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2 (1837)
Entstehung
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steht und auch die Erfahrung lehrt: bei der Geschwätzigkeit dieSünde nicht ausbleiben und wer unbedachtsam plaudert, Uebels da-von gewiß empfinden wird. Desgleichen: wer vieler Worte sich be-dient, wird seiner Seele wehe thun. Und der Herr spricht imEvangclio: von jedem unnützen Wort, welches die Menschen spre-chen, werden sie dem ewigen Richter einst Rechenschaft ablegen müs-sen. Ein Jeder beschranke also die Zahl seiner Worte und lege sei-nem Mund ein Gebiß an (damit er nicht etwa falle und auf seineZunge stürze und ein unheilbares Uebel das ihn tödte, sich zuziehe).Jeder bewache seine Wege mit dem Propheten, damit er nicht mitseiner Zunge fehle und das Stillschweigen, diese heilige Verehrungder Gerechtigkeit, zu beobachten fleißig und vorsichtig sich bemühe.

14) Du aber, Bruder Brocard und Jeder wer nach dir zumPrior erwählt werden mag, erinnert euch stets und erwagt bei all'euerm Thun und Lassen, was der Herr im Evangclio spricht: Werunter euch größer werden will, der wird euer Diener sein und werunter den Ersten sein will, der wird euer Sklave sein.

15) Ihr übrigen Brüder sollt eucrn Prior mit Demuth ehrenund dabei mehr an Christum denken, als an den, der Jenen übereure Haupter gesetzt hat und die Kirche sagt zu den Vorgesetzten:Wer euch hört, der hört mich und wer euch verachtet, der verachtetmich und wegen solcher Verachtung wird der Herr nicht mir euchzu Gericht gehen, aber durch Gehorsam werdet ihr den Lohn desewigen Lebens verdienen.

Die Ansicht dieser gemilderten, d. h. dem Zufall und einerwillkührlichen Interpretation so viel überlassenden Regel, erklärt ei-nerseits die endlosen Streitigkeiten und Reibungen in diesem Ordenund mit andern Orden und andernseits: wie leicht es geistreichenund herrschsüchtigen Oberen werden mußte, aus diesen oft wieder-holten: „wenn es möglich, wenn es bequem ist," allmalig völligenDespotismus zu drechseln, d. h. eine Gchorsamstheorie, so streng,wie solche nur bei sehr wenigen Orden erkannt wurde.

(Zu Band I. Seite 76. — Regulirte Chorherrendes heil. Anton von Vienne.)

Weil sogar nicht wenige altere Schriftsteller im Dunkeln überdiese Chorherren geblieben sind, der mancherlei Benennungen der-selben wegen (Antoniter, St. Antonsherren, Antonier-mönchc, Hospitaliter von St. Anton, St. Antonsrit-ter, Ilospi talarii 8. ^ntvnii ^kbntig) und noch mehrwegen der spater eingerissenen Verschiedenheit der Tracht auch ver-schiedene Congrcgationcn und Orden dahinter vcrmutheten, so mußich wohl eine kurze Geschichte derselben hier einschalten.