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Die Leiden Jesu während seiner Kreuzigung, in sieben Predigten vorgetragen, mit bes. Rücksicht auf die sieben Worte des Erlösers am Kreuz
Entstehung
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tet zu werden. Einer seiner letzten Aussprüche, womit ersterbend vom Kreuze herab seine betrübte Mutter, dieMaria, dem Johannes, seinem geliebten Jünger, empfahl,haben wir erwogen. Ein andres seiner letzten Worteist uns so eben vorgelesen worden und soll uns in die-ser Stunde Stoff zur Erbauung geben. Er, der durch dieLeiden des Todes vollendete und nun verklärte Herzogunsrer Seligkeit, der sie ausgesprochen hat, mache sieuns selbst durch die Mitwirkung seines Geistes wichtig,lehrreich und tröstlich! Wir betrachten:

I. Seine Klage: Mich dürstet.

ZI. Seine Tränkung mit Essig.

Z.

Von dem peinlichen Durst des sterbenden Jesu undseiner Klage darüber heißt es in unscrm Text: Dar-nach, als Jesus wußte, daß schon alles voll-bracht war, daß die Schrift erfüllet würde,spricht er: Mich dürstet.

Jesus wußte seine Leiden genau vorher, wußte, wiehoch es steigen und wie lang es dauern würde, denn erwar nicht ein bloßer Mensch, sondern der allwissendeGott zugleich. Ihm schwebte das ganze Heer seiner Lei-den vor Augen, ehe es über ihn kam. Er kannte es inseiner ganzen Größe, Furchtbarkeit und Dauer. Erwußte, wie viel er im Gerichte Gottes und der Men-schen nach Leib und Seele auszustehen hatte; darumkonnte er es auch so genau und bestimmt vorhersagen, wieer gethan hat. Er wußte, daß er das ganze Heer von Lei-den nach Gottes Rath zur Verherrlichung der Gerechtig-keit Gottes und Versöhnung unserer Sünden und zurErwerbung einer vollkommenen Seligkeit für uns Sün-der nothwendig erdulden mußte, darum übernahm er esso willig aus erbarmender Liebe zu uns, ertrug es mitbeispielloser Standhastigkeit und Geduld, war wie einLamm, das zur Schlachtbank geführt wird. Er wußtenun aber auch, nachdem er schon einige Stunden