Druckschrift 
2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
487
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der Worte, und dadurch wird derEmdruk geschwächt. Und so geht esauch in andern Fällen. Wenn manalso dem Künstler die äußerste Sorg-falt empfiehlt, auch die geringstenFleken auszuwischen, so geschieht esnicht aus Wollust, oder darum, daßwir gerne das höchste Vergnügendaran haben wollen: sondern auseiner höhcrn Absicht, damit wir dieKraft des Works ganz empfinden.Dieses wird verständlicher werden,wenn man hier die Anmerkungenwiederholt, die an einem andern Ortevon der Einförmigkeit sind gemachtworden *).

Hauptgesims.

(Baukunst.)

Dieses Wort wird oft in der Be-deutung genommen, die wir demWort Gebälk gegeben haben **). obes gleich in dem genauesten Sinnblos von dem obersten Thcil dessel-ben, oder deni Kranz sollte gebrauchtwerden. Denn ein Gesims ist alle-mal etwas hervorstehendes, das zurVedckung und zur Vegränzung die-net; folglich ist das Hauptgesimsdas Gesims des ganzen Gebäudes,zum Unterschied der kleinem Gesimse,die über einzelcn Thcilen desselbensiehcn.

Die Hauptgesimse werden aufdrcycrley Art gemacht: >. als voll-ständige Gcbälkc, mit Unterhalten,Fries und Kranz; 2. mit bloßemUnterhalten und Kranz, ohne Fries,welches französisch oorniclle srclli-travee gcnennt wird, oder mit blos-sem Fries und Kranz ohne Unter-balkcn; z. ohne Unterbalkcn undFries mit einem bloßen Kranz. Dieerste Art ist also ein würklichcs Ge-bälk. Die zweyte Art muß nie ge-braucht werden, wo Säulen oderPilaster sind; weil da, sowol der

S. Einföl migkeit.

-) S. Gebälk.

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Unterbalken, als der Fries, ganzwesentliche Theile sind *). Aber angemeinen Häusern, wo weder Säu-len noch Pilaster sind, wird der Un-terbalkcn natürlicher Weise, als et-was, wozu kein Grund vorhandenist, weggelassen. In ganz gemeinenHausern kann die dritte Art gebrauchtwerden; alsdcnn wird das Hauptge-sims blos ein Kranz, wodurch dasganze Gebäude sein oberes Ende be-kömmt **).

Hauptnote.

(Musik.)

So nennt man insgemein in denobcrn Stimmen von mchreru, zu ei-nem Grundton angeschlagenen, No-ten, diejenigen, welche würklich zumAccord des Baßtones gehören unddie Harmonie bestimmen, um sie vonden blos durchgehenden zu unterschei-den: imBaß sind es diejenigen, aufwelche bey der Begleitung eine be-sondere Harmonie angeschlagen wird.In diesem Sinn ist jede Note, dienicht durchgehend ist s), eine Haupt-note. Man kann aber auch in derMelodie von mehrcrn hinter einan-der folgenden, und in der Harmo-nie von mchrern zugleich anzuschla-genden Noten, diejenigen die Haupt-noten nennen, welche die vornehm-sten sind, die dem Gesang oder derHarmonie den größten Nachdruk ge-ben, da die andern entweder bloszur Ausfüllung» oder zur Zierlichkeitdienen. In der Melodie sind dieNoten, worauf derAccent liegt, unddie auf die guten Zeiten des TaktSkommen, Hauptnoten, die mit mehrNachdruk müssen angeschlagen wer-den, als die andern. Es ist einewesentliche Regel für den guten Vor-trag des Gesanges, daß die Haupt-Hh 4 «otew

') S. Gebälk.

") S. Ganz; Ende,s) S. Durchgang.