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2 (1837)
Entstehung
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. Eine früher nur einzeln und selten vorkommende, für unheilbarerklarte Krankheit, wurde von der Mitte des 11. Jahrhunderts an,in manchen Gegenden eine große Plage vieler Menschen. Sie befielin der Regel einzelne Glieder, machte dieselben ganz schwarz undbrandig, trocknete sie ganz aus, daß sie völlig unbrauchbar und wieverbrannt wurden, zuweilen abfielen oder vielmehr in greulicher Ei-terung abfaulten. Allgemein wurde diese Krankheit das höllischeFeuer, auch das heilige oder das St. Antonsfeuer genanntund selbst die Aerzte schrieben von einem damit Befallenen nur:Homo gui I^ns infernal! ladorars ckioitur. Nur die Fürbittedes heil. Anton wurde als einziges Nettungsmittel dagegen gerühmtund daher auch dieser Heilige Tag und Nacht von solchen Leiden-den bestürmt. Der reiche Ritter Gaston in der Dauphins er-lebte auch das Unglück, seinen theuren Sohn Guerin davon befal-len zu sehen und eilte, zu Füßen des heil. Anton Rettung zu erfle-hen. Um die Fürbitte des Heiligen so sicherer zu erlangen, gelobteer: alle mit dem Antoniusfeuer behafteten Kranken, welche des Hei-ligen Schutz zu erflehen, hieher pilgern würden — zu verpflegen undzu diesem Zweck selbst mit Hingabe seines ganzen Vermögens einHospital zu gründen. Erschöpft von Schmerz und Sorgen schliefGaston ein und träumte bald, daß der heilige Anton ihm er-schien, die Rettung des Sohnes versprach, aber zugleich gebot, daßer selbst und Alle, welche bei jenem edlen Werk der Krankenpflegesich ihm anschließen würden, ein blaues 7? auf der Brust tragensollten. Gestärkt von dem tröstenden Traum eilte Gaston zu Hausund fand seinen Sohn bereits auf dem Weg der Besserung.

Unverzüglich schritt er zu Erfüllung seines Gelübdes (109Z),baute ein Hospital zur Aufnahme der vom Antoniusfeuer befallenenund kranker Pilger, brachte eine Laiengesellscbaft von Hospitaliternzusammen, kleidete sie schwarz, nach der Formel der Weltpriesterund heftete auf die linke Brustscite des Rocks und Mantels das ge-botene himmelblaue I'. Papst Urban I!. bestätigte 1V96 den Ver-ein und den Stifter als Superior derselben, unter dem Titel:Großmeister. Obne eigentliche Gelübde und streng mönchischeForm breitete der Verein in Frankreich sich aus und erhielt erst1297 von Bonifaz Vlll. die große St. Antonskirchc unter demTitel einer Abtei, alle Rechte und Privilegien eines Mönchsordensmit der Regel Augustins und den Befehl, daß sie Chorherren sichnennen sollten.

Nun breitete sich der Orden über Frankreich, Italien, England,Niedcrland, Dänemark, Deutschland, Ungarn so schnell und glück-lich aus, daß er bald 369 Klöster (Comthureien genanntl zahlte,welche sämmtlich den Abt von St. Anton zu Vienne als ihrenGeneral oder Großmeister erkannten. Diese Titel, verbunden mitdem nicht selten eintretenden Umstand, daß in den Zeiten allgemei-