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Bisher haben wir uns mit der Anwendung der Wahrschein-lichkeitsrechnung auf die Erscheinungen in der Körperwelt beschäf-tiget. Indem wir nun zu jenen der geistigen oder moralischen Weltübergehe»/ müssen wir zuvörderst bemerken/ daß hier die wahrenUrsachen der Ereignisse gewöhnlich noch verborgener und ihre Wir-kungen noch weit verwickelter sind/ als in jener/ so daß man,Key dem gegenwärtigen Zustande der Analysis sowohl, als auchunserer bisher gesammelten Kenntnisse, wohl nur selten zu ganzbestimmten Resultaten zu gelangen hoffen darf. So viele unvor-hergesehene und unvorherzusehende Ursachen wirken auf die ein-fachsten Handlungen einzelner Menschen und ganzer Staaten ein,daß es oft selbst dein scharfsinnigsten Beobachter unmöglich wird,sie von einander zu trennen und sich bis zu einer klaren Ansichtdes Gegenstandes zu erheben. Auch fehlt eS uns, selbst im Gro-ßen, an hinlänglichen Erfahrungen. Hätte man z. B. in jedemZweige der öffentlichen 'Administrationen seit Jahrhunderten dieneu eingeführten Experimente und ihre glücklichen oder unglückli-chen Erfolge genau aufgezeichnet, so würde man jetzt über denNutzen oder Schaden dieser Einrichtungen ein bestimmteres Ur-theil fällen können. Aber wie wenige allgemeine und vollkommenbewährte Regeln können selbst über diese» so wichtigen Gegen-stand angeführt werden. Es scheint uns klar, daß man dem unab-weislichen Fortgang des Ganzen der menschlischen Gesellschaft inmaterieller und intellectucller Hinsicht kein Hinderniß entgegen-setzen soll; aber es ist wohl nicht minder gewiß, daß man jedeVeränderung im Großen nur mit der äußersten Umsicht vornehmendarf, wenn man nicht auf neue, und oft ganz unbesiegbare Hin-dernisse stoßen will. Die Vergangenheit kennen wir bereitsdurch unsere eigenen Erfahrungen: aber die Übel, welche jedeNeuerung mit sich führen wird, sind uns noch unbekannt. Indieser Unkenntniß der künftigen Ereignisse schreibt uns die Ver-nunft und die Analyse Vorsicht und vor allem die Vermeidungjeder heftigen Veränderung vor, Key welcher, wie beyeinem gewaltsamen Stoße, in der physischen sowohl als in dermoralische» Welt immer sehr viel von dem verloren geht, was
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