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2 (1792) [E - J]
Entstehung
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den hat, da entsteht die Einfalt vonselbst.

Die Einfalt des Ausdruks bestehtdarinn, daß man jeden einzeln Ge-danken geradezu, und nur in so vielWorten ausdruke, als nöthig sindihn richtig zu fassen: dieses aber kön-nen nur Menschen von der gesunde-sten und richtigsten Beurthcilungs-kraft. Diese Einfalt muß vorzüg-lich da herrschen, wo das Wesentli-che der Gedanken völlig hinlänglichist, das Gemüth ganz einzunehmen.Es ist damit so, wie mit jeder Aus-bildung eines einzelcn Thcites be-schaffen ; alles kommt dabcy auf dieeinzige große Regel an: Soviel, alsuorhrvensig; wenn nur der Künst-ler das Nothwendige einsieht. Nichtnur alle Zierrathen, alle witzigenEinfalle, alles glanzende in den Far-ben, alles woikliiigcude in den Wor-ten, das blos die Menge der Theilevermehrt, ohne die Hauptvorstellungzu verstärken, muß wegbleiben; son-dern auch alles das, dessen Abwe-senheit keinen würklichen Mangel ge-biebrt. Wenn ein gewisser Wolklangder Worte, ein gewisses Leben derFarben, ein gewisser Nachdruk derGedanken, eine gewisse einfache Ver-zierung eines Haupttheilcs hinläng-lich ist, die Vorstellung zu erweken,die der Absicht gemäß ist, so hüteman sich ihr mehr Glan; zu geben:denn das Mehrere würde nur blen-den, man würde den Glanz fühlen,und die Beschaffenheit der glänzen-den Sache nicht mehr sehen, so wieder, welcher in die hellscheincndeSonne sehen will, ihre scheinbareGröße und runde Figur nicht wahr-nehmen kann.

In manchen Fallen ist die edleEinfalt der Gewohnheit so sehr ent-gegen, daß der Künstler auch da,wo er sie erreichen könnte, sich scheuetes zu thun, aus Furcht den herr-schenden Geschmak zu beleidigen.Man ist in der Baukunst gewisser,

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der Einfalt entgegenstreitender, Ver-zierungen an einigen Orten so ge-wohnt, daß auch die Baumeister,die es besser wissen, sich von derGewohnheit hinreißen lassen. Diessollte aber keinen abhalten der Na-tur zu folgen. Es sind immer nochKenner vorhanden, die sein Werk znschätzen wissen, wenn der große Hau-fen es verachtet. Das Wesentlicheder Sachen ist unveränderlich; dasZufällige aber ist der unaufhörli-chen Abwechslung der Moden unter-worfen. Der Künstler also, der al-len Menschen und durch alle Zeitengefallen will, muß sich am Wesent-lichen halten, folglich der edlen Ein-falt befleißigen.

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Von der Einfalt überhaupt hon»dcln, F. I. Riedel, in s. Theorie der sch.K. und Wisscnsch. im 6tcn Absch». S. 77u. f. der itc» Aufl. (wenig befriedigend)

I. C. König, in f. Philosophie dersch. Künste, Nürnb. >784-j8- im :6tenAbschn. S. 4Z2 (zwar ausführlicher, aberkcineswcgcs befriedigender) Einzele,ganz gute Bemerkungen finden sich darüber,zerstreut, in den b.Iemenrz ot'Lriricism,als V. 1. S. 42.270. 278- B. z. S. 270.

z>; d. d. Uebcrs. zte Ausg. Von

der Einfalt, in Werken der LNahlere)?,Hagedorn, in der -ten f. Betrachtungenüber die Mahlere», S. 2z u. sVon der Simplicitstt in der Daukunsk,Militia, im zten Buche des ersten Vds.f. Grunds, der bürgert. Baukunst, S. -00d. lieb. Don der Simplicitstt in derprosaischen Schreibart, ein Aufsatzin Knoks Litzis, l.onä >779. Z. 2B.

lieber die Simplicitat in Sc»»Schriften der Alten finden sich vor,trcfliche Bemerkungen in. H. Garvcns Ab-handl. von der Verschiedenheit in denWerken der clltestcn und der neuernSchriftsteller, in der N. Bibl. der sch.Wissensch. B.io, S. 195.

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