Hcrborn . . . — 15 — — „ « Pf. Berhoef in Wesel gest . 15 15 — -. „ „ -> Klönne in Kalkar „ . 3 20 — Hrn. Fr. Ncviand in Mcttmann . 1 — ,-, Frl. Engels gesam. >> 8 16V- — — Gcfangnißvcrein zu Duisburg durch Hrn. Herx ....... 10 — — _ » Hrn. "Criminalrichter Spener in Hamm......... 1 .- — — Fr. Prost Sack in Bonn gesam. 17 — — __ „ Frl. E. Focke in Berlin 3 — — Fr. Gräfinn von Dcrnath., 2 — — —7 Hrn. C. v. Rappard auf Pinne . 2 .- — -. v. RiffelmannaufTchönwald bei Spandau. .. 3 — — -. Fr. v. Risselmann auf Schönwald bei Spandau. 3 — — _ . Fr. Wintgens in Mors . . . _2 — — . „ Frl. Wintgens „ . . . 1 — — „ Fr. Gräfinn zur Lippe in Klcve . 1 — _ Gefanqnißverein „ „ 10 _ Hrn. Pfr. Esch in Kroncnberg . 1 — — Rubens „ . 1 _ _ Fr. Wülsing 1 — .. Hrn. Pfr. Keller in Erkrath gest 6 .- _ « „ Öderprediger Schikedanz in Münster ........ 1 — Fr. Superintendentinn Müller in Blasheim ........ o — _ 12 Von Hm. Pfr. Wiesmann in Lennep. .. Fr. Fuhrmann . „ Hrn. Vice-Gencral-Supcrintendent Küpper in Koblenz . . . . . Fr. Hütteninspektorinn Strauch in Aßlar. « Fr. Pfr. Völker in Neuborn » >, Reinhard in Kölschhausen Hrn. Pfr. Engels in Köln ges. . .. .. KalthoffinOtzerath ges. Kirchenrath Hoffmann in Braunfcls Fr. v. Frobel in Wetzlar gesam. unbekannter Hand durch Hrn. Bin- tcrim in Vaels ...... » Hr. Gen. Graf zu Dohna in Trier den jungen Gräfinnen Dohna « einer Freundinn in Wesel . . . » Siegen. . . Erlös von einem geschenkten silbernen Uhrgehäus. Summe an Geschenken. . . -> jährlichen Beiträgen . Aus der Ccntralkasse der Gefängnißgc- scllfchaft zu Düsseldorf . . . . Arbeitslohn für auswärtige Näh-, Strick- und andere Arbeit .... Erlös von verkauften Gartenfrüchten Ertrag einer kleinen Lotterie . . . Kassenbestand im vorigen Jahre. . Gc- Jabrl. schenke Beitr. Thl. Sgr, THSg. 1 1 — 1 — — 2 1 — — _ 1 74 9 '— — — 1 8 — — — 25 5 5 — — — 2 10 12-/2 — 18'/, — —- 657 39 18'/, — 50 — — 21 20 4 20 — — 48 15 — — 53 16/^2 — — Summe der Einnahme .>875 j j— Einnahme an Naturalien: 3 Pfund Wolle von Frau Pfarrer Veit zu Pleizen- bausen. 8 Pf. Spclzcgrics von Frau Göbel in Braunfels. 1 Bettjacke, 3 Halstücher, 3 Taschentücher, 1 Betttuchs 2 Küsienzüge, und Wolle und Baumwolle zu 2 P. Strümpfen, von Fr. Röhrig und Fr. Klein in Barmen. 5 Halstücher 3 P. baumwollene Strümpfe, 1 P. Handschuhe und l/^ Pf. Baumwolle, von Fr. Möhlcr in Erefeld. 0 Ellen Siamoisen und 1 Tuch von Fr. Fri- ckenhaus, 4 Halstücher und 2 Pf. schwarz Wollgarn von Frl. Siebcl in Elberfeld. Einige Reste Kattun, Sinnlosen und Nessel durch Fr. Pfr. Vcrhocff zu Wesel. 1 Dutzend Messer und Gabeln, 6 Brodmcsser, 6 Ellen Eattonett, 3 Halstücher, 1 Schürze, 1 Pf. grau Sayct und V, Pf. weiß und blau Nähgarn von Frl. Caroline und Albertine Pieper in Düsseldorf. 2 Kleider von Fr. Prof. Sack in Bonn. Baumwollzeug zu 2 Schürzen von Fr. Scheuten, geb. Lcyssncr in Krefcld. 1 Stück Kattun von einer Freundinn zu Mettmann. 1 Tabackspfeife zum Verkauf von einem Freunde in Barmen. 12 Eier von Fr. Müller in Beek. 1 Topf mit Apfelkraut von Fr. v. Hymmen in Düsseldorf. 1 Halstuch und l'/z Pf- farbiges Wollgarn von einer Freundinn in Siegen. Beiträge zu der kleinen Lotterie, welche die Vorsteherinn und die Gehülfinn des Asyls zu dessen Besten ausspielten, erhielten wir an Handarbeiten und Pretiosen von Frl. Auguste Jacobi in Düsseldorf, von Hrn. Pfr. Peuchen in Ruhrort, Fr. Pfr. und Frl. Nourncy in Baerl, Frl. Keller in Werden, Frl. Siebcl in Barmen, Frl. Lisette Schmilz, Amalie Brück und Christine Lamberts aus Gladbach, Fr. Müller aus Krefeld, Hrn. Pilgram aus Barmen und von einigen Freundinnen. Ausgabe von Ende Juni 1835 bis dahin 1836. Thl.Sg.Pf. Hauspacht v. 11. Nov. 1834 bis 1. Mai 1836. 75 Gartenpacht v. 17. Nov. 1835 bis dahin 1836. 20 Betten und Weißzeug . .. 64 21 0 Haus-, Küchen- und Gartenqeräthe und Bau- lichkeiten.. . . 201 25 Kost ..... . 180 21 11 Waichc, Licht und Brand. 66 26 9 Kleidung. 21 4 Gehalt der Gehülfinn.. . 40 Botenlohn ........... 23 9 6 Gerichtskosten für einen Pflegling . . . . 13 Unterrichts-, Erbauunqs- und Lesebücher . . 13 25 6 Außerordentl. Ausgaben für Arzt, Arznei, Porto, Stempel für Entlassungszeugnisse, Wirth- Ichastsgegenstände, Schrcibmatcrial rc. 60 12 1 Summe der Ausgabe . 820 6 10 Summe der Einnahme. 875 — 1 Bleibt Bestand t 45123! 3 14 Außerdem sind für die schon im zweiten Berichte erwähnte Synodalprcdigt des Pfarrers Fiicdner: „Die besondere Scelsorge, eine hohe Pslicbr der Pfarrer und Aeltesten", welche er zum Besten des Asyls herausgegeben, bis jetzt eingekommen: 167 Lhlr. Diese auf dem angegebenen besondern Wege eingegangene Summe, so wie das von rückständigen Subskriptionslisten dafür noch zu Erwartende haben wir beschlossen , als eisernen Bestand rentbar anzulegen, so daß nur die Zinsen davon jährlich für das Asyl verwandt werden, und hiermit der Anfang zu einem kleinen Fonds für die Anstalt gemacht werden soll. In Bezug auf die vorstehende Ausgabcrechnung haben wir als 'Erläuterung zu einigen Posten noch folgendes zu bemerken: Die Haus Pacht ist für 1'/? Jahr bezahlt, weil dieselbe, die früher nur jährlich auf Martini bezahlt wurde, in diesem Jahre von Leiten der hiesigen evang. Gemeinde halbjährlich zu erlegen verlangt wurde. Deshalb war Mai d. I. das neue halbe Jahr zu bezahlen. Die Baulichkeiten kosteten in diesem Jahre viel, weil in dem zum Hause gehörigen Stalle eine Waschküche eingerichtet werden mußte, so wie daneben eine kleine Badcstube, welche letztere der Herr Kreisphystkus Dr. Ebcrmeier zur Beförderung der Reinlichkeit der Pfleglinge nöthig fand. Sodann mußte auf dem Söller eine Weißzeug- und Kleiderkammer eingerichtet werden, und auf dem Hofe ein verschließbarer zweiter Abtritt. . Die Ausgabeposten für: „Kost" ist größer, als im vorigen Jahre. Rechnet man aber, daß die Pfleglinge in diesem letztverflossenen Jahre meistens längere Zeit im Asyle waren, als im vorletzten, so daß die 14 Personen in diesem Jahre zusammen Söhsi Monate sich darin befanden, die 14 Personen im vorletzten Jahre aber nur 43'/z Monate, so betragt die Kost für dieses letzte Jahr weniger als fürs vorletzte. Die Kost wird überhaupt nahrhaft, aber möglichst einfach eingerichtet. Fleisch wird zweimal wöchentlich gegessen. Mit dem Wechsel der übrigen Speisen richtet man sich nach der Jahreszeit, wie der Garten sie liefert, welcher die Küche für das ganze Jahr mit allen nöthi- gen Bedürfnissen versorgt, und, wie der zweite Bericht gemeldet, von den Pfleglingen allein bearbeitet wird. Als ein Beweis, wie man sich in Absicht der Kost der Einfachheit befleißiget, möge angeführt werden, daß selbstbercitcter Kaffee von geröstetem Korn von denPflcg- lingen wie von den beiden Pflegerinnen getrunken wird, was die Ausgabe für Kaffee 4mal geringer macht. — Auch genießen die Pflegerinnen in der Regel nur dieselbe Kost/wic die Pfleglinge, so daß die Direktion sie wiederholt hat bitten müssen, in Betreff der Kost auf die nöthige Stärkung ihres Körpers mehr Rücksicht zu nehmen. W ä sch e, Licht undBrand hat in dein letzten Jahre mehr gekostet, als im vorletzten. Die Ursache davon ist die oben erwähnte Swöchentliche Hautkrankheit dreier Pfleglinge im Winter, für welche ein besonderer Ofen geheizt werden mußte, und deren Wasche viele Kosten machte. Auch vermehrte dieser Borfall die Arbeiten im Hause, und verringerte dadurch den Arbeitsverdienst nach außen. Die ärztlichen Kosten sind dadurch auch gestiegen. Die Ausgabe für .Bücher" ist höher, als im vorigen Jahre, weil wir den Anfang zur Anschaffung einer kleinen, passenden Lesebibliothek für das Asyl gemacht haben. Da die Jahresrechnung indessen zeigt, daß die Größe der Ausgaben auch diesmal von der Größe der Einnahme überstiegen worden ist, so fordert uns dies Vertrauen zur Anstalt von Seiten all der edlen Geber und Geber- inncn, und ihre barmherzige Liebe zu den unglücklichen Gefallenen ^u vermehrtem Danke gegen sie auf, und zu innigerer Fürbitte um reichen Gnadenlohn von dem Ber- gelter jedes guten Werks. Unter diese Zahl der Wohlthäter des Asyls rechnen wir besonders die edlen Herrschaften, deren christliche Liebe die Pfleglinge in ihren Dienst hat aufnehmen lassen, und sie meistens mit mütterlicher Sorgfalt gepflegt hat. Zwei derselben haben zwei Pfleglinge hintereinander in Dienst genommen. Möge sich durch die Gnade des Herrn auch in dem angefangenen vierten Jahre die Zahl dieser und anderer 16 Gönner und Gönnerinnen der Anstalt mehren, damit dieselbe für eine immer größere Zahl verirrter Schwestern ein Zufluchtsort werde gegen irdisches Elend, eine Ucbcrgangsschule zum bürgerlichen, und ein Wegweiser zum ewigen Leben! Kaiserswerth, den 16. Juli 1836. Namens der Nhein.-Wcstph.-Gefangnißgesellschast. Die Direktion des evangelischen Asyls, v. Hymmen. Flicdner.