Druckschrift 
2 (1837)
Entstehung
Seite
373
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endlich, weil der Teufel, euer Feind umherschleicht wie ein brüllenderLowe und sucht welchen er verschlinge, so müßt ihr euch unablässigbemühen — gegen solche Schlingen und List der Feinde mit derRüstung Gottes gewappnet zu sein. Eure Hüsten müßt ihr mitdem Gürtel der Keuschheit gürten; die Brust mit heiligen Gedankenbewahren, denn es steht geschrieben: Heilige Betrachtung und gott-selige Gedanken beschirmen dich. Anziehen sollt ihr den Harnischder Gerechtigkeit, damit ihr Gott euern Herrn von ganzem Herzen,von ganzer Seele und mit ganzer Kraft liebt und euere Neben-mcnschen wie euch selbst. Vorzüglich ist der Schild des Glaubenszu ergreifen, woran alle feurigen Pfeile des Bösen zu Schandenwerden. Denn ohne Glauben ist es unmöglich Gott gefallig zusein und Glaube ist eine Waffe womit man die ganze Welt besiegt.Auch den Helm des Heils müßt ihr auf euer Haupt setzen, damitihr von dem Erlöser allein euer Heil hoffet, da er alles Volk vonder Sündcnschuld befreiet hat. Aber das Schwert des Geistes,d. i. das Wort Gottes, sollt ist stets im Mund haben und auchim Herzen und was ihr immer thun wollt, das thut im WortGottes.

12) Einige Arbeit müßt ihr verrichten, damit der Teufel euchstets beschäftigt finde und bei eurem Müssiggang nicht irgend einPförtchen erlausche, durch welches er in eure Seele sich schleichenkönne. Hört darüber den Apostel Paulus und nehmt ihn euch zumBeispiel (Christus sprach durch seinen Mund), ihn, der von Gottzum Prediger gegeben und bestellt wurde zum Lehrer der Völker imGlauben und in der Wahrheit; folget ihr ihm, so könnet ihr euchniemals verirren. In Arbeit (spricht Er) und voll Mühseligkeitwaren wir unter euch Tag und Nacht beschäftigt, damit wir keinenvon euch beschwerten: nicht als ob wir selbst die Macht nicht hat-ten, sondern nur damit wir selbst euch ein Beispiel zur Nachah-mung geben, denn indem wir bei euch waren, verkündigten wir euchdieses. Denn wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht kauen.Wir hörten, daß einige von euch niüßig herumliefen und nichts tha-ten. Denen, welche also thun, rufen wir zu und beschwören sie imNamen des Herrn Jesu Christi, daß sie schweigend arbeitend ihrBrod essen sollen. Dies ist ein heiliges und gutes Leben, wan-delt darin.

13) Der Apostel empfiehlt das Stillschweigen und gebeut, daßder Mensch schweigend arbeiten soll, wie der Prophet lehrt: „Schwei-gen ist die heilige Verehrung der Gerechtigkeit!" und abermals:„Im Schweigen und in der Hoffnung beruht eure Seligkeit!"Daher bestimmen wir, daß ihr nach der Complet bis zur Pnmedes folgenden Tages schweiget. In der übrigen Zeit ist so strengeBeobachtung des Schweigens nicht erforderlich, dennoch Hute sichJeder vor Geplauder und Geschwätzigkeit. Weil, wie geschrieben