Druckschrift 
Die Leiden Jesu während seiner Kreuzigung, in sieben Predigten vorgetragen, mit bes. Rücksicht auf die sieben Worte des Erlösers am Kreuz
Entstehung
Seite
109
Einzelbild herunterladen
 

_ it)7 -

Blut und Wasser heraus, und zwar nicht ver-mischt mit einander, sondern getrennt, so daß jedes un,terschieden konnte gesehen werden.

Diese sonderbare, außerordentliche Begebenheit, daßaus dem todten Leichnam noch Blut floß, und zwar al-les Blut, bis zuletzt Wasser kam, ist in verschiedenerHinsicht wichtig und merkwürdig, und hat auch seine ge-heime geistliche Bedeutung, wie wir aus dem ungemei-nen Ernst und Nachdruck sehen, womit Johannes diesenVorfall einschürft und bekräftigt, und in einem seinerBriefe wiederholt; wenn er in unserm Terte davon sagt:lind der das gesehen hat, der hat es bezeuget,und seinZeugniß ist wahr, und derselbe weiß,daß er die Wahrheit saget, auf daß auch ihrglaubet; denn solches ist geschehen, auf daß dieSchrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm keinBein zerbrechen; und abermal spricht eine an-dere Schrift: Sic werden sehen, in welchensie gestochen haben. Und in seinem ersten Briefeim 6ten Vers des 5ten Kapitels sagt er: Dieser ist es,der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus,nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut.

I) Daß Jesu Seite mit einem Speer eröffnet undsein Herz durchstochen wurde, darauf Blut und Wasserherausfloß, dient uns zuvörderst zur vollkommenen Ue-berzeugung, daß er wahrhaftig gestorben sei; denn wäreer nicht völlig todt gewesen, so würde dieser gewaltsameund schmerzliche Stoß natürlicher Weise verursacht haben,daß er noch ein Zeichen der Bewegung und des Lebensvon sich gegeben hatte, würde ihn aber auch zugleich desLebens ganz beraubt haben, weil des Leibes Leben imBlute bestehet. Und an dieser Ucberzeugung, daß Jesuswahrhaftig gestorben ist, ist unscrm Glauben und unse-rer Hoffnung, wofür Johannes sorgt, viel gelegen. Dennvon der Wirklichkeit des Todes Jesu hing die Vollkom-kommenheit des Opfers Christi ab, welches nicht andersals durch seinen Tod vollendet werden konnte. Dennbei allen Opfern, die zur Versöhnung für die Sünden