I)r. Gg. Schmidt, Das Geschlecht von Bismarck
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drei Schornsteinen und zwei Stockwerken über dem Erdgeschoß, ohnedas; der Turm, welcher mit dem einstmaligen Eingang zum Schloßam östlichen Giebel des Schloßflügels gestanden hatte, wieder her-gestellt wurde. Der praktische Sinn des Erbauers war auf Einfachheithingerichtet. Nur der prachtvolle Stuck an den Decken und Kaminenin einzelnen Zimmern, weicht ab von der sonstigen allüberall vertretenenEinfachheit. Über der schlichten Eingangstür und an der Decke desGartensalons befindet sich das Wappen des Erbauers, kombiniert mitdem Wappen seiner Gemahlin, der Katze mit der Maus im Maule,und init den Namen des Ehepaares. Auf der halben Höhe der Eichen-holztreppe im Innern hängt an der Wand ein gemalter alter Stamm-baum, welcher die Namen der Familienglieder abwärts bis zum Jahre1708 aufführt. Im Jahre 1806 haben ihn die Söhne der großenNation, vielleicht in einer dunkeln Vorahnung von dem Hasse ihrerEnkel gegen den Namen v. Bismarck, mutwillig durch Säbelhiebeund Bajonettstiche beschädigt (s. S. 7). Die Kamine waren viereckig mitholländischen Fliesen angelegt. Weil sie des Zuges ermangelten, gabihnen der Sohn des Erbauers, Georg Friedrich (Nr. 149), einedreieckige Form mit genau berechneten Maßen, wie er solche in Italiengesehen und schätzen gelernt hatte. Er selbst, im seidenen Schlafrock,legte mit der Mauerkelle Hand an das Werk. Der Fürst, welcher inKniephof unter rauchenden Öfen zu leiden hatte, verpflanzte die drei-eckige Mauerung aus seinem väterlichen Schlosse auch nach seinempommerschen Gute.
In betreff von Bauänderungen im Herrenhaus zu Schönhausen,welche Graf Herbert vornehmen wollte, schrieb sein Vater 9. Ok-tober 1890 aus Varzin: „Deinen Brief vom 24. o. erhielt ich mitDank. Der Küchenschornstein ist ein altes Wahrzeichen von Schön-hausen und trägt noch im Stein die Jahreszahl nach der Übergabe1562, und unsere Väter haben seit 200 Jahren darin gekocht." (Ineinem der Pläne des Architekten Schorbach zum Ausbau des Hauseswar die Beseitigung des Küchenschornsteins vorgeschlagen. DiesemVorschlag wurde aber keine Folge gegeben.) „Ist er Dir aber imWege, so nimm ihn fort, nur weiß ich nicht, wo dann der Küchen-rauch seinen Weg nach oben finden soll. Die Absicht des alten Baues