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2 (1792) [E - J]
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vor uns sähen. Dieses ist also dererste Vortheil, den wir vom Gruppi-ren haben, daß es die Hauptvorstel-lung des Ganzen erleichtert, undihm Klarheit, Einfalt, folglich Faß-lichkeit giebt. Durch das Gruppi-ren wird das Viele als wenig vor-gestellt, um auf einmal zu würken;daher oft der Charakter der Großeselbst, aus einer gcschiktcn Gruppi-rung entsteht.

Inden Gegenständen, die man aufeinmal übersieht, dienen die Grup-pen auch, der Menge der auf ein-mal vorschwebenden GegenständeOrdnung zu geben, und die Aufmerk-samkeit des Beobachters bei) der nä-heren Betrachtung derselben zu len-ken. Es ist gar nicht gleichgültig,auf welchen Theil eines Gcmahldesman dasAnge zuerst richte*). Manmuß die Hauptsache, das, wovondas übrige abhangt, eher als dasandre sehen, und von diesem attmäh-lig auf die mit ihm verbundenenThcile, in der Ordnung, welche dieNatur der Sachen erfodert, fort-schreiten. Diese Ordnung aber kanndurch die Gruppen angczciget wer-den. Das Auge fällt allemal eherauf das Große, als auf das Kleine,eher auf das, wo starkes Licht ist,als auf das schwächer Erleuchtete.Dadurch kann der Mahler das Augegleichsam zwingen, die Theile desGcmähldcs in der Ordnung, die erihm selbst vorschreiben will, zu be-trachten.

Endlich dienet das Gruppircn auchüberhaupt dazu, daß jedes Einzcledes Werks in seinem Rang, in sei-ner Abhänglichkeit und in seinemwahren Verhältniß zu den übrigenerscheine. In jedem Werke kommenkleinere und größere, wichtigere undunbeträchtlichere Dinge vor; dieVorstellung des Ganzen hat nur als-denn ihre Richtigkeit, Wahrheit unddie Würkung, die sie haben soll, wennS. Größe tl Th. S.4)? f.

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jeder Theil in dem ihm zukommendenRang erscheinet. Dieses aber wirddurch eine gcschikte Gruppirung er-halten. Die wichtigsten Theile kom-men in die Hauptgruppcn; in jederGruppe aber kommen wieder dieHauptthcilc an den sichtbarsten Ort,die Nebensachen aber dahin, wo siedie ihm zukommende Würkung ambesten thun. Es giebt in jedemWerke der Kunst Theile, die nichtals Thcile des Ganzen, sondern alsThcile größerer Haupttheile erschei-nen; diese kleinen Theile müssen soangeordnet seyn, daß es dem Augenicht möglich wird, sie gegen dasGanze zu halten; es muß sie nur ge-gen das kleinere Ganze der Gruppe,zu der sie gehören, stellen. DiesenKunstgriff hat die Natur an demBau des menschlichen Körpers aufdas Vollkommenste beobachtet. Esfallt Niemanden ein, die Nase oderden Mund in seinem Verhältniß ge-gen den ganzen Leib zu betrachten,sondern blos in dem Verhältniß ge-gen das Gesicht; dieses aber wird,als ein Hauptthcil, in seinem Ver-hältniß gegen den Rumpf abgemes-sen. So wissen gcschikte Baumeisterdie Thcile der Außenseite eines Ge-bäudes geschikt zu gruppircn, daßes uns nicht einfallen kann, klei-nere Theile, als Fenster, oder gaeeinzcle Glieder, gegen das Ganzezu halten, sondern allemal gegendie Haupttheile, von denen sie Theilesind.

Also hat nicht nur der Mahler,sondern jeder andrer Künstler die voll-kommene Gruppirung der Vorstel-lungen genau zu siudiren; denn jeglüklicher er darin ist, je vollkomme-ner wird auch sein Werk seyn.

Nicht nur die Gegenstände, dieman auf einmal übersteht, sondernauch die, die sich nach und nach dar-stellen, müssen gruppirt seyn, undhaben dieses um so mehr nöthig, jegrößer die Menge und die Mannig«

Ff 4 faltig-