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Darlegung des Verfahrens der preussischen Regierung gegen den Erzbischof von Köln : vom 25sten November 1837
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IV.

Schreiben des Bischofs von Trier an den Papst.

(Urbcrscxung von Beilage II. p->z. 1«.)

Heiligster Vater!

Es könnte auffallend erscheinen, Heiligster Vater, daß ich für die Hülfe, die den Bischöfender Kölner Kirchenprovinz durch das Schreiben des Papstes Pius VIII. glorreichen Andenkensvom 25sien März I83U in Betreff der gemischten Ehen gar sehr zur rechten Zeit gebracht wor-den ist, meinen schon längst schuldigen Dank noch nicht abgestattet habe. Ich könnte mich derEntschuldigung durch mein vorgerückteres Alter und meine Körpcrschwäche bedienen, wenn nicht eineandere gewichtigere Ursache zum Grunde läge: ich glaubte, warten zu müssen, Heiligster Vater,bis ich, durch die Erfahrung belehrt, über den veränderten Stand dieser Angelegenheit berich-ten könnte.

Sobald die politischen Hindernisse, welche die Bekanntmachung des Apostolischen Brcvesverzögert hatten, geHobe» waren, theilte ich dasselbe den Pfarrer» mit, die ich crnstlichst crmahnte,dessen Sinn mit Festhaltung der kirchlichen Disciplin, genau in Ausübung zu bringen, wie solchesdas Rundschreiben berichtet, von dem ich ein Exemplar ehrfurchtsvollst beigefügt habe.

Bei Entscheidung von Zweifeln der Pfarrer und bei Behandlung der ganzen Angelegenheitbin ich so verfahren, daß ich, so weit es erlaubt war, der von dem Kardinal Alb ani verfaßtenInstruction, welche Pius VIII. dem Apostolischen Brcve beifügen ließ, eingedenk blieb. Wenn zu-weilen von deren Inhalte wegen der in den Zeitverbältnissen liegenden Schwierigkeiten um ein Ge-ringes abgewichen werden mußte, so ist dies doch selten, und ungern, und wenn die Roth es ricth,geschehen.

Die ganze Angelegenheit steht nun so, Heiligster Vater, daß zwar nicht alle Schwierigkei-ten, um deren Entfernung wir den Heiligen Apostolischen Stuhl mit Bitten angegangen, gehobensind; aber was unbeschadet der Disciplin der katholischen Kirche bewilligt werden konnte, ist be-willigt worden. Für diese große Wohlthat fühle ich mich dem Heiligen Apostolischen Stuhl undDir, Keiligster Vater, verpflichtet, und erstatte dafür meinen untcrthänigstc» Dank. So lange dasLeben ausreicht, werde ich nicht aufhören, so viel ich vermag, die kirchliche Disciplin in dieserSache zu bewahren, und die göttliche Hülfe anzuflehen, daß ich dazu stark genug sehn möge.

Uebrigens, da der Ausgang dieser Angelegenheit zumeist von den Umständen, besonders abervon der Sorge und Vorsicht der geistlichen Hirten abhängt, scheint es mir wenigstens, HeiligsterVater, daß es nicht dienlich seyn würde, über diese Sache von neuem zu verhandeln, weil dadurchnur neue Aufregung veranlaßt, und heftigere Uebel hervorgerufen werden könnten, als die sind,welche wir verhindern wollen. Doch diese Sache überlasse ich, Heiligster Vater, gänzlich Dei-nen, Urtbeile.

Dies habe ich an dem Tage unterzeichnet, wo ich den Heiligsten Leib des Herrn als einer,der, wenn es Gott gefallen sollte, binnen kurzem den menschlichen Dingen seinen Abschiedsgrußsagen wird, zur Wegzehrung genommen habe. Meine Heerde Deiner Sorge und Obhut, Heilig-ster Vater, in Demuth empfehlend, bitte ich um den Apostolischen Segen.

Des Heiligsten Vaters

gehorsamster Sohn

(gez.) Joseph,

Bischof von Trier.

Trier, den 1. October 1835.

Dem

Heiligsten Vater in Christo, UnscrmHerrn, Papst Gregor XVI.zu Rom.