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Darlegung des Verfahrens der preussischen Regierung gegen den Erzbischof von Köln : vom 25sten November 1837
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III.

Hirtenbrief an die Pfarrer.

(Uebcrsctzuiig von Beilage U. p-z. 14.)

Ferdinand August, durch die göttliche Barmherzigkeit und Gnade des Heiligen Aposto-lisc hen Stuhls Erzbischof von Köln, desselben Apostolischen Stuhls geborner Legat, Graf Spiegelzum Desenberg und Canstein, der Heiligen Theologie Doctor u. s. w.

Ihr kennt die Verlegenheiten, geliebtesten Söhne, worin wir uns bis jetzt der sogenannte»gemischten oder zwischen Katholiken und Akatholiken eingegangenen Ehen wegen befunden haben.Daß in der Religion des Vaters oder wenigstens nach freier Uebereinkunft der Aelteru die Kindererzogen werden sollen, hat das Gesetz unsers Durchlauchtigsten und mächtigsten Königs befohlen,während die Katholiken von den Kirchengesetzen enger beschränkt werden, und noch Strengeresin der Kirche durch Gebrauch eingeführt und festgestellt ist. Die Schwierigkeit ist theils dadurchgewachsen, daß seit vielen Jahren in den östlichen Diöcesen des Reiches nicht dieselbe Observanz,die bei uns galt, noch eine damit übereinstimmende recipirt ist, theils dadurch, daß es nicht beiuns stand, die Kraft der kirchlichen Vorschrift aufzuheben oder deren Strenge zu mildern. Diedaraus erwachsenen drückenden Beschwerden und Verlegenheiten habt ihr mit uns gctheilt. Indenselben sind wir den Heiligen Apostolischen Stuhl, von welchem wir allein einen sichern und zu-verlässigen Rath und Hülfe erwarten konnten, mit der Bitte angegangen, daß durch sein Ansehenund seine Weisheit beseitiget werden möge, was uns an Bedenken und Hinderniß »och übrig ge-blieben. Wir haben die Angelegenheit dem Papste, als dem Stellvertreter unsers Herrn JesuChristi auf Erden, einfach, wie sie vorlag, auseinandergesetzt, und ihre vollständige Entscheidungseinem Urtheile unterworfen. Mit ähnlichen Bitten sind unsere Brüder, die Hochwürdigsten Bi-schöfe von Trier, Münster und Paderborn, den Stuhl des Heiligen Petrus gleichfalls angegangen,und wir haben diese Antwort empfangen:

(Folgt das oben in der Uebersetzung unter Nr. I. gegebene Breve.)

In diesen Bescheiden also, geliebtesten Söhne, besitzen wir eine mildere Erklärung und Vor-schrift für unser Verfahren, welche mit Rücksicht auf den Frieden und die Ruhe der Kirche ausder Fülle Apostolischer Gewalt gegeben ist; befolgen wir sie durchgängig, wie es sich geziemt, sowerden wir im Gewissen sicher sehn. Dieselbe in den einzelnen Fällen zur Vollziehung zu bringen,überlassen wir Euch, im Vertrauen auf Euren Glauben und Eure Gewissenhaftigkeit, auf EureBescheidenheit, Klugheit und umsichtige, von Geduld und Liebe beseelte Leitung. Eure Sorge, soermahnen wir, seh vorzüglich darauf gerichtet, daß den Gläubigen nicht bloß alsdann erst, wenn dieHeurath geschlossen werden soll, ihr Glaube und ihre Pflichten vorgehalten, sondern daß sie vonJugend auf in der katholischen Religion auf das sorgfältigste und genaueste unterrichtet werden, undfest darin gegründet sehen. Wenn die katholische Braut weiß, daß die Erziehung der Kinder vonder Willkühr des akatholischen Mannes abhangen werde, so daß sie in der «katholischen Religionerzogen werden, und sie zugleich von einem unentschuldbaren Leichtsinne geleitet, was Gott verhütenmöge, ungeachtet Eurer Unterweisung und Ermahnung, eine solche Ehe einzugehen sich unterfängt,so mögct Ihr nur die sogenannte und im Apostolischen Schreiben bezeichnete passive Assistenz aneinem ehrbaren, nicht geweihten Ort leisten. ' Da endlich in Betreff der gemischten vor einem aka-tholischen Pfarrer geschlossenen Ehen, von denen allein der Apostolische Ausspruch zu verstehen ist,welcher die ohne Beobachtung der vom Tridentiner Concil vorgeschriebenen Form eingegangenen Ehenbetrifft, bei uns bereits aller Zweifel darüber gehoben ist, ob sie vor Gott und der Kirche gültigund kräftig sehen, so bleibt nur das eine zu erinnern übrig, daß Ihr rücksichtlich der einzelnen Ehen,die trotz eines andern kanonischen Hindernisses trennender Art geschlossen sehn sollten, an Uns berich-tet, damit sie von der Wurzel aus geheilt werden. Die Gnade Gottes komme über Euch und derFriede des Herrn bleibe stets mit Euch! Amen.

Gegeben zu Köln, am I3ten October 1834.

Ferdinand August, Erzbischof von Köln.