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den hat, da entsteht die Einfalt vonselbst.
Die Einfalt des Ausdruks bestehtdarinn, daß man jeden einzeln Ge-danken geradezu, und nur in so vielWorten ausdruke, als nöthig sindihn richtig zu fassen: dieses aber kön-nen nur Menschen von der gesunde-sten und richtigsten Beurthcilungs-kraft. Diese Einfalt muß vorzüg-lich da herrschen, wo das Wesentli-che der Gedanken völlig hinlänglichist, das Gemüth ganz einzunehmen.Es ist damit so, wie mit jeder Aus-bildung eines einzelcn Thcites be-schaffen ; alles kommt dabcy auf dieeinzige große Regel an: Soviel, alsuorhrvensig; wenn nur der Künst-ler das Nothwendige einsieht. Nichtnur alle Zierrathen, alle witzigenEinfalle, alles glanzende in den Far-ben, alles woikliiigcude in den Wor-ten, das blos die Menge der Theilevermehrt, ohne die Hauptvorstellungzu verstärken, muß wegbleiben; son-dern auch alles das, dessen Abwe-senheit keinen würklichen Mangel ge-biebrt. Wenn ein gewisser Wolklangder Worte, ein gewisses Leben derFarben, ein gewisser Nachdruk derGedanken, eine gewisse einfache Ver-zierung eines Haupttheilcs hinläng-lich ist, die Vorstellung zu erweken,die der Absicht gemäß ist, so hüteman sich ihr mehr Glan; zu geben:denn das Mehrere würde nur blen-den, man würde den Glanz fühlen,und die Beschaffenheit der glänzen-den Sache nicht mehr sehen, so wieder, welcher in die hellscheincndeSonne sehen will, ihre scheinbareGröße und runde Figur nicht wahr-nehmen kann.
In manchen Fallen ist die edleEinfalt der Gewohnheit so sehr ent-gegen, daß der Künstler auch da,wo er sie erreichen könnte, sich scheuetes zu thun, aus Furcht den herr-schenden Geschmak zu beleidigen.Man ist in der Baukunst gewisser,
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der Einfalt entgegenstreitender, Ver-zierungen an einigen Orten so ge-wohnt, daß auch die Baumeister,die es besser wissen, sich von derGewohnheit hinreißen lassen. Diessollte aber keinen abhalten der Na-tur zu folgen. Es sind immer nochKenner vorhanden, die sein Werk znschätzen wissen, wenn der große Hau-fen es verachtet. Das Wesentlicheder Sachen ist unveränderlich; dasZufällige aber ist der unaufhörli-chen Abwechslung der Moden unter-worfen. Der Künstler also, der al-len Menschen und durch alle Zeitengefallen will, muß sich am Wesent-lichen halten, folglich der edlen Ein-falt befleißigen.
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Von der Einfalt überhaupt hon»dcln, F. I. Riedel, in s. Theorie der sch.K. und Wisscnsch. im 6tcn Absch». S. 77u. f. der itc» Aufl. (wenig befriedigend)
— I. C. König, in f. Philosophie dersch. Künste, Nürnb. >784-j8- im :6tenAbschn. S. 4Z2 (zwar ausführlicher, aberkcineswcgcs befriedigender) — Einzele,ganz gute Bemerkungen finden sich darüber,zerstreut, in den b.Iemenrz ot'Lriricism,als V. 1. S. 42.270. 278- B. z. S. 270.
z>; d. d. Uebcrs. zte Ausg. Von
der Einfalt, in Werken der LNahlere)?,Hagedorn, in der -ten f. Betrachtungenüber die Mahlere», S. 2z u. s —Von der Simplicitstt in der Daukunsk,Militia, im zten Buche des ersten Vds.f. Grunds, der bürgert. Baukunst, S. -00d. lieb. — Don der Simplicitstt in derprosaischen Schreibart, ein Aufsatzin Knoks Litzis, l.onä >779. Z. 2B.
— — lieber die Simplicitat in Sc»»Schriften der Alten finden sich vor,trcfliche Bemerkungen in. H. Garvcns Ab-handl. von der Verschiedenheit in denWerken der clltestcn und der neuernSchriftsteller, in der N. Bibl. der sch.Wissensch. B.io, S. 195.
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