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so möchte dieser Anblick der Feierlichkeit des Festes nach-theilig sein und als eine öffentliche Uebertretung des Ge-setzes Aergerniß anrichten; darum baten sie Pilatum,daß ihnen die Beine gebrochen und sie vor Abend ab-genommen würden. Sie erscheinen hier wieder als schnödeHeuchler, wie sie sich auch schon vorhin gezeigt hatten,da sie aus verstellter heuchlerischer Gewissenhaftigkeit nichtin das Richthaus Pilati gingen, damit sie nicht unreinwürden, ob sie gleich hingekommen waren, ihre Händemit dem Blute eines Unschuldigen zu besudeln. Nachdemsie nun die himmelschreiende Ungerechtigkeit ausgeübt,göttliche und menschliche Gesetze unter die Füße getretenhatten, so wollen sie noch den Schein haben, als wennsie ehrerbietige gewissenhafte Eiferer für das Gesetz undden Dienst Gottes wären. Religion und Gottlosigkeit,ängstliche Andacht und niederträchtige Schandthaten,Gottes Verachtung und Verehrung wollen sie miteinander nach Heuchler Art vereinigen; wahrscheinlichwar es ihnen aber vornehmlich bei dieser Bitte an Pi-latum darum zu thun, den gekreuzigten Jesum ganz ausden Augen des Volks wegzuschaffen, denn sein Anblickpredigte ihren Undank, ihre Ungerechtigkeit und Grausam-keit gegen ihn. Sie kannten auch die Unbeständigkeit desVolks; es war ihnen gelungen, seine Bewunderung inHaß gegen Jesum zu verwandeln, sie mußten aber auchbesorgen, daß dieser Haß wieder in Bewunderung über-gehen könnte, wenn ihnen Zeit zum Besinnen gelassenwürde, besonders da so viele Wunder bei dem Tode Jesuvorgefallen waren und ihn verherrlicht hatten, so vielemit Bestürzung an ihre Brust geschlagen und bekannthatten: Dieser ist ein frommer Mann und Gottes Sohngewesen. Darum eilten sie, den gekreuzigten Jesum denAugen des Volks so geschwind als möglich zu entziehen.Sie handelten dabei nach ihrer schnöden Heuchelei, Listund Bosheit, aber der Herr lenkte auch diesen Umstandso, daß auch dadurch seine Weissagung erfüllt und unserGlaube an Jesum befestigt würde.
Dazu mußte nun auch Pilatus ohne sein Wissen