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im Völkern gemein ist. Diese stär-kere Menschen sind die Helden, unddie Thaten, wozu sie ihre höhereKräfte nöthig hatten, werden heroi-sche Thaten gcnennt.
Da es dein Menschen so natür-lich ist zu glauben, daß es größereMenschen gegeben habe, als sie znscincr Zeit sind, und da er ein na-türliches Wolgefalien an heroischenThatcn und an heroischer Gemüths-arr hat, so müssen sich die Künstlerdieses vortheilhasten Wahns bedie-nen, die Gcmüther durch Abschilde-rnng derselben zu erhohen. Diesesgeschieht am natürlichsten, wenn derStoff zu dem Werk aus dem Alter-thum genommen wird. Je höherman darin herauf steigen kann, jegroßer kann man die Menschen vor-stellen, ohne unwahrscheinlich zuwerden.
Die meisten Werke der griechischenWähler und Bildhauer, die meistenTrauerspiele der Griechen, warenaus den heroischen Zeiten genom-men. Und es kann nicht anders alsVortheilhaft seyn, wenn mau dieMenschen in dem Wahn bestärkt,daß es ehedem größere Menschengegeben habe. Aber der Künstler,der einen heroischen Stoff wählet,legt sich eine große Last auf. Wenner nicht im Stande ist feine Vorstel-lungen und fein ganzes Gcmüth überdie gewöhnliche Größe zu erheben,so tbut ihm sein heroischer StossSchaden. Nur der darf sich in die-ses Feld wagen, der mit Gewißheitempfindet, daß er sich weit überdie Denknngsart seiner Zeit erhebenkönne. Davon kann er sich nichtüberzeugen, wenn er nicht die Welt,darin erlebt, völlig kennt; wenn ernicht bei) den Handlungen und Ge-sinnungen, die die Menschen äus-sern, immer empfindet, daß sie un-ter dem sind, was er selbst in glei-chen Umstanden würde gethan oderempfunden haben. Er muß ein?weprer Theil.
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scharfsinniger Späher der Menschenseyn; muß die wichtigsten Männerseiner Nation kennen und übersehen;er niußGclegenheit gehabt haben dieGrundsätze, wornach sie handeln, ge-nau zu erkennen; er muß sich in ih-re Seelen hincinsetzcn kömun, umzn fühlen, was sie fühlen. Wenner sich alsdenn getraut, sich über siezu erheben, so mag er seine Kräftean einem heroischen Stoff versuchen.Aber wehe dem, der ohne dieses in-nige sichere Gefühl seiner eigenenGröße sich einbildet, man könne diemenschliche Größe durch Zusammen-häufen oder Erweitern über ihrMaaß erheben, wie man etwa kör-perliche Dinge größer macht. Nichtdie unbegranzte Einbildungskraft,sondern die ungewöhnliche Stärkedes Verstandes und Herzens, sinddie Mittel sich zum heroischen Stoffzu erheben.
Das Heroische besteht aber nichtblos in kriegerischen Thaten, oderin Ausführung kühner Unternehmun-gen; es giebt auch stille heroische Tu-genden. Alles, wozu eine außeror-dentliche Stärke des Geistes- eineungewöhnliche Kraft des Gemüthserfodert wird, ist heroisch. DerÄb-schicd, den Noah von dem Siphanimmt , da er ihm mit heiterm Ge-müthe sagt:
Geh, ich halte dich nicht, und weinenicht eitcle Thrstncn,
Daß du im Porte schon stehst, indem ichden Sturm noch besegle.
Unbethrstnt sieht das Auge dir nach, wic<mol das Gcmüthe
Blutend den Trost überdenkt, der meinemLeben geraubt wird *).
ist nicht weniger heroisch, als derHeldenmuts) einem sichern Tod ruhigentgegen zu gehen.
Sollte jemand fragen, wie dasHcroischo von dem Großen über-haupt unterschieden sey: so wärevielleicht dieses die richtigste Ant-wort,
5) Noach. vn. Gesang.
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