Es Evo
Es.
(Musik.)
Vo nennen einige in Deutschlandden Ton, der gegen den unterstenTon unsers Systems, nämlich ge-gen L, eine kleine reine Terz aus-macht, und zwar defiwcgen, weilO die große Terz desselben ist. Erwird deswegen auch so bezeich-net Dieser Ton kommt aufnnsern Orgeln und Clavieren nichtvor, sondern an seiner Stellebraucht man die vierte Saytc, oderdas llis.
Wenn man die Lange der unter-sten Eayte L durch i ansdrükt, somüßte die Lange des Es 5 seyn *).Dis ist aber nur folglich ist esum ^z- oder ein Comma niedriger,als das Es seyn sollte. Dieses giebtdeswegen der weichen Tonart des eeetwas Empfindliches, wodurch siezu kläglichem und zärtlichem Ausdrnkgeschikt wird.
E V o v a e.
(Musik.)
Aiese sechs Vocalen, aus denenman ein Wort gemacht hat, kommenin den alten Tüchern über die Kirchen-musik vor. Man bezeichnet damitdas Ende oder den Schluß der Cho-rale, die mit den Heyden Worten 8ae-culorum Amen aufhören. DieTo-ne auf diese zwey Wortesind alsodasEvovae, wovon die Alten sehr weit-läufigen Unterricht geben; weil derOrganist die Verse der Lieder und derPsalmen allemal so schließen mußte,daß der Schluß sich zu dem Anfangeines andern zwischen zwey Versenliegenden Gesanges schiktc. Einenweitläufigen Unterricht davon findetman bey Murschhauser ').
') S. Terz.
mul>cc>. poetica kipzrtirsoder bohc Schule der musikalischenComposition, erster Thcil lv Traktat.4jCapitel.
Cur 151
E u r i p i d e s.
Ein tragischer Dichter in Athen, derjüngste von den dreyen, von denenwir noch ganze Trauerspiele haben.Er ist um die 75 Olympias oder dieZeit gebohren, da dicAthenieuser sehrgroße Siege über den Terxcs erfoch-ten haben. Sein Vater soll ihn erstzn den Leibesübungen erzogen haben,welche von den Athcnicnsern Pankra-tia genennt worden, und erst, nach-dem er in öffentlichen Spielen dieserLeibesübungen den Sieg erhalten,soll er sich auf die Beredsamkeit undDichtkunst gelegt haben. Er hortedcnAnapagoras in dcrWeltwcishcit,und war auch einer von den würdig-sten Schülern des Sokrates. Er hatin allem 92 dramatische Stüke ver-fertiget, darunter acht satyrisch, dieandern tragisch gewesen. Von denerstem ist nur eins, nämlich der Cy«klops, auf uns gekommen, von denandern aber haben wir noch achtzehnganze Stüke. Er hat funfzehenmalden Preis der dramatischen Dicht-kunst erhalten. Man sagt, er habeans Verdruß über die schlechte Auf-führung seiner zwcyten Frauen Athenverlassen, sich zu dem MacedonischenKonig Archclaus begeben, und seyin Makedonien, da er in einem Waldzu der Zeit fpatzieren gegangen, alsArchelaus auf die Jagd gekommen,von dessen Hunden in seinem siebzig-sten Jahre zerrissen worden.
Aristoteles räumet ihm unter al-len Dichtern, in Absicht auf das Tra-gische oder traurigmachende in sei-nen Vorstellungen, den ersten Platzein. Er ist in Ansehung der Großeiu den Charakteren feiner handelndenPersonen weit hinter dem Aesculusznrük. In Ansehung der Regelmäs-sigkcit semer Trauerspiele, und derEinfalt der Vorstellung, so wie inAnsehung des Großen, ist er auchdem Sophokles nachzusetzen. Er batsich wenig Mühe gegeben den PlanK 4 stiner