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Nun ist der Klang einer reinen Say-te aus harmonischen Tonen zusam-mengesetzt, der Klang der unreinenSayte hingegen ist eine Vermischungharmonischer und unharmonischerTöne, die gewiß nur derjenige aus-findig zu machen und nachzuahmenim Stande ist, der die Harmonie voll-kommen versteht.
Darum muß ein guter Tonsetzernolhwendig sowol Harmonie alsMelodie besitzen. Man kann esnicht anders, als eine, sich dem Ver-fall der Kunst nähernde, Verände-rung der Musik ansehen, daß gegen-wartig das Studium der Harmoniemit weniger Ernst und Fleiß getrie-ben wird, als es vor unscrn Zeiten,im Anfang dieses und in den Heydenvorhergehenden Jahrhunderten ge-schehen ist. Da man nicht wol an-ders zu einer völligen Kenntniß derHarmonie kommen kann, als durchsolche Uebungen und Arbeiten, diesehr mühsam und troken sind, sowerden sie von vielen für Pcdantcreygehalten. Aber diese Pedanterey, dievollsiimmigen Chorale, alle Artender Fugen und des Contrapunkts,sind die einzigen Arbeiten, wodurchman zu einer wahren Fertigkeit inder Harmonie gelanget. Es ist deß-wcgen zu wünschen, daß die Art znsiudiren, die ehedem gewöhnlichwar, da man die Schüler in allenmöglichen Künsteleyen der Harmo-nie übte, nicht ganz abkommenmöge. Durch diesen Weg sind Han-del und Graun groß worden, unddurch die Verabsauinung desselbensind andre, die vielleicht eben so gros-ses Genie zur Musik gehabt habenals diese, weit hinter ihnen zurükegeblieben.
Die Wissenschaft der Harmonie istlange Zeit, beynahe wie ehedem diegeheimen Lehren einiger philosophi-schen Schulen, nur durch mündlicheUeberliefcrungcn forrgepfianzct wor-den. Denn was auch die besten Har-
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Monisten davon geschrieben haben,enthalt kaum die ersten und leichte-sten Anfange der Kunst. Es schei-net auch, daß die größten Meisterdie harmonischen Regeln mehr em-pfunden, als durch deutliche Ein-sicht erkennt haben; deßwegen siemehr durch Beyspicle, als durchVorschriften, unterrichteten. Manmuß dem Rameau die Gerechtigkeitwiderfahren lassen, daß er der erstegewesen, der diese Wissenschaft me-thodisch vorzutragen unternommenhat. Wenn also gleich in seinemSystem über die Harmonie viel will-kührliches ist, und sein Gebäude nochviel schwache Theile hat, so bleibetihm dennoch der Ruhm eines Erfin-ders. Und nun ist nicht zu zweifeln,daß die Harmonie nicht allmähligeben so, wie andre Wissenschaften,in einem gründlichen und zusammen-hangenden System werde vorgetra-gen werden.
Einige Bemerkungen über diesen Arti-kel selbst finden sich in der Einleitung zuI. N. Ferkels Allgcm. Geschichte der Mu-sik, S. 17.
Die, von dem, was die Alten Ha«mvnie nannten, handelnden Schriftstel-ler werden sich de» dem Art. Musik fin-den.
Don der Harmonie überhaupt, (nachMaßgabe dcsBegriffcS,welchen man, zu ver.schiedcncn Zeiten, mit diesem Worte ver-band) handeln; Lpisiols stv biormonicainstirurione. von dem Abt Rcgins, ausdem sten Jahrhundert, welche in Ger-bcrts Scripcor. cecies. Bd. >. S. 2Zc> ab-gedruckt ist, und wovon schon C. A. Hei«ncrt in Matthcsons Lrir. dckulica, Bd. i.S. 8z einen Auszug geliefert hat. --»»lstber ste barmnnics insiirucione, voneinem Bcncdictiner Hucbald, oder Ubald,aus dem >c>tcn Jahrb. in den vorher er-wähnten ücripr. eccles. Bd. i. S. lc>ZU. f. — b>e biarmoms er ste lgzrmli»nise clemcurii, l)isl. von Alarms Vi-
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