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mcn genennt zu werden, ist eine Fi-gnr, das ist, eine eigene Gestast derRede. Nachdem man einmal ange-fangen hatte, über die Sprache derRedner und Dichter nachzudenken,um den Ursprung der verschiedenenAnnehmlichkeiten des Nachdruks undder Hoheit derselben zu cmdckcn, hatman bald angemerkt, das; gewisseFormen, oder besondere Beschaffen-heiten des Ausdruks, eine besondereWurkung thun. Damir man mmdie verschiedenen Arten der Formenvon einander untcrscheidete, so muß-te man die vornehmsten mit beson-dern Namen bezeichnen, die eine eineAusrufung, die andre eine Wieder-holung, die dritte anders nennen.Dies ist der Ursprung der Lehre vonden Figuren, worüber die Lehrer derSprache und der Beredsamkeit sovielgeschrieben haben -H.
Wenn wir das Wort Figur in sei-ner allgemeinsten Bedeutung für diebesondere Form einer Sache nehmen,so gicbt es überhaupt drey Gattun-gen von Figuren; nämlich FigurenVer Sachen, die wir uns vorstellen,Figuren der Ordnung, Figurendes Ausdruks. Ziehen wir aber blosdie Vorstellungen in Betrachtung, inso fern sie in den redenden Künstenvorkommen, so müssen wir diesedrey Hanptgattungen der Figurenalso bestimmen. Die Figuren derSachen, welche bcy den lateinischen-Schriftstellern ll^ueas seutentiarulnheißen, sind besondere Formen derdurch die Sprache auszudenkendenSachen; dergleichen Figuren sinddie Diider, die Vcrgleichung, dieGleichnisse, das Beispiel und an-
IIIuN gemis orotionis, in guo perlzuanciain idspicionem, guog rinn 6i-cimuz, sccipi volumus; non uriczueconusrinm, ur in lroni», leg oliuglaiens, er suäiillri qusll invcnien-6un>. (Zninr.ix. 2.6;, Diese Ecklck-runa geizt mehr auf die Trorcn ins-besondre, als auf die Figuren über-haupt.
Fig 251
dre. Die Figuren der Ordnungsind besondere Formen in der Anord-nung der Begriffe und Worter, ausdenen eincHauptvorstclliing erwachst,dergleichen ist das, was man mit ei-nem griechischen Ansdeuk das7^orepov nennt. Die Figuren desAusdruks sind gewisse Formen indein Ausdruk der Worte, ki^uraechäkionis. Diese betreffen entwederblos das Mechanische der Worte, daz. B. etwa eine Sylbe weggelassen,oder eine hinzugesetzt wird; oder siebetreffen die Mechanik der Zusam-mensetzung der Wörter , da ganzeWörter ausgelassen, oder wiederholtwerden; oder sie betreffen endlich denSinn und die Bedeutung der Wör-ter; eine Ausrufung, eine Frage,eine Verwunderung, oder eine An-spielung.
Wir werden von den Figuren desAusdruks nur bcylaufig in verschie-denen Artikeln, wo die Gelegenheites mit sich bringt, dasjenige anmer-ken, was der Redner und Dichterdarüber zu bedenken hat. Von denTropen aber wird in einem beson-dern Artikel gesprochen werden.
Die Erfindung der Figuren dürfenwir eben keiner überlegten Kunst zu-schreiben. Sie sind vcrmuthlich alleso alt als die Sprachen selbst. DerAffekt, das Feuer des Redners, sei-ne Begierde nachdrükiich zu seyn,seine Begriffe sinnlich darzustellen,und zum Theil der Mangel der Spra-che, haben sie natürlicher Weise ohneUebcrlegung hervorgebracht. Denneigentlich ist jede Art zu reden, jedesWort, in so fern es außer seinerBedeutung, außer dem Sinn, et-was an sich hat, das aus dem Af-fekt der redenden Person entsteht,eine Figur.
Es wäre aber eine unendliche Ar-beit alle besondere Figuren zu betrach-ten, ihre eigentliche Beschaffenheit,ihren Gebrauch und Mißbrauch an-zuzeigen ; denn es gicbt, wie Daum-
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