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Sesiaferdramen bcy den Italienern:
Sic Dichlart selbst ist von den italienischenKunstrichtcrn, bald gänzlich verworfen,ball, als eine der wichtigsten Erfindungendcr Vtation, hoch empor gcholen worden.An den erstcrn gehört, unter andern, Gra-viea, i> s lisZione pucrics, t.it>. II.§.XXIl. S.ni. und in dem Ickbro ckeilzH.XVII. S.igu.f. Ven.i7Zl.g. welcher behauptet, daß bei) der, denSchilfern zukommenden Lebensart, keine,mit dieser übereinstimmende, wahrhaft in-teressante dramatische Fabel, Statt habenkönne; zu den letztern Gius. Cef. Becclli,welcher in seinem Werke, ciello novcllakveiw, Vor. I7Z2. 4. S. 158 u. f. dage-gen sagt, daß man, be» demSchäfcrdra-ina, sieh nicht die Schäserwclt, so wie siejetzt ist, sondern so wie sie zur Zeit, danoch nicht prächtige Städte erbaut waren,ha Schäfcrstand noch gleichsam ein Haupt-stand dcr Erde war, u. d. m. denkenmüsse; allein er räumt denn doch selbst ein,daß wir von diesem Zustande nicht rechtviel wissen, und scheint ganz zu vergessen,daß cln solcher Zustand nicht bis zu einergewissen Verfeinerung, wie ihn z.B. Talsound Guarini darstellen, gebracht werdenkönne, ohne daß nicht vorher Städte,und wichtigere Stände entstehen müssen,dergestalt, daß eine solche verfeinerte Exi-stenz desselben, im Widerspruche mit sichselbst steht; daß, ferner, wenn der'Menschbep draincmscbcn, de» eigentlich sinn-lich, und vor Äugen ihm gezeigten Dar-stellungen , nicht, in dcr wirklichen Welt,um sich her, oder in den aus den Zustän-den der Vorwclt sich gebildeten Ideen,gleichsam ein Gegenbild, oder cln damitverwandtes, ähnliches Ding hat, er —wenigstens eine zu biegsame Einbildungs-krast besitzen muß, wofern er daran Thcilnehmen, oder dadurch getäuscht werdensoll; denn, meines Bcdünkens, ist, jedunkler dcr Sinn ist, auf welche» gewirktwird, die Einbildungskraft um desto chein das Spiel zu ziehen, und es mithindesto leichter, Empfindungen zu erwecken,dergestalt, daß bloS gelesene, bloS gehörte,blos zum Hören bestimmte Gedichte von
Schäfcrvorsällen, und noch mehr bloßeDarstellungen von bloßen Schäfcrempfin«düngen jener Beglaubigung aus der wirk-lichen Welt, oder aus Vorstellungen vongewesenen Zuständen derselben, weit min-der bedürfen, als Schäserdramcn, um aufden.Menschen zu wirken: ein Unterschied,aus welchem noch, unter den verschiedenenschönen Künsten selbst, unter Musik undMahlcrcy, unter Dichtkunst und Mahlcrcy,selbst unter Dichtkunst und Musik, woferndie crstere Darstellungen aus dcr eigentlichsichtbaren Welt liefert, in Ansehung ihrerWirkungen, und folglich auch in Rücksichtauf Wahl des Stoffes, und auf Bearbei-tung desselben, die wichtigsten Unterschiedeentstehen, welche, so wie die, daraus, daßdie Dichtkunst zwey Sinne zugleich, Ge-hör und Gesicht, beschäftigen, und auchihren Jnnhalc sowohl aus dcr hörbaren,als sichtbaren Welt, und oft aus beydenzugleich, nehmen kann, entstehenden Vor-züge derselben, im Vorbcygehn gesagt,noch wenig oder gar nicht, in Theoriccnerörtert worden sind. — Die Schäserdra-mcn in Italien bildeten sich aus dem, bei)seyerlichcn Gastmahlen jener Zeit, üblichemund bis zum Ausgange des i6tcn Jahr-hunderts fortbestehendem Gebrauche, Ge-dichte, zur Unterhaltung der Gäste, her-sagen, oder Heesingen zu lassen. (S. IlIdilorgimenco cl'Icolia noZli ilucii ccc.cli Lav. IZerrinelli, L>p. B.q. S. 108.)Es war natürlich, daß die blos erzählen-den, oder blos lyrischen Gedichte, in dcrFolge dcr Zeit, nicht Unterhaltung, nichtVergnügen genüg gewährten; und dä allcSnur auf dieses vorzüglich abgesehen war:so scheint die Wahl von Personen aus derSchäfer - oder aus der idealen Welt, zu-mal da jene Welt schon in den eigentli-chen Eklogcn erfunden war, dazu natür-licher, als aus dcr wirklichen. Auch er-forderten jene nicht so viel Personen zurVorstellung, nicht so viel Zurüstung, u.d. m. Das erste Stück dieser Art ist zwarnicht ganz eigentlich aus dcr Schäserwclt;enthält aber den Keim dieser Oichtungsartsehr sichtlich; cS ist der vrseo (hsvolo)des Agnolv Psliziano, dcr in den JahrenPp 4 ,474-