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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
251
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niß ihrer Hohe zur Dike und dieEinziehung oder allmahlige Vcrdün-nerung des Stammes, daß sie einenFnß und Knauf haben, daß der un-terste Theil des Fußes eine vierckigtePlatte, und der oberste Theil desKnaufs eine Tafel ist, und mehrsolche Dinge gehören zum Schli-chen und Tüchtigen; denn durch dieseEigenschaften wird die Säule tüch-tig zu tragen, was sie zutragen hat.So ist in einem schönen Gefäß, ineiner schönen Vase, blos körperlicheSchönheit mit Tüchtigkeit verbun-den, wenn die Form zum Gebrauch,den man davon macht, völlig schik-lich ist, oder ihn erleichtert. Sosind unfre Trinkgläser, da ein kleinerconischer Becher auf einem dünnenzum Anfassen bequemen, und untenmit einem breiten Fuß versehenenStamm sieht. Die körperliche Schön-heit mit Echiklichkcit oder Tüchtigkeitverbunden, sehen wir überall in denFormender Pflanzen und derThicre,und wir vermissen sie gar oft in denWerken der Kunst, wo die Zicrra-thcn ohne Beurtheilung angebrachtwerden, wie bey Messern, derenHefte so wunderlich gestaltet sind,daß man sie nicht fest anfassen, odermit so viel ekigten Zicrrathen ver-sehen sind, daß man sie ohne sich zuverwunden nicht lange fest haltenkann.

Gute Formen von der zweyten Artkönnen einen großen Grad des Ver-gnügens erwckcn. Das Pflanzen-und Thierreich ist voll von solchenFormen, die man nicht ohne inni-ges Vergnügen betrachten kann. Inden schönen Künsten zeiget die Bau-kunst manche Schönheit dieser Art.Eine nach dem guten Gcschmak derGriechen gebaucte Saulenordnungzeiget uns das Schöne mit dem Tüch-ligen und Schlichen in der cngcsicnVerbindung. Was kann fester, bes-ser zusammengefügt, zn seinem End-zwek schliche,-, zugleich aber rcgel-

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maßiger seyn, als jeder Theil der do-rischen Ordnung? Durch cjne glük-lichc Vereinigung des Schönen mitdem Tüchtigen und Schlichen, wer-den auch Werke der mechanischenKünste zu Werken des Geschmaks;und der Goldschmidt, dcrIuwcliercr,und so gar Handwerker von der nie-drigsten Classe können sich dadurchbis zum Rang der Künstler erheben,so wie im Gcgcntheil Künstler unterden Handwerksmann sinken, wennsie durch abgeschmakte Zierrachen sogar, was zur Tüchtigkeit am wesent-lichsten gehört, zerstöhren *); wieder wunderliche Mensch in Frankreich,der vor einiger Zeit ein Gebäude inForm eines Rhinoceros hat auffüh-ren wollen.

Die wichtigsten Formen, derenSchönheit bis ins Erhabene hinauf-steiget, sind die, in denen Schön-heit mit Schiklichkeit und sittlichemWesen vereiniget ist, wo die Materieein Ausdruk geistiger Kräfte wird;Seelen in sichtbarer Gestalt. Diesefangen schon in dem Thierreich an,und erheben sich allmählig durch un-endlich viel Grade bis zum höchstenIdeal der menschlichen Schönheit,als dem äußersten, das Menschen zuerreichen möglich ist. Die Naturund Kraft dieser Form, die auchschlechthin die Schönheit, das ist,das höchste Schöne, getrennt wird,ist wegen der Wichtigkeit der Sachein einem besonder» Artikel ausführ-lich entwikclt worden **),

Man muß in den zeichnenden Kün-sten , so oft als von Formen die Re-de ist, an den Unterschied dieser drcyGattungen der Formen gedenken;denn unter gleichem Namen werdensehr ungleiche Dinge ausgedrükt.Wenn von Schönheit der Formen ge-sprochen wird, so kömmt es.sehr viel

darauf

») S. Zicrrathen.

") S. Schönheit.