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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
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Ist er genöthiget zwcy Farben nebeneinander zu setze», die sich schwervereinigen, so suche cr sich durch dieDämpfung der einen durch starkenSchatten, oder durch verbindendeWiederschcine zu helfen. Es kommthicbey fast alles auf die Wahl desLichts und der Erleuchtung an. Hatcr z. B. sein Gemahldc so angeord-net, daß der hinterste Grund gegenden vorder» zu helle wird, so wähleer eine stärkere Erleuchtung für die-sen und eine schwächere für jenen.

In Ansehung der Haltung bietetsich eine ganz einfache Regel vonselbst an. Wo das Licht und derSchatten in dem Grade, den sie aufgewissen Stellen haben müssen, nichthinreichen, den Gegenstand genug zuheben oder zu dämpfen: da wähleman im ersten Falle sehr helle, imandern sehr dunkle, cigenthümlicheFarben: jene müssen oft die Stelledes Hellern Lichts, diese aber desSchattens vertreten. Mancherlei)sehr feine, aus Betrachtung würkli-chcr Gcmahlde genommene Anmer-kungen über die Localfarbcn wird manin des Hrn. von Hagedorn Betrach-tungen über die Mahlert») finden.

Von der eigclithüinlichcii Farbe hantelt,unter mchrern, Hagedorn, in seiner Be-trachtung über die Mahlere», gelegentlichin der izten Betr. S. gc>, in der 45tcnBetr. S. 6q;, Dc Pilcs in dcm Lourslle ?e!ircure, S. Z04. Par. Ausgabe von1708.

Einbildungskraft.

(Schöne Künste.)

E)as Vermögen der Seele die Ge-genstände der Sinnen und der inner-lichen Empfindung sich klar vorzu-stellen, wenn sie gleich nicht gegen-wärtig auf sie würkcn. Es ist 'alsoeine Würkung der Einbildungskraft,daß ww uns cme Gegend, die wir

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ehedem gesehen haben, mit einigerKlarheit wieder vorstellen, ob siegleich nicht vor unfern Augen ist.Insgemein crstrekt sich der Begriffdieser Fähigkeit noch etwas weiter,indem man ihr auch noch das zu-schreibt, was wir die Dichtungskraftgenennt haben *).

Die Einbildungskraft ist eine dervorzüglichsten Eigenschaften der See-le, deren Mangel den Menschen nochunter die Thicre erniedrigen würde;weil er alsdcnn, als eine bloße Ma-schine, nur durch gegenwärtige Ein-drüke und allemal nach Maaßgebungihrer Starke würde in Würksamkeitgesetzt werden. Wir betrachten sieaber hier nur, in so fern sie eine dervorzüglichsten Gaben des Künstlersist, und ihre Würkung an den Wer-ken des Geschmaks bewundern läßt.Sie ist eigentlich die Mutter aller schö-nen Künste, und durch sie unterscheidetsich der Künstler vorzüglich vor an-dern Menschen, so wie der Philosophsich durch den Verstand unterscheidet.

Zwar wird kein Mensch ohne Ein-bildungskraft gefunden; abcrnurderkann ein Künstler werden, in dessenSeele sie mit vorzüglicher Lebhaftig-keit würket. Das Wesen der schönenKünste besteht darin», daß sie für je-den gegebenen Fall, da man auf dieGemüther andrer Menschen würkcnsoll, die Vorstellungen in denselbenerwcken, welche die verlangte Wür-kung mit vorzüglicher Kraft hervor-bringen. Da aber nichts starker aufuns würkt, als die Gegenstände derSinnen und der unmittelbaren Em-pfindung, so müssen die Künste, durchHülfe der Einbildungskraft desKünstlers, aus der ganzen Natur diesinnlichen Gegenstände zusammen-bringen, deren Würkung in jedemFall nöthig wird Wessen Einbil-dungskraft leicht und schnell, bei) je-der natürlichen Veranlassung, das,

was

*) S. Oichtungskrast.