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werden. Dieses fühlt auch der roheunachtsame Mensch, und das nochnicht nachdenkende Kind. Man sieht,dasi bcyde mit der Wiederholung.lei-denschaftlicher Tone, eine gewissegleichförmige Bewegung des Kör-pers, ein regelmäßiges und in glei-chen Zeiten wiederholtes Hin - undHcrwanken desselben verbinden, wor-in ohne Zweifel der natürliche Ur-sprung des Takts zu suchen ist.Nichts ist bequemer, uns eine Zeit-lang in denselben Empfindungen zuunterhalten, als eine gleichförmige,in gleiche Glieder abgetheilte, Bewe-gung, wodurch die Aufmerksamkeitauf denselben Gegenstand festgehal-ten wird. Und so läßt sieh einiger-maßen der Ursprung des Gesangesbegreifen, den man durch eine, inbestimmter einförmiger Bewegungfortfließende! Folge leidenschaftlicherTöne, erklären kann. Bcy allenNationen, selbst denjenigen, die demStande der Wildheit noch am näch-sten kommen, findet man Tanzgc-sänge von genan bestimmten Taktund Rhythmus: und diese Beobach-tung bestätiget das, was wir vomUrsprünge des Gesanges angemerkthaben. Es ist zum Gesang nichtnothwendig, daß die Töne vonmenschlichen Stimmen angegebenwerden; denn auch einer bloßen Jn-strumcntalmclodie giebt man den Na-men des Gesanges, so daß die Wör-ter, Gesang und Melodie, mcisten-theils gleichbedeutend sind. Aber derGesang der menschlichen Stimme istfreylich der ursprüngliche und voll-kommenste, weil er jedem Ton aufdas genaueste die besondere Bildung,die der Affekt crfodert, geben kann;da einige Instrumente, wie das Cla-vier, ihn gar nicht modificiren kön-nen, andre aber es doch weit un-vollkommener thun, als die Kehledes Sängers.
Die wesentliche Kraft der Musikliegt eigentlich nur im Gesang; denn
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die begleitende Harmonie hat, wieRousseau sehr richtig anmerkt, we-nig Kraft zum Ausdrukf sie dienetblos den Ton anzugeben und zu un-terstützen, die Modulation merkli-cher zu machen, und dem Ausdrukmehr Nachdruk und Annehmlichkeitzu geben. Aber in der Melodie al-lein liegen die mit unwiderstehlicherKraft belebten Töne, die man fürMusterungen einer empfindendenSeele erkennt. Der Mensch hatdrey Mittel seinen Gcmüthszustandan den Tag zn legen; die Rede, dieMiene ncbst den Gebehrden, und dieleidenschaftlichen Töne. Das letzteübertrifft die andern an Kraft sehrweit, und dringet schnell in das In-nerste der Seele.
irrlrsnr sinmos llemillaper »urem,t^ewm quae keinr oeulis lud»jeöka 6).
Daher hat der Gesang über alleWerke der Kunst den Vorzug, umLeidenschast zu erweken. Die Zeich-nung giebt uns Kenntniß der For-men, und der Gesang erwckt unmit-telbar das Gefühl der Leidenschaft.Hiervon ist aber an einem andern Ort
aus-
') Hora; sagt le^nius. aber er redet vonder gemeinen Sprache. Des Dich-ters Anmerkung wird sehr zur Unzeitangeführt, um die Kraft der Mahle-rey über dicMuslk damit zu beweisen.Hora» sagt in dieser Stelle, die Sa»chen, die man sehe, machen stcickernEindruk als die, welche man nurauSErzählungen oder Beschreibungen ver-nehme, und dieses ist völlig richtig:wir sagen, daß überhaupt die Seeledurch das Gehör stckrker, als durchdas Gesicht gerührt werde, und auchdieses ist wahr. Die gebrochenen Töne,die der Schmer; einem leidendenMenschen auspreßt, dringen stärker inuns, als die Leiden ankündigenden Ee,slchtszügc. ?iüur»e cxx/z'cak-orer, ton»/ortt'oi'er,' guis illic llznis, lnc Morus.So urtheilct Lcibnil;. S. Orium tta-nov. p. i/o. n.UXIX.