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Darlegung des Verfahrens der preussischen Regierung gegen den Erzbischof von Köln : vom 25sten November 1837
Entstehung
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Vierte Periode.

18355-1837.

Die Regierung ging, bei Wieberbesetzung des erzbischöflichen Stuhles, wobei sie mit demKapitel in einer zwischen ihr und dem päpstlichen Stuhle näher verabredeten Weise concurrirt,von dem Wunsche aus, dem großen und wichtigen Erzstifte einen durch streng religiöse Grundsätze,persönliche Frömmigkeit und kirchliche Erfahrung anerkannt hochgestellten Geistlichen zu geben.

Der Weihbischof von Münster schien dazu in mancher Hinsicht vorzugsweise geeignet.Seine Bemühungen für die Förderung der frommen Anstalten der barmherzigen Schwestern, undseine persönliche Frömmigkeit mußten ihn empfchlungswerth für das erste katholische Bisthum derwestlichen Monarchie in den Augen einer Regierung erscheinen lassen, welche furchtlos und klardie Förderung christlichen Glaubens und Lebens bei ihren Untcrthanen, ohne Unterschied des Be-kenntnisses, für ihr schönstes Vorrecht, für ihre heiligste Pflicht achtet. Wohl entging es ihr nicht,daß dieser Prälat früher Beweise von Eigensinn und bog priesterlichcr Anmaßung gegeben, und denStaatsbehörden dadurch viele Mühe und Arbeit verursacht hatte. Jenes Verfahren hatte ihmaber selbst bei seinen eigenen Glaubensgenossen geschadet, deren viele und achtbare ihn deshalb füreinen zur Behandlung der Menschen und Führung der Geschäfte wenig brauchbaren Man», meh-rere gradezu für einen Fanatiker hielten und erklärten. Dagegen stellte sich die gegründete An-nahme, es lasse ein gereiftes Alker, praktische Frömmigkeit und Uebung christlicher Liebe hoffen,daß er jetzt sich im Amte »veniger starr und befangen benehmen »verde. Allerdings würde eine nurauf die Leichtigkeit der Verwaltung bedachte, und nach der Popularität des Augenblicks strebendeRegierung bei solchen Umständen, die klar erkannt und ins Auge gefaßt wurden, keinen Augen-blick angestanden haben, jenen Gedanken fahren zu lassen. Die Preußische Regierung dachte anders.Sie war sich bewußt, nichts Unbilliges von dem neuen Erzbischof zu verlangen, keine Aufopferungeigener Ueberzeugung, keine Einengung seiner gesetzlich anerkannten geistlichen Wirksamkeit. Warumsollte also selbst dem strengsten Katholiken nicht der erzbischöfliche Stuhl eingeräumt »verde«, »venuseine Frömmigkeit und geistliche Erfahrung ihn dazu vorzugsweise zu bestimmen schien? Solltedie Regierung etwa annehme», daß eine entschiedene, ja ascetische kirchliche Frömniigkcit ihr wenigerGarantie biete, als eine minder kirchlich erscheinende Richtung, ein weniger strenger Sinn undCharakter? Sie entschloß sich, ihm die Königliche Empfehlung an das Kapitel, dein er fremdwar, anzubieten, mit einer Eröffnung ihrer Beweggründe und ihrer Erwartungen.

Diese Eröffnung sollte ganz den Charakter des Vertrauens tragen, welcher deutschen Regie-rungen eigen ist. Der Mißbrauch dieses Vertrauens und die ernsten Folgen desselben, haben dieRegierung gezwungen, bereits von den dabei gewechselten Aktenstücken zu reden. Sie »verde« umso unbedenklicher hier in ihrem ganzen Umfange gegeben. (Beilagen i. K.)

Ein vertrauter Freund des Erzbischofs, der gelehrte und fromme Domkapitular Schmül-ling in Münster, wurde von dem Ministerium der geistlichen Angelegenheiten auserschcn,um dem Weihbischof die Ansichten der Regierung vorzulegen und von ihm eine eben so offene alsvertrauliche Erklärung zu erhalten.

In der Zuschrift des Ministeriums vom 2Kstcn August 1835 (Beilage I.) sprechen sich aufsklarste die zwei oben angedeutete» Haupt-Tendenzen der Königl. Regierung, so »sie die Persön-lichkeit des Ministers aus, unter dessen Leitung, seit Herstellung des Friedens, der Name derBildungs-Anstalten der Monarchie sich über ganz Europa verbreitet hat: hohe Achtung vor Fröm-migkeit, in welchem Gewände sie sich zeigt, und das Vertrauen auf Erwiederung offener undzutrauensvollcr Behandlung. Niemand wird dieses merkwürdige Schreiben ohne die vollste Anerken-,nung solcher Motive lesen. Eine solche Sprache ist gewiß für den unbefangenen Sinn die besteAntwort auf die Angriffe, womit Unwissenheit, blinder Eifer und absichtliche Bosheit die KöniglicheRegierung verunglimpft, die angesehensten, erleuchtetsten und frömmsten Geistlichen verdächtigt, die

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