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Die Leiden Jesu während seiner Kreuzigung, in sieben Predigten vorgetragen, mit bes. Rücksicht auf die sieben Worte des Erlösers am Kreuz
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Wie viele leben bei allen Belehrungen, die sie ausGottes Wort von dem tiefen Verderben der Menschenempfangen, in dem falschen Wahn, daß sie Gott nim-mer verlassen, sondern sich stets an Gott gehalten, weilsie so ganz unbekümmert um Gott und ihr eigenesHerz sind. Sie geben daher auch andern natürlichenMenschen, besonders wenn sie krank sind, den blindenRath, sie müßten sich an Gott halten, als wenn keineBekehrung zu Gott und Aussöhnung mit ihm über demOpfer Christi vorabgehen müßte und nöthig wäre; alswenn man sich damit schon zu Gott halten könnte, wennman einige Gebete mit dem Munde dahersagt, wobeidas Herz nichts denkt und von Gott entfernt bleibt.Wie viele können es in der Entfernung von Gott nochwohl aushalten, weil sie das Elend und die Gefahr,die damit verpaart gehen, nicht einsehen. Sie achten aufGottes Stimme nicht, die ihnen liebreich und ernstlichzuruft: Kehrt wieder ihr abtrünnigen Kinder. Bekehreteuch zu mir, so werdet ihr leben, warum wollt ihr alsosterben. Darum wissen sie es Jesu schlechten Dank, daßer für uns die Verlassung gelitten, weil sie kein Ver-langenhaben, durch ihn zu Gott zu kommen, und vie-les wider den Weg haben, den ihnen das Evangeliumdazu anweiset.

Andere, die nicht so fühllos sind, bleiben bei gutenVorsätzen stehen und kommen nicht zur Vereinigung undGemeinschaft mit Gott. Sie wissen es wohl, daß ihrHerz noch von Gott entfremdet ist. Sie fühlen oft einegroße Leere in ihrer Seele, beklagen es, daß sie keineFreudigkeit zu Gott haben und ihn nicht als ihren versöhn-ten Gott ansehen und von ihm das ewige Leben erwartenkönnen. Sie wünschen sich wohl dessen Gnade und prei-sen die glücklich, die dazu gekommen sind; sie nehmensich auch vor, darnach zu trachten, fangen auch wohl an,aber fahren nicht fort und brechen nicht durch, durchalle Hindernisse mit Ernst und Aufrichtigkeit, sondernlassen sich bald durch dieses, bald durch jenes davon ab-