Druckschrift 
2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
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has eilste Kap. auS Home's Clements okLricicizm, Von der Würde und der An-much, und ein Theil des 14cm Abschn.aus F. I. Riedels Theorie der sch. Kün-ste, S. -q? der ersten Ausg. hicher.Vom Edeln, im Charakter der Gebäu-de, wird, unter mehrern, in den Un-tersuchungen über den Charakter der Gc<bstude, Leipz. 1788. 8. S. >64 gehan-delt.

Eigenthümliche Farbe.

(Mahlercy.)

N?it diesem Worte bezeichnen wirdas, was man sonst Localfarbenennt, nämlich die natürliche Farbeeines Körpers, z. E. die rothe Farbeeines Kleides von Scharlach, in sofern sie durch den Ort, wo der Kör-per steht, in ihrer Art eingeschränktwird. Wenn man die Wissenschaftder Localfarben recht verstehen will,so bedenke man zuvoderst, daß dieFarbe eines jeden Körpers nichts an-ders >ey, als ein auf ihn fallendesund von ihm ins Auge prallendesLicht- Dieses kann von unendlichverschiedener Art seyn, sowol in An-sehung der Starke, als in Ansehungseiner übrigen Eigenschaften. Wenndas Helleste Sonnenlicht auf einenKorper fallt, so giebt es ihm eineandre Farbe, als wenn er schwacherist; und jeder Grad der Starke die-ses Sonnenlichtes bringt im Korpereine andre Farbe hervor, ob siegleich von derselben Art bleibt. Das-selbe Stük Scharlach hat eine andreFarbe, wenn die Sonne sehr helldarauf scheinet, als wenn sie schwachscheinet; und in diesem Fall wiedereine andre, als wenn das bloße Ta-geslicht darauf fallt; und auch indiesem wieder eine andre, wenn derTag Heller ist, als wenn er dunkelist, anders wenn das hellere oderdunklere Tageslicht unmittelbar dar-auf fallt, oder es erst durch vielerlei)Abprelluugen trifft. Dennoch wird

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es immer Scharlach genennt, weiles nicht möglich wäre, diese unzäh-ligen Grade der Scharlachfarbc mitso viel verschiedenen Namen zu be-nennen.

Eben so groß wird die Mannigfal-tigkeit der eigenthümlichen Farbe desKörpers durch die verschiedenen Ar-ten sowol des ursprünglichen, alsdes zurükgeworfencn Lichts. DasSonnenlicht giebt dem Korper eineandre Farbe, als das Licht einerLampe, oder einer Wachskerze, oderdas blaue Licht des Himmels. Denndas ursprüngliche Licht, welches aufden Korper fällt, hat schon eineherrschende Farbe, ist entweder weiß,gelb, roth, blau oder von andrerArt, und muß demnach nothwcndigder Farbe des Körpers ein anderesAnsehen geben.

Drittens wird die eigenthümlicheFarbe des Körpers durch die Vermi-schung mehrerer Arten des Lichtswieder neu eingeschränkt. Es kannrothliches und blauliches Licht zu-gleich auf den Korper fallen. DieVermischung beydcr bringt eine ab-geänderte Farbe hervor. Endlichändert sich die Farbe auch nach Be-schaffenheit des Raums, der zwi-schen dem Auge und dem Körper ist.Das Licht der auf- oder untergehen-den Sonne ist ganz anders, als dasLicht der hohen Mittagssonne, weiles durch eine mehr mit Dünsten an-gefüllte Luft geht; und das Licht desKörpers,^ das durch ein gefärbtesGlas in die Augen fällt, ist ganzanders, als wenn es blos durch dieLuft geht; in der Luft anders, wennsie rein als wenn sie voll Dünste ist,anders wenn der Korper entfernt,als wenn er nahe ist.

Die Farbe eines jeden imGcmähl-de vorkommenden Korpers, insofernsie durch alle diese Unistände einge-schränkt wird, ist das, was die Mah-ler die L-ocalfarbe, und wir die ei-genthümliche Farbe desselben nennen.

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