Druckschrift 
2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
451
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Grund gemahlt werde. De Pilesralh überhaupt einen weißlichtenGrund zu nehmen; Titian, Rubensund andre große Coloristen sollendieses gechan haben. Lairesse Willbemerkt haben, daß zu Landschaftenein perlcnfarbiger Grund, und zuhistorischen Stükcn, die innerhalbeines Zimmers geschehene Handlun-gen vorstellen, der Grund aus Um-bra, zu Nachtstükcn der aus cölni-scher Erde, am besten scy. Man hatGemahlde von alten italianischenMeistern, die auf einen verguldetenGrund gcmahlt sind.

Man versteht aber unter dem Na-men Grund auch die Flache, aufwelcher, oder gegen welche, ein Ge-genstand gesehen wird- So ist derblaue Himmel der Grund einer Wol-ke, und eine einfärbige Wand desZimmers der Grund der in demZimmer gewählten Figuren.

Die Farbe des Grundes hat einengroßen Einfluß auf die Haltung desGemahtdes. Es ist eine allgemeineRegel, daß das Helle gegen dendunkeln, und das Dunkle gegen denhellen Grund stehe. Je braunerder Grund ist, worauf etwas weis-ses gcmahlt wird, je mehr wird esweiß scheinen, und auch umgekehrt.Jncaruat wird auf einem t'othenGrunde blaß, und eine blasse rotheFarbe wird auf gelbem Grunde leb-hafter und warmer. Es geHort zurErforschung der Geheimnisse desEolorits, daß man die WürkuNgen,die die Farbe des Grundes auf dieverschiedenen Gegenstande des Ge-mahldes hat, genau beobachte.Leonhard Sa Vinci hat Nach sei-ner gewohnlichen Scharfsinnigkeitauch hierüber wichtige Beobachtun-gen gesammelt, die man im hun-dert und sieben und dreyßigsten undfolgenden Abschnitten seines Werksfindet. Es ist jedem Mahlcr zurathen sie mit Aufmerksamkeit zulesen, und dann auf dieser Bahn

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der genauen Beobachtung weiter fort-zugehen.

Ausser de», angeführten Vlnc! handelt,unter mehrern, noch,Von dem Ordi»nieen der dunkeln Objecto gegen einen hel-len Grund, in der Rühe und Ferne der-selben Laircssc in dem qicn Kap. dcS4ten Büches seines großen Mahlcrb.so wie im «ten Kap.Von kräftigen Ob-jekten gegen schwache Gründe, und so hin-wieder; oder Dunkel gegen Hell, und Hellgegen Dünkel/' ---

Gründe n.

(Kupfcrilcchcrkunst.)

Eine polirte Kupftrplatte mit einemFirnis, der hier Grund heißt, über-ziehen, und sie dadurch zum Aetzentüchtig machen. Die Vollkommen-heit des Betzens hangt zum Theil vonder guten Beschaffenheit des Grun-des ab. Dieser muß so scyn, daßvon dem Reißen mit der Nadel nichtsausspringe, damit der Künstler dieStarke und Frcyheit der Strichevöllig in seiner Gewalt habe, unddaß das Aetzwasser nirgend anders,als in die mit der Nadel gerisseneStriche eindringen könne. Dieseshangt von der Güte des Grundesoder Firnisses ab, dessen Beschaffen-heit an seinem Orte beschrieben wor-den. Der harte Firnis wird auffolgende Art aufdiePlatte getragen.Vor allen Dingen Muß diePlatte aufder gmcn Seite auf das sorgfaltigstevon allem Fette und andrer Unrei-nigkcit wol gereiniget scyn. Alsdcnnwird sie auf ein gelindes Kohlfeuergelegt, und warm gemacht. Wannsie durchaus wol warm ist, so tunktman eine Feder oder etwas derglei-chen in den Firnis und tragt an ver-schiedene Stellen der Platte selbigenauf, bis man ohngcfehr urtheilt, essey genug, um die Platte ganz dünnedamit zu überziehen- Alsdenn theilk

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