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der Sache erhöht werde. Sie isteine zuversichtliche Auffoderung dieSache zu leugnen, weil man sicherist, daß sie nicht kann geleugnet wer-den. Also entsteht sie natürlicherWeise aus der Fülle der lleberzeu-gung, die keinen Widerspruch furch-tet; sie ist nicht nur an sich die kraf-tigste Bejahung, sondern macht, daßder Zuhörer, indem er aufgefodcrtwird die Sache zu leugnen, ihreWahrheit desto lebhafter fühle, weiler sie nicht leugnen kann; ob manihm gleich einigermaßen Trotz bietet,es zu thnn.
Hieraus laßt sich abnehmen, daßsie nur da müsse gebraucht werden,wo es nothig ist, dem Zuhörer eineoffenbare Wahrheit mit Kraft undNachdruk vorzustellen; nicht deßwc-gen, als ob er sonst die Wahrheitnicht erkennen würde, sondern weiler sonst nicht aufmerksam genug dar-auf seyn mochte.
Sie dienet auch, der Rede den Tonder Wahrheit und der Ucberzeugungzu geben, weil auch im gemeinen Le-ben dieMenschen nur alsdenn, wennsie innigst überzeuget sind, ohneUcberlegung sich dieser Figur be-dienen.
Sie muß aber nicht gemißbrauchtwerden: welches geschehen würde,wenn sie da vorkäme, wo es nichtnothig ist, den Sätzen einen beson-der« Nachdruk zu geben. Es ist da-mit wie mit dem Nachdruk, der ei-nem Wort oder einer Redensartdurch außerordentliche Erhebung derStimme gegeben wird. Der Red-ner wird frostig, wenn er dieses amunrechten Ort thut. Deßwegenmuß auch die Frage nur da vorkom-men, wo die Rede am interessante-sten wird. Junge Redner, die nichtgenug kleberlegung und Beurthcilunghaben, dieses zu fühlen, bringenbisweilen an gleichgültigen Stellendiese Figur an, um der Rede mehrLeben zu geben, und machen dadurch
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gerade, daß sie alles Leben verliert.Denn wer da wichtig thut, wo keinwichtiger Gegenstand ist, der wirdlächerlich. Es ist weit rathsamersich dieser Figur ganz zu enthalten,als sie am unrechten Ort anzu-bringen.
Es giebt auch Fragen, wodurchdie Rede blos naiv wird; weil sieetwas so einfältiges an sich haben,daß man glaubt, dem, der redet,auf den innersten Grund des Her-zens zu sehen; daher diese blos nai-ve Frage in der Fabel oft vorkommt.Es geschieht auf zweycrley Art: ent-weder thut der Dichter eine Frage,die im Grunde ein Stich ist, dener der Person versetzt, die er lächer-lich machen will; wie wenn Gel-iert in der Fabel von der Betschwe-ster fragt:
Was kann sie denn dafür, daß es dieLeute sehen?
oder er legt die Frage dieser Per-son selbst in den Mund, und machtsie so dumm, daß der Frager lache»lich wird.
Französische Schule.
(Zeichnende Künste.)
Es ist ein sehr uncigentlicher undunbestimmter Ausdruk, wenn manüberhaupt die Künstler, die sich inFrankreich berühmt gemacht haben,unter der Benennung der französi-schen Schule zusammenfaßt. Denndiese haben nicht, wie die Künstlereiner wahren, eigentlichen Schule,ihren besondern Charakter, noch ha-ben sie sich nach einem Muster gebil-det. Frankreich hat Mahler undZeichner gehabt, die man ihrem Cha-rakter nach zu der römischen Schulerechnen müßte; andre, die in ganzandre Classe kommen. Es geht alsogar nicht an, daß man FrankreichsKünstlern überhaupt einen Charak-ter bcylegc. Wollte man gegen sie
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