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2 (1837)
Entstehung
Seite
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ner Verwilderung viele Supcrioren der einzelnen Comthureicn, dieselediglich wie fette Pfründen und Commcndcn behandelten, gaben häufigAnlaß, daß man diese Hospitaliter-Chorherren wie einen Ritteror-den behandelte und auch Ritterorden nannte und diese Benennungführte nicht selten zu dem Jrrthum, daß diese sogenannten St. An-tonsritter und jene Antons-Chorherren ganz verschiedene Vereineseien. Die Antonierhcrrcn waren sehr reich begabt und sogar vonKaiser Maximilian I. im Jahr 1602 mit dem Reichswappcn: einemschwarzen Adler mit ausgebreiteten Flügeln, rothem Schnabel undrothen Klauen und einem Brustschild in Gold mit dem blauen 'I'beehrt worden.

Die Verwilderung wuchs fortwährend, selbst nach den vielen,durch die Reformation erlittenen Verlusten, so sehr, daß endlich derGcneralabt Anton Brunel von Gramont im Jahr 1616 eineVerbesserung im Orden einführte, aber nur von den Klöstern inFrankreich, von vier in Italien und vier in Deutschland sie nachge-ahmt sah.

Außer ihren Hospitaliterpflichten lag ihnen ob: dreimal in derWoche alles Flcischcsscns sich zu enthalten, neben den gewöhnlichenKirchenfasten jeden Mittwoch, in der Adventzeit und an vielen Vor-tagen hoher Feste zu fasten. Sie hielten alle 3 Jahre ein Gencral-kapitcl, worin die Superiorcn der einzelnen Klöster erwählt wurden.Ihr Gencralabt blieb lebenslänglich in seinem Amt.

Ihre vorzüglichsten Comthureicn in Deutschland waren: Mor-kirchen, Höchst, Alzei, Frankfurt a/M., Braunschweig, Grünbcrgin Hessen, Lübeck, Memmingen, Lichtenberg, Eilcnburg, Taucha,Eicha :c. Unter ihren berühmtesten Männern glänzen vorzüglich derPräceptor des Hauses zu Lichtenburg, Goswin von Orssvy undder große französische Mathematiker Johann Bourel, welcherseinen Meister, Oronce Fine, bald überflügelt hatte.

(Zu Band I. Seite 76. — Regulirte Chorherrendes heil. Chrodegang zu Metz )

Schon im 8. Jahrhundert lebten die bei den Kathedral- undCollegiatkirchen angestellten Geistlichen mitunter sehr regellos undungebunden, weit entfernt von den canonischen Geboten und na-mentlich von den Vorschriften des Urhebers des gemeinschaftlichenLebens der Priester — des heil. Augustin von Hippon.

Der einem hohen austrasischcn Haus entstammte und zu Has-bring an der Maas geborene, von Vielen für Karl Martells Enkelerklarte, als Kanzler und Staatsmann des Königs von Frankreichausgezeichnete Chrodegang wurde im Jahr 742 auf den erledig-ten Bischofsstuhl von Metz erhoben. Auch an diesem wichtigen Po-sten wußte er die Kraft seines Geistes und die schönen Tugenden