XII
Per heil, /ranz von Assisi. (Per Seraphische Vater.)
Liebreich war der heilige Franziskus
Gegen Gottes Kreaturen Alle,
Trug das Würmchen sorgsam ans der Straße,
Daß des Wandrers Fuß es nicht zertrete;
Tischt' im harten Winter Wein und Honig
Seinen Bienlein aus vom eignen Tische;
Auf dem Felsen wandelt' er mit Andacht,
Den bedenkend, der den Fels sich nannte;
Sonn' und Mond und alle helle Sterne
Lud er ein zu Gottes Lieb' und Lobe;
Feu'r und Wasser, Baum und Blum' und Wvglcin
Nannt' er seine Brüder, seine Schwester»,
Pflog mit ihnen trauten Umgang, pflegte
Oft mit ihnen herzlicher Gespräche
Und die Kreaturen Gottes Alle
Liebten ihren Freund von Herzen wieder.
Wärmen thät das Feuer ihn, nicht brennen;
Kühlen thät der Regen ihn, picht nässen;
Bienlein boten Honig seinem Munde;.
Schlangen leckten harmlos ihm die Hände;
Wölfe folgten seinem Winke; Böglein
Flogen aus und ein in seine Zelle
Pickten ihm die Krummen aus dem Munde,
Lauschte» gern des frommen Freundes Worten.
Als er einstens vor der Schwalben lautem
Schmettern nicht zu predigen vermochte,
Sprach er freundlich bittend: Liebe Schwestern!
Viel und lang' habt ihr gesprochen; nunmehr
Ist an mir dm Reihe. Schweigt ein wenig,
Bis ich Gottes Wort dem Bolk verkündigt.
Und sie schwiegen, horchten auf die Predigt,
Fuhren fort dann, wie vorhin zu schmettern.
Als er einst im Busche Myriaden
Muntrer Bogel judiltren hörte.