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denn anzeiget, daß die Note nicht nurihre Zeit, sondern noch die Halstedarüber daure. So gilt ein Vier-tel mit einem Punkt ein Viertel und
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noch ein Achtel, das ist drey Achteldes ganzen Takts.
So wie die Noten ihre Geltunghaben, so haben auch die Pausen dieihrige. Davon aber ist im ArtikelPause gesprochen worden.
G e m a h l d.
(Mahlerey.)
Aa es uns hier nicht um die Erklä-rung des jedermann verständlichenWorts, sondern um richtige Begriffeder Sachen zu thun ist, so wollenwir die Beschaffenheit des Gemähl-dcs untersuchen, in so fern es einGegenstand der mit Geschmak ver-bundenen Kunst ist. Sicht manans den Geschmak, so ist jede Abbil-dung eines körperlichen Gegenstandesdurch Zeichnung und Farben ein Ge-mähld, und das Werk einer nichtleichten Kunst; denn es geHort vieldazu, die Formen der Korper so zuzeichnen, daß sie in dem Auge das-selbe Bild machen, das von denKorpern selbst würde gemacht wer-den, und noch mehr, daß der gc-mahlte Gegenstand vermittelst derFarben, des Hellen und Dunkeln,dem Auge als ein natürlicher Körpererscheine: aber die Kunst allein machtts noch nicht zu einem Gegenstanddes Gcschmaks. Soll das Gemahlddas Werk nicht einer mechanischen,sondern einer schäncn Kunst scyn, somuß der gemahlte Gegenstand mitGeschmak gewählt, und schon ansich, und ohne Rüksicht auf dieKunst, unserer Aufmerksamkeit Werthseyn. Wer Gegenstande mahlt, aufdenen keines Menschen Auge mit ei»
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nigem Nachdenken oder einiger Em-pfindung verweilen würde, kann sichals einen großen mechanischen Künst-ler zeigen; aber darum ist er keinSchüler der Musen, er ist ein Sohndes Prometheus, nicht des Apollo.
Jedoch kann man nicht in Abredeseyn, daß nicht schon der mechanischeTheil der Kunst, der blos auf dienatürliche Darstellung des Gegen-standes arbeitet, an sich einen Werthhabe, der schon für sich allein dieMahlerey nahe an die schonen Kün-stc bringt. Es ist kein geringes Ver-gnügen, zu sehen, wie bloße Farbenauf einer Flache, die gar nichts Kör-perliches hat, so künstlich neben ein-ander gesetzt und in einander ge-mischt sind, daß man eine würklicheLandschaft, mit Bergen und Tha-lcrn, Bachen und Flüssen sieht, daßman lebendige Menschen und Thierezu sehen glaubet, wo in der Thatnichts, als eine mit Farbe überstri-chcne Leinwand ist. Dieses ist eineArt von Zauberey, die uns zwinget,Dinge, die ihrer Natur nach unend-lich verschieden sind, für einerlei) zuhalten *), und die uns das volle Le-ben in dem völlig Leblosen zeiget.Hatte man das Wesen der schonenKünste blos in Crwekung angenehmerEmpfindungen zu suchen, so würdedie Mahlerey auch blos des Mecha-nischen halber, einen ansehnlichenRang unter ihnen behaupten.
Man kann also das Wesen des Ge-mahldcs darin setzen, daß es sicht-bare Gegenstande, die vortheilhaftauf das Gemüth würkcn, vermit-telst Zeichnung und Farben, als obsie in der Natur vorhanden waren,darstelle. Was durch die vortheil-hafte Würkung auf das Gemüth zuverstehen sey, wird anderswo aus-führlich erklaret **). Hieraus lassen
sich
-) S. Aehnlichtelt.
") S. Kunst.