- III -
sehr um sich, aber er ist dem Evangelium ganz zuwi-der. Jesus sagte darum zu den Juden, Joh. 8.: Soihr nicht glaubet, daß ich es sei, so werdet ihr sterbenin euren Sünden. Und die gepriesene Rechtschaffenheitder Welt, womit man alle Sünden, Verstellung, Lasterund Ungerechtigkeit verbinden kann, ist keine wahre Recht-schaffenheit, welche ohne den Glauben, der das Herz rei-nigt und redlich macht, nicht möglich, und darum nieseltner gewesen, als jetzt, da man am meisten sich dar-auf verläßt; wäre es möglich gewesen, daß wir unsselbst durch Tugend und Rechtschaffenheit Vergebung un-serer Sünden und ewiges Leben hätten zuwege bringenkönnen, dann wäre es auch gar nicht nöthig gewesen,daß Gott seinen eingebornen geliebten Sohn um un-serer unzähligen Sünden willen dahingab; und werdarf es denken, daß Gott seinen vielgeliebten Sohn ohneRoth in die bittcrn Leiden, in den schmerzlichen Kreu-zestod gegeben. Dieser falsche Wahn von unserer gutenBeschaffenheit, das Vertrauen darauf und die Liebe zurSünde hindern bei Vielen den Glauben an Jesu, wozuwir doch nothwendig kommen müssen, wenn wir erhaltenund selig werden sollen. Aus uns selbst können wirzwar nicht auf die beschriebene Weise an ihn glauben,aber der Herr will uns so gerne dazu verhelfen; darumhat er uns sein Wort gegeben und solches durch so vieleWunder und Zeichen bestätiget, darum ist sein KnechtJohannes so beschäftigt, dasjenige, was er von dem TodeJesu gesagt hat, auf alle Weise zu bekräftigen, daß wirglauben. Zu dem Ende ist uns auch die Geschichte desLeidens und des Todes Jesu aufs neue erklärt und ausdemselben die Tiefe des menschlichen Verderbens und un-ser gänzliches Unvermögen, selbst etwas zu unserer Ver-söhnung mit Gott beizutragen, die Strafbarkcit unsererSünden und der schreckliche Zorn Gottes darüber, dieNothwendigkeit der Genugtffuung Jesu und ihrer Zueig-nung durch den Glauben, der Reichthum der Barmher-zigkeit Gottes in der Dahingabe seines Sohnes zumOpfer für unsere Sünde, und die unendliche Liebe Jesu,