Gen
mentcs der kaute, Nürnb. 1727. g. —
in Quauzens Anweisung zur Flöte —in Bachs Versuch über die wahre Art dasClavier zu spielen, und andern Anwei-sungen zum Clavierspielcn mehr, welchetcv dem Art. Instrumentalmusik an-gezeigt sind. —
Was die Erfindung des Generalbassesanbcrrift: so will ich solche mit den eige-nen Worten eines GcschichtschreiberS derMusik, hier erzählen. „Zu den Zeiten„des ViadaiuZ, sagt dieser, wurden die„Motetten mit Fugen, Syncopen, dem„geschmückten und gebrochenen Contra-„punct dergestalt ausgezicrt, und so ein-„zig auf die Harmonie Rücksicht gcnom-„nicn, daß zwischen der Musik und den Wor-ten keine Ucbcreinstimmung mehr Statt„hatte, und die Musik ein Gewirre und„Gezerre war. Diesem Ucbcl abzuhel-fen erfand Viadana die Monodien und„Conccrte; und da diese nun nicht ohne„Fundament oder Leitfaden bestehen kön-nen : so gab er ihnen in dem Bali gleich-faul einen Führer, ohne haß sie von dem„Organisten erst durften in die Tabulatur„gebracht werden." — S. übrigens dieArt. Begleitung, Bezifferung, -Har-monie, Sag, ti, d, m.
Genie.
(Schöne Künste.)
Es scheinet, daß man überhauptdenjenigen Menschen Genie zuschrei-be, die in den Geschäften und Ver-richtungen, wozu sie eine nqtürlicheNeigung zu haben scheinen, eine vor-zügliche Geschiklichkcit nnd mehrFruchtbarkeit des Geistes zeigen, alsandre Menschen. Der Mann vonGenie sieht in den Gegenständen, dieihn interessiren, mehr als andre Men-schen, cntdekct leichter die sicherstenMittel zu seinem Zwek zu gelangen,findet Hey vorkommenden Hindernis-sen glükliche Auswege, ist mehr alsandre Menschen, Meister seiner See-lcnkrafte, erkennet und empfindetschärfer als eilt andrer, hat dabey
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seine Vorstellungen und Empfindun-gen mehr in seiner Gewalt, da Men-schen ohne Genie von den ihrigcngc-führt und gelenkt werde». Also schei-net das Genie im Grunde nichts an-ders zu ftyn, als eine vorzüglicheGroße des Geistes überhaupt/ unddie Benennungen ein grostcr Geist,ein grostcr Ropf, ein Mann vonGenie, können für gleich bedeutendgehalten werden.
Doch erstrckt sich diese Große, diesich den Namen des Genies erwirbt,nicht allezeit über jedes Vermögendes Geistes. Es giebt Menschen, inderen Seelen alles groß ist, wiewoldiese höchst selten sind; andere besi-tzen nur cinzelcSeelcnkräfte in einemsehr hohen Grad, und werden da-durch weit mehr, als andre Men-schen, zu gewissen Verrichtungentüchtig. Man schreibt solchen Men-schen nicht schlechtweg Genie, son-dern eiiz besonders Genie für die Sa-chen zu, für welche sie vorzüglicheFähigkeiten haben.
Ucberhaupt scheinet es, daß in Hey-den Fällen das Genie eine besondereLeichtigkeit, die Vorstellungen anseinen hohen Grad der Klarheit undLebhaftigkeit, oder, nach Beschaffen-heit der Sache, der Deutlichkeit zuerheben, mit sich bringe. In derSeele des Mannes von Genie herrschtein Heller Tag, ein volles Licht, dasihm jede» Gegenstand wie ein nahevor Augen liegendes und wol erleuch-tetes Gemählde vorstellt, das er leichtübersehen, und darin er jedes Ein-zfte genau bemerken kann. DiesesLicht verbreitet sich bey wenigen glück-licher» Menschen über die ganze See-le , bey den meisten aber nur übereinige Gegenden derselbe». Bey die-sem erkeuchtet es die obere Gegenddes Geistes, wo die allgemeinen undabstrakten Begriffe ihren Sitz haben;bey andern verbreitet es sich übersinnliche Begriffe, oder dringt auchMl bis in hie dunklery Gegenden
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