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Die Leiden Jesu während seiner Kreuzigung, in sieben Predigten vorgetragen, mit bes. Rücksicht auf die sieben Worte des Erlösers am Kreuz
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Ihre Liebe war also brünstig und stark, ihre Treue großund unerschütterlich; denn ein treuer Freund wird inder Roth erkannt — und sie stehen bei Jesu in seiner größ-ten Roth. Nun sie Jesu sterben sahen, waren sie wohlgleichgültig gegen Leben und Tod; denn mit Jesu, woranihr ganzes Herz hing, starb ihnen die Welt leer und solang sie ihn für todt hielten, konnte das Leben keineFreude für sie sein.

Unter diesen Weibern stand der Jünger, denJesus lieb hatte, und das ist Johannes selbst, derdies Evangelium geschrieben hat. Jesus hatte alle seineJünger und Freunde lieb; ich liebe, sagte er, die mich lie-ben; wie mich mein Vater liebet, so liebe ich euch. Ichlasse mein Leben für meine Schafe, und Niemand hatgrößere Liebe, denn daß er sein Leben laßt für seineFreunde, wie er für sie alle that. Aber Johannes, der,wie wir wissen, an seiner Brust gelegen und sein Schooß-jüngcr war, liebte er besonders zärtlich. Und wenn sichhier Johannes den Jünger nennt, den Jesus vorzüglichlieb hatte; so ist dies kein fleischlicher Ruhm, nein, dervergeht unter dem Kreuze Christi; sondern es ist viel-mehr eine dankbare Erinnerung der innigen und zartenLiebe, die ihm Jesus bis in seinen Tod erwiesen, dieer noch am Kreuz gegen ihn bezeugte, da er ihm seineMutter anvertraut, daß er sie als die Seinige ansehenund verpflegen sollte.

SS.

Denn da nun Jesus seine Mutter sähe,und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte,spricht er zu seiner Mutter: Weib siehe, dasist dein Sohn, und darnach spricht er zu demJünger: Siehe, das ist deine Mutter."

Die Veranlassung zu diesem rührenden Wort, wel-ches das dritte ist, das er am Kreuz geredet, gab alsoder Blick, den Jesus auf seine Mutter warf, da Jesusseine Mutter sähe. Jesus sähe die große Menschen-