o! daß wir sie nur recht hören und verstehen möchten.
Sie waren an Gott, seinen himmlischen Vater, gerich-tct; denn er hatte keinen andern Vater, auch als Menschnicht, da er von einer Jungfrau durch die Wirkung desheiligen Geistes empfangen und geboren war. Wemhätte er auch anders seine Seele anempfehlen sollen alsGott, seinem allgegenwärtigen, liebevollen und allgenug-samen himmlischen Vater, mit dem er eins war. Mitihm hatte er es auch in dem großen Erlösungöwerke zuthun, mit ihm hatte er es angefangen, mit ihm fortge-setzt, mit ihm vollendete er es auch; ihm mußte er dasLösegeld für uns bezahlen und seiner Gerechtigkeit einevollgültige Genugthuung leisten. Er war ihm auch nunnicht mehr fremd, wie in der dreistündigen Finsternis,die Angst seines Herzens war verschwunden und seineTraurigkeit in Freude verwandelt. Er brauchte nichtmehr zu schreien: Mein Gott, mein Gott, warum hastdu mich verlassen; seine Seele wurde nun wieder erqui-cket mit dem Genuß der seligen Gemeinschaft Gottes, undder süße Vatername war wieder auf seinen Lippen. Inseinem letzten Wort am Kreuz nannte er ihn eben so-wohl Vater, als er es auch in seinem ersten Wort andemselben gethan hatte, worin er Fürbitte für seine Mör-der und Feinde einlegte, wenn er sprach: Vater, vergibihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Zum Be-weis, daß sein kindliches Vertrauen zu Gott als seinemVater durch seine tiefe Leiden und Versuchungen, durchdie Lästerungen und Spöttereien seiner Feinde im min-desten nicht geschwächt worden war. Er war zwar derallerverachtctste und und unwerthcste unter den Menschengeworden; er hing als ein Scheusal am Kreuz, das dieMenschen in ihrer Gesellschaft nicht leiden wollten, son-dern aus ihrer Mitte verbannten; nichts desto wenigerwar und blieb er der liebe Sohn Gottes, und konnte indiesen Umständen mit froher Zuversicht und Freimüthig-keit Gott seinen Vater nennen, denn er wußte, daß seinLeiden nicht allein nach dem Rath, Wort und WillenGottes war, jondern daß er auch aufs höchste dadurch